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Iran-KriseLufthansa streicht Flüge – Flughafen Köln/Bonn betroffen

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Am Flughafen Köln/Bonn hat am Donnerstag ein Stromausfall für lange Warteschlange an der Abfertigung gesorgt. (Archivbild)

Der Konflikt im Iran hat Auswirkungen auch auf Reisende.

Militäreinsätze im Iran belasten Reisende: Airlines streichen Flüge, auch Kreuzfahrten sind betroffen. Das Wichtigste in der Übersicht.

Die Lufthansa Group hat am Sonntagnachmittag (1. März) Flüge in den Nahen Osten abgesagt. Dies bestätigte ein Unternehmenssprecher auf Anfrage dieser Redaktion. Davon ist auch Eurowings betroffen, die vom Flughafen Köln/Bonn aus Flüge nach Dubai anbieten.

Konkret bedeutet dies, dass alle Airlines der Lufthansa Group ihre Flüge nach Tel Aviv, Beirut, Amman, Erbil, Dammam und Teheran bis einschließlich 8. März aussetzen. Ebenfalls bis einschließlich 8. März sollen die folgenden Lufträume nicht genutzt werden: Israel, Libanon, Jordanien, Irak, Katar, Kuwait, Bahrain, Dammam und Iran. Zusätzlich werden die Airlines der Lufthansa Group ihre Flüge von und nach Dubai und Abu Dhabi bis einschließlich 4. März aussetzen. Ebenso wird der Luftraum der Vereinigten Arabischen Emirate bis einschließlich 4. März nicht genutzt. 

Nach Angaben des Unternehmens können betroffene Fluggäste kostenlos umbuchen oder erhalten alternativ den vollständigen Ticketpreis zurück. „Die Lufthansa Group beobachtet und bewertet kontinuierlich die Sicherheitslage im Nahen Osten und steht in engem Kontakt mit den Behörden. Die Sicherheit unserer Passagiere und Crews hat für uns stets oberste Priorität“, heißt es abschließend in der Pressemitteilung.

Flugausfälle wegen Iran-Krise: Lufthansa, Emirates und Co. streichen Verbindungen

Ein Sprecher des Flughafens Köln/Bonn erklärt dieser Redaktion, dass  regelmäßig Krisenstäbe stattfinden, von denen minütlich neue Informationen kommen können.

Für den weltweiten Tourismus ergeben sich durch die bewaffneten Konflikte in Iran gravierende Folgen. Mehrere Länder haben ihren Luftraum zum Teil oder ganz gesperrt. Viele Fluglinien müssen demnach deswegen ihre Routen ändern oder Flüge absagen. Die angespannte Situation wirkt sich ebenfalls auf deutsche Anbieter von Kreuzfahrten aus.

Nach Angaben des Flughafens Dubai (DXB und DWC) ist der Flughafen aktuell geschlossen: „Dubai Airports bestätigt, dass der gesamte Flugbetrieb am Dubai International Airport (DXB) und am Dubai World Central – Al Maktoum International Airport (DWC) bis auf Weiteres eingestellt ist.“ Der Flughafen bittet die Passagiere, nicht zum Flughafen zu reisen und sich direkt an ihre Fluggesellschaft zu wenden, um aktuelle Fluginformationen zu erhalten.

Aus Deutschland wurden zahlreiche Verbindungen in die betroffenen Regionen gestrichen oder vorübergehend ausgesetzt.

  1. Eine Condor-Maschine von Stuttgart nach Dubai kehrte aus Sicherheitsgründen um.
  2. Flüge ab Berlin nach Dubai sind vorerst gestoppt.
  3. Emirates, Air France, Swiss und Wizz Air strichen ebenfalls Verbindungen nach Tel Aviv, Beirut, Dubai und Amman.

Laut der Flugverfolgungs-Website FlightAware waren bis zum Samstagnachmittag mehr als 12.500 Flüge verspätet; mehr als 1400 Flüge wurden annulliert. Betroffene Passagiere und Passagierinnen sollten sich beim Flughafen Köln/Bonn oder ihrer jeweiligen Fluglinie erkundigen. Die gleiche Empfehlung gilt für Flüge ab Düsseldorf.

Rauchwolken über Drehkreuz Dubai

Aus Dubai, einer bei Touristen populären Großstadt, gibt es Berichte über Rauchentwicklung und Detonationen. Auf sozialen Plattformen werden Aufnahmen verbreitet, die Feuer am Fairmont-Hotel auf der Palmeninsel darstellen.

Schon am Samstagnachmittag konnte man in der Metropole den Lärm der Flugabwehr vernehmen. Von einem Hotelpool aus machten Urlauber Videoaufnahmen von den Versuchen, iranische Raketen abzufangen. Der Flughafen Dubai ist auch ein Zwischenstopp bei Reisen in andere Regionen wie etwa Australien. 

Auswärtiges Amt: Reisewarnungen für zahlreiche Länder im Nahen Osten verschärft

Die Reiseempfehlungen des Auswärtigen Amtes für das Gebiet wurden erheblich verschärft. Eine Warnung wird jetzt auch für Reisen in die Vereinigten Arabischen Emirate ausgesprochen.

Ebenso bestehen Warnungen für Israel, den Libanon, Jordanien, Syrien, den Irak, Iran, Bahrain, Kuwait, Oman, Saudi-Arabien, Katar und den Jemen.

Es wird empfohlen, den Status des eigenen Fluges zu kontrollieren, eine Registrierung in der Krisenvorsorgeliste ELEFAND vorzunehmen und große Menschenansammlungen zu umgehen. Ferner sollten die Anordnungen der örtlichen Behörden beachtet werden.

Kreuzfahrt unter Spannung: Reedereien reagieren auf Eskalation im Nahen Osten

MSC Euribia

MSC Cruises sagte die für den 1. März geplante Abfahrt der „MSC Euribia“ ab Doha kurzfristig ab. (Archivbild)

Auch Kreuzfahrtreisende spüren die Auswirkungen der Krise. Mehrere Schiffe befanden sich während der Angriffe in der Region, Sicherheitsmaßnahmen wurden umgehend verschärft.

  1. Die „Mein Schiff 4“ und die „Mein Schiff 5“ von TUI Cruises lagen nahe Abu Dhabi und Doha.
  2. Laut „Kieler Nachrichten“ blieben beide Schiffe bei den ersten Attacken unversehrt.
  3. Gäste wurden angewiesen, im Schiffsinneren zu bleiben und Fenster sowie Außendecks zu meiden.
  4. MSC Cruises sagte die für den 1. März geplante Abfahrt der „MSC Euribia“ ab Doha kurzfristig ab.

Iran-Krise: Wann Urlauber ihre Reise jetzt kostenlos stornieren können

Passagiermaschinen warten bei Sprühregen und Schnee auf dem Flughafen Frankfurt auf ihre Startfreigabe.

Lufthansa stoppte bis zum 7. März Flüge nach Tel Aviv, Teheran, Beirut, Amman und Erbil. (Symbolbild)

Reisende fragen sich, ob sie stornieren können. Wer eine Pauschalreise gebucht hat, kann diese normalerweise kostenlos absagen, falls am Urlaubsort „unvermeidbare und außergewöhnliche Umstände“ wie kriegerische Auseinandersetzungen vorliegen. Ein starkes Indiz dafür ist eine Reisewarnung des Auswärtigen Amts.

Bei annullierten Flügen besteht für Passagiere ein Recht auf Rückerstattung des Preises oder eine alternative Beförderung, eine zusätzliche Entschädigung ist aber meist ausgeschlossen.

Ein größeres Risiko haben Personen, die ihre Unterkunft und den Flug getrennt voneinander gebucht haben, denn bei einem Flugausfall bleibt die Hotelreservierung gültig. (jag/els)