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Kommentar

Plan B auch gescheitert
Für das Museum Selma reichen Bekenntnisse nicht

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Die ursprünglichen Visualisierungen für das Museum Selma in den Hallen Kalk.

Die ursprünglichen Visualisierungen für das Museum Selma in den Hallen Kalk.

Das Migrationsmuseum mit angemessener Strahlkraft wird so nicht entstehen – kein wertschätzendes Signal an Menschen mit internationaler Familiengeschichte, findet unsere Autorin.

Für das erste Migrationsmuseum einer bedeutsamen Größe in Deutschland ist das der denkbar schwierigste Start: Es steckt fest. Die Lebensrealität der Menschen mit internationaler Familiengeschichte institutionell in die Museumswelt aufzunehmen, ist laut Stadt, Land und Bund zwar äußerst wichtig – solange es nicht zu viel kostet. Das ist nicht gerade ein wertschätzendes Signal an ein Drittel der Deutschen, fast die Hälfte der Kölner. Von dem Plan A, dem Museum Selma mit angemessener Strahlkraft, muss man sich verabschieden.

Der Plan B, sich ein Haus mit dem Rautenstrauch-Joest-Museum (RJM) und dem Schnütgen am Neumarkt zu teilen, ist nun auch gescheitert. Offenbar war das ein voreiliger Schnellschuss. Die Bezirksregierung hat nach nur kurzer Prüfzeit ziemlich klar gesagt: Das geht nicht einfach so. Diese Lösung wäre ohnehin keine gute gewesen, weil sie das RJM und das Forum der Volkshochschule beschnitten hätte, die beide schon migrantischen Organisationen Platz boten.

Der Plan C, auch wenn er wieder in Kalk spielt, dürfte mit Plan A nicht mehr viel zu tun haben. Wie das neue Museum in einer ja immer noch maroden Halle in abgespeckter Variante aussehen wird, ist noch gänzlich unklar. Immerhin will OB Burmester das Museum Selma nun offenbar zur Chefsache machen. Den Bund davon zu überzeugen, die Fördermittel um ein weiteres Jahr zu verlängern, wird dennoch enorm schwierig. Wenn das Museum nicht in der Versenkung verschwinden soll, muss den Bekenntnissen zum Museum auch handfeste Unterstützung folgen.