Das Vorhaben, bald Eintrittsgebühren für den Besuch des Kölner Doms zu erheben, erzürnt viele Menschen. Aber es gibt auch jene, die Verständnis haben.
Was Leserinnen und Leser sagenEintritt für Kölner Dom? „Ein Grund mehr, die Innenstadt zu meiden“

Kassieren die Domschweizer künftig das Eintrittsgeld? Viele Fragen sind noch offen.
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Wer den Kölner Dom besuchen will, soll bald Eintritt bezahlen. Wir haben Leserinnen und Leser des Morgen-Newsletters „Stadt mit K“ gefragt, was sie von den Plänen halten. Das sind ihre Antworten.
Susanne B.: „Kölner Bürger von Eintrittsgebühr ausnehmen“
Ich fände es gut, wenn man Kölner Bürger von der Eintrittsgebühr für den Dom ausnehmen würde. Das sollte doch machbar sein. Im Mailänder Dom habe ich selber als Tourist Eintritt gezahlt und das war es mir auch wert. Ich denke, dass es vielen Besuchern des Kölner Doms auch so gehen wird. Ob die Kirche diese Einnahmen zum Erhalt wirklich braucht, kann ich nicht einschätzen, aber bei der Menge an Kirchenaustritten könnte es auch für die katholische Kirche finanziell enger werden.
Fritz N.: „Ich habe mit dem Kölner Dom angegeben“
Vor Jahren stand ich mal vor dem Berliner Dom und habe mich schaudernd abgewendet, als man Eintritt von mir verlangte. Und noch mit dem Kölner Dom angegeben, den man kostenlos betreten durfte. Das ach so pfiffige Domkapitel sollte mal bei Jesus nachfragen, was er davon hält, Eintritt für das Betreten von Kirchen zu nehmen. Die Diözese hätte mit Sicherheit Möglichkeiten, an anderer Stelle zu sparen. Aber das will der Kardinal wohl nicht. Mit Sicherheit wäre auch ein Sponsoring durch Kölner Unternehmen möglich.
Ulla E.: „Ich werde den Dom nicht mehr besuchen“
Es ist wirklich unglaublich, dass ich als gläubige Christin, Kirchensteuerzahlerin und Kölnerin (gebürtig und wohnhaft!) Eintritt bezahlen soll. Dann werde ich den Kölner Dom wohl ab Juli nicht mehr besuchen.
Petra S.: „Ein kostenloser Eintritt wird dem Dom nicht gerecht“
Ich finde die Idee, Eintritt für den Dom zu zahlen, klasse und absolut in Ordnung. Ich bin ein Kalker Mädchen und wohne seit 25 Jahren in Bensberg und nutze natürlich immer die Gelegenheit, den Dom zu besuchen, wenn ich in Köln bin. Jedoch finde ich erschreckend, wie hoch der Zulauf ist und wie viele Touristen kostenlos das Gotteshaus betreten dürfen.
Mein Mann und ich lieben das Reisen, und so haben wir schon etliche Gotteshäuser gesehen und auch besichtigt. Zu 75 Prozent war dies immer mit einem Eintritt verbunden. Was ich auch okay finde, weil dies auch die Wichtigkeit und den Respekt zum Gotteshaus ausdrückt und ich die Besichtigung somit ganz gezielt auswähle und auch entsprechende Zeit im Haus verbringe.
Ein kostenloser Eintritt wird dem Dom nicht gerecht, zumal ja allgemein bekannt ist, dass die Kosten zur Erhaltung und Renovierung erheblich sind. Andere Städte haben diesbezüglich keinen Skrupel. Gut fanden wir die Regelung in York in Großbritannien im letzten Jahr. Dort ist es so, dass die Einwohner der Stadt kostenfreien Zutritt haben und alle anderen ein Ticket für 20 bis 25 Euro erwerben müssen. Das ist ein stolzer Preis, allerdings berechtigt das Ticket auch zum weiteren Eintritt für ein Jahr nach Kauf.
In Edinburgh weist am Eingang ein Schild darauf hin, dass eine Spende erwünscht ist. Es ist aber kein Problem, ohne Zahlung die Kirche zu betreten. Direkt hinter dem Eingang hat man dann noch einmal die Möglichkeit, über ein Terminal mit Kreditkarte zu spenden.
Beide Regelungen finde ich gut gelungen und hatte voriges Jahr schon vor, dies auch für den Kölner Dom zu adressieren, wusste jedoch nicht wo.
Herbert B.: „Erhebliche Ausgaben kämen auf mich zu“
Ich bin eindeutig gegen die vorgesehenen Gebühren für den Zutritt zum Kölner Dom, wenn diese den eher symbolischen Betrag von ein bis zwei Euro überschreiten. Der Weg für Gläubige und Besucher sollte auch finanziell weitgehend barrierefrei sein.
Wir führen jedes Jahr Freunde und Bekannte durch meine geliebte Heimatstadt Köln, und natürlich gehört als krönender Abschluss stets eine von mir erläuterte Domführung dazu. Als Gastgeber kämen dann jedes Mal erhebliche Ausgaben auf mich zu, sodass ich es bei der äußeren Betrachtung belassen müsste. Angesichts des beeindruckenden und überwältigenden Innenbereichs und der wunderschönen Fenster wäre das mehr als bedauerlich.
Hans-Jörg F.: „Der Dom ist nicht nur eine Kirche“
Für Kölner mag es sich im ersten Moment komisch anfühlen, künftig Eintritt für einen Besuch im Dom zahlen zu müssen. Aber mal ehrlich, wie oft gehen Kölner zu Besichtigungszwecken in den Dom? Eher selten, würde ich meinen. Mein letzter Dombesuch ist jedenfalls schon einige Jährchen her.
Für Touristen stellt sich die Sache anders dar. Der Dom ist halt nicht nur eine Kirche, er ist auch ein Touristen-Objekt, und für den Besuch von touristischen Attraktionen zahlt man in aller Regel überall auf der Welt Eintritt. Für den Besuch der Sagrada Família zahlt man aktuell knapp 45 Euro Eintritt. Wenn ich eine touristische Attraktion unbedingt sehen möchte, dann bin ich auch bereit, das Eintrittsgeld zu bezahlen.
Das ist auch völlig in Ordnung so, denn der Unterhalt und die Instandhaltung dieser Sehenswürdigkeiten kosten eine Menge Geld. Von daher kann ich diese Entscheidung voll und ganz nachvollziehen. Ungeachtet dessen soll der Besuch der Kirche aus religiösen Motiven ja weiterhin kostenfrei bleiben, somit ist für mich erst einmal alles gut.
Mich treibt in diesem Zusammenhang eine andere Frage um: Wie will man in Zukunft sicherstellen, dass sich nicht jemand mit dem Vorwand, beten zu wollen, Zugang verschafft, um dann letztlich doch eine Besichtigung zu machen?
Heike G.: „Ein Grund mehr, die Kölner Innenstadt zu meiden“
Mein letzter Besuch im Kölner Dom dürfte diesen Sommer zwar sein Silberjubiläum feiern, aber trotzdem finde ich das unmöglich. Ich bin nach wie vor Mitglied der katholischen Kirche, zahle Kirchensteuer und sehe nicht ein, für den Besuch in dieser oder irgendeiner anderen katholischen Kirche Eintritt zu zahlen.
Ich erwäge ernsthaft, aus der Kirche auszutreten. Dies könnte der Tropfen sein, der bei mir das Fass überlaufen lässt. Und ein Grund mehr, die Kölner Innenstadt zu meiden, ist es auch gleich.
Anneliese I.: „Ich sehe keine Abzocke“
Als Tourist besuche ich den Dom oder sonstige Sehenswürdigkeiten wie ein Museum. Dort muss ich auch Eintrittsgeld zahlen. Also sehe ich hier keine Abzocke, wie vielfach behauptet wird.
Ulrich A.: „Unverschämt“
Ich finde es unverschämt, Eintritt zu erheben, denn das Erzbistum Köln ist das reichste der Welt, so habe ich es mal gelesen. Ich habe über 40 Jahre in Köln gelebt, habe immer wieder gern den Dom von außen und innen genossen.
Drinnen die große Stille mitten im Trubel, durchatmen und wieder aufgetankt ins tägliche Leben. Die Turmbesteigung kostet – das ist für mich normal. Ich war sehr oft oben und habe die Glockenwartung mitgemacht, bei der das letzte Mal der alte Klöppel im dicken Pitter mitschwang.
Franz-Josef E.: „Ist das ein Aprilscherz?“
Ist das ein verfrühter Aprilscherz? Und wenn schon Eintritt, dann nicht für Kölnerinnen und Kölner, deren Vorfahren den Dombau überhaupt erst ermöglicht haben. Dazu stellt sich die Frage, warum der Dom überhaupt noch dem Domkapitel gehört?
Heiner P.: „Die selben Leute zahlen woanders horrende Eintrittspreise“
Die selben Leute, die sich jetzt aufregen, zahlen woanders zur Besichtigung ähnlich faszinierender Bauwerke – zum Beispiel 60 Euro beim höchsten Hochhaus in Dubai – horrende Eintrittspreise, weil das dann halt so ist. Sollten Touristen aus diesen Ländern hierherkommen, lachen diese uns vermutlich aus – also nicht mehr nur beim Thema Energiewende, Kriminalität und Dreck auf unseren Straßen.
Anne G.: „Ich bin empört“
Seit über 70 Jahren wohne ich in Köln und springe immer kurz für ein Gebet in den Dom. Ich bin empört über diese Entscheidung. Wenn ich im Ausland bin, betrete ich keine Kirche, die Eintritt verlangt, gehe aber in fast jede offene Kirche und bete. Für mich ist die Kirche kein Museum, sondern ein Ort für Besinnung und Ruhe.
Ruth M.: „Ich fände einen Kompromiss gut“
Ich fände einen Kompromiss gut. In den Sommermonaten, sagen wir von Mai bis Oktober, kostet der Besuch Eintritt. Die übrigen Monate bleibt der Besuch kostenlos. Der Ticketverkauf erfolgt online oder über die Hotels.
Anna K.: „Eintrittsgebühr sehr gern von Touristen“
Als gebürtige Kölnerin finde ich das unmöglich! Die Eintrittsgebühr kann sehr gern von Touristen erhoben werden, aber die Menschen, die in dieser Stadt wohnen und hier Steuern zahlen, sollten davon befreit sein.
Petra E.: „Der Dom ist auch ein Zuhause“
Als Kölnerin bin ich dagegen, dass unser Dom durch Eintrittsgeld auf die Stufe eines Museums gestellt wird. Natürlich gibt es viele Touristen, die ihn in erster Linie als Sehenswürdigkeit betrachten und deshalb hineingehen. Aber wie will man zukünftig unterscheiden, ob jemand zum Beten hineingeht oder nicht?
Ich möchte den Dom einfach besuchen können, wann immer mir danach ist. Für mich ist er mehr als nur ein Museum – er ist auch ein Zufluchtsort und ein Zuhause. Wie eigentlich alle Kirchen es sind!
Yvonne L.: „Total verachtend“
Es fühlt sich sehr verkehrt an, dass in der heutigen Zeit, in der ohnehin alles sehr teuer ist, die Kirche auch auf den Zug aufspringt. Bei dem Erzbistum könnte es bestimmt Einsparungen geben. Es ist bei dem Reichtum der Kirche nicht zu vermitteln. Total verachtend.
Hans-Jörg K.: „Bitte nicht mit der Kirchensteuer kommen“
Ich bin für ein Eintrittsgeld für den touristischen Besuch des Kölner Doms. Man muss ja auch zahlen, wenn der Südturm bestiegen werden soll. Bitte nicht mit dem Einwand kommen, die Menschen zahlen ja Kirchensteuer. Das gilt nicht für Menschen aus dem Ausland und Rentner. Ich zahle auch Steuern und muss dennoch für einen Museumsbesuch bezahlen.
Beate B.: „Die Kirche ist sehr reich“
Die katholische Kirche ist sehr reich, ganz besonders in Köln. Es wäre interessant, mal zu sehen, wie viel Immobilien und Land allein die Kirche in Köln besitzt. Da muss der Erhalt des Doms drin sein.
Wie soll unterschieden werden, ob man nur beten oder eine Kerze anzünden will oder ob man den Dom auch besichtigen will? Gerade die, die weniger Geld haben und im Dom Trost suchen, werden es sich vielleicht nicht mehr leisten können. Sie werden quasi aussortiert. Ein Gebetshaus sollte für alle frei zugänglich sein. Sehr traurig sowas.
Gabriele E.: „Stimmt mich sehr traurig“
Dass der Dom nun bald nicht mehr kostenlos besucht werden kann, stimmt mich sehr traurig. Eine christliche Kirche sollte immer frei zugänglich sein. Und ob man mit Eintrittsgeldern der Respektlosigkeit und Gleichgültigkeit mancher Touristen beikommen kann? Da ist doch eher Kommunikation gefragt.




