Die Bezirksvertretung Chorweiler kritisiert seit Langem, dass die S11 Stationen im Bezirk auslässt. Nun gibt es erstmals konkrete Verbesserungspläne.
ÖPNV im Kölner NordenMehr S-Bahnen für „Chorweiler Schleife“ angekündigt

Auch an der S-Bahnhaltestelle Blumenberg warten die Fahrgäste bisweilen vergeblich auf die Bahn. (Archivbild)
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Regelmäßige S-Bahn-Nutzer sind in Köln einiges an Kummer gewöhnt, an den S-Bahnhöfen des Bezirks Chorweiler kommt jedoch noch ein spezieller Frustfaktor hinzu: Werden die Verspätungen im Fahrplan der S11 zu arg, weichen die Züge oft auf ein Gleis aus, das um die Stationen des Bezirks, die sogenannte „Chorweiler Schleife“, herumführt und so als Abkürzung dient – auf die Station Longerich folgt dann bereits der Halt Dormagen.
In den vergangenen Jahren nahmen diese Umfahrungen deutlich zu, weshalb die Bezirksvertretung Chorweiler bereits mehrfach gegen dieses Vorgehen protestiert hat. In der jüngsten Sitzung unternahmen die Fraktionen von SPD, und Grünen sowie die Vertreterin von Die Linke, Lilo Heinrich, einen neuen Versuch: In einem gemeinsamen Antrag forderten sie, die planmäßige Bedienung der Stationen im Kölner Norden sicherzustellen und die Haltepflicht wirksam durchzusetzen. Das Auslassen einzelner Haltepunkte zur Reduzierung von Verspätungen führe dazu, dass die Menschen des Bezirks keinen Zugang zu einer gesetzlich verankerten Leistung der Grundversorgung erhielten, so der Antrag, was einen Verstoß gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz darstelle.
Einigkeit in BV gegen Umfahrung des Bezirks durch S-Bahn
„Wir wissen alle, mit welchen Mängeln das Kölner S-Bahnnetz zurzeit zu kämpfen hat, aber dass ein ganzer Bezirk umfahren wird, das geht einfach nicht“, sagte Helga Wagner (SPD). Cäcillia Nesseler (CDU) unterstützte das Anliegen der Antragsteller. Auch die CDU-Fraktion habe in den vergangenen Jahren bereits mehrfach versucht, Aufmerksamkeit für dieses zu erzeugen und an Lösungen mitzuarbeiten. Sie gab zwar zu bedenken, dass „die Wirkung des Antrags wohl eine symbolische“ bleiben wird, dennoch stimmte auch die CDU-Fraktion mit den Antragstellern.
Im Zuge des Ausbaus des Kölner Bahnknotens zeichnet sich derweil Licht am Horizont ab, wie nun die NRW-Landtagsabgeordnete Lena Teschlade (SPD) in den sozialen Medien bekannt gab: So soll die Bedienung der Strecke zwischen Bergisch Gladbach und Worringen grundlegend neu organisiert und die Kapazität deutlich erhöht werden. Die S6, die die „Chorweiler Schleife“ zurzeit nur in den Stoßzeiten anfährt, wird künftig die Route des R8 bedienen und eine Verbindung zwischen Köln und Mönchengladbach herstellen. Die S11 soll dafür künftig von einer komplett neuen Linie ergänzt werden, der S10. Gemeinsam sollen die beiden Linien einen 10-Minuten-Takt auf der Strecke ermöglichen – in den Hauptverkehrszeiten soll mit der S14 zwischen Köln-Nippes und Bergisch Gladbach eine weitere Linie hinzukommen, um in den inneren Bereichen einen 5-Minuten-Takt zu erreichen.
Wermutstropfen ist allerdings, dass zuvor der Ausbau der Strecke in ihrem rechtsrheinischen Abschnitt beendet sein muss. Die geplanten Verbesserungen werden daher frühestens in den 2030er Jahren zum Tragen kommen.

