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Liburer LandstraßeAmpel an Wahner Straße soll Sicherheit bringen – doch erzeugt Stau und Unmut

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Verkehrschaos an der T-Kreuzung Wahner Straße/Liburer Landstraße

Probelauf für die neue Ampelanlage: Für großen Unmut sorgt derzeit die Verkehrssituation mit der Baustellenampel an der T-Kreuzung Wahner Straße/Liburer Landstraße.

Eine Baustellenampel in Porz-Wahn verursacht seit der Installation Staus und Unmut. Pendler und Einsatzkräfte kämpfen mit Verzögerungen.

Thomas Pollok ist genervt. Normalerweise braucht der Elektromeister knapp zwölf Minuten von seinem Zuhause in Libur bis zur Arbeit am Flughafen Köln/Bonn. Doch er steht auf der Liburer Landstraße in Richtung Wahn im Stau. Wenn die Baustellenampel auf Höhe der Wahner Straße Grün zeigt, können zwar einige Autos fahren, doch die Autoschlange zieht sich fast bis zum Ortseingang von Libur.

Es ist Dienstagmorgen, 7.15 Uhr. Wie Thomas Pollok sind etliche Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer mit dem Auto aus Libur und der Stadt Niederkassel aus dem angrenzenden Rhein-Sieg-Kreis in Richtung Wahn unterwegs. Und sie brauchen derzeit gute Nerven. Denn auf Höhe der Wahner Straße wird eine neue Ampelanlage gebaut. Sie soll laut Stadtverwaltung den Unfallschwerpunkt an der T-Kreuzung Wahner Straße/Liburer Landstraße entschärfen und den Verkehrsfluss verbessern.

Verkehrschaos an der T-Kreuzung Wahner Straße/Liburer Landstraße

Fast bis zum Ortseingang Libur reicht die Autoschlange auf der Liburer Landstraße am Dienstag, 21. April, um 7.30 Uhr.

Pendler klagen über lange Staus

Davon merken Pollok und die anderen Menschen, die mit dem Auto unterwegs sind, derzeit herzlich wenig. Mindestens 20 Minuten länger hat der Weg zur Arbeit für Thomas Pollok an diesem Tag gedauert. „Wenn ich das auf die Woche hochrechne, sind es fast zwei Stunden mehr.“ Und das sei nur der Hinweg zur Arbeit.

Die Baustellenampel sei ein Vorgeschmack auf die neue Anlage, sagt Roland Wolf, dessen Karosserie‑ und Lackbetrieb nahe dem Wahner Bahnhof liegt. „Ich bekomme das Verkehrschaos täglich mit.“ Stauzeiten von bis zu 50 Minuten auf weniger als zwei Kilometern seien keine Seltenheit, nachmittags sei es noch schlimmer als morgens. Der Rückstau von der Unterführung reiche oft bis in den Kreisverkehr – dann gehe gar nichts mehr. Betroffen seien auch die Busse der Verkehrsbetriebe: „Die stehen ja auch mitten drin im Verkehr.“

Das gilt auch für Einsatzkräfte der Feuerwehr, sagt Thomas Reiter. Er ist Berufsfeuerwehrmann und zudem in der Löschgruppe Libur der Freiwilligen Feuerwehr aktiv. Wenn die Straßen dermaßen voll seien, hätten auch Einsatzkräfte Probleme. „Anfahrtswege können sich verlängern“, sagt Reiter. 

Roland Wolf sieht ein weiteres Problem: Viele Autofahrer versuchen, den Stau zu umfahren, wodurch auch Anwohnerstraßen mit Durchgangsverkehr belastet werden. „Egal aus welcher Richtung man nach Porz‑Wahn kommt, es ist überall Stau.“ Die Ampel lehnt er ab – ein Kreisverkehr sei aus seiner Sicht sinnvoller. „Oder man lässt es so, wie es bisher war“, sagt Wolf. Denn da hätten sich die Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer schon irgendwie arrangiert und die Kosten für die Ampel in Höhe von 250.000 Euro gespart.

Auch unter einem Facebook‑Post von SPD‑Stadtrat Christian Joisten schildern Nutzer ähnliche Situationen. Eine Frau berichtet, sie habe von der Bäckerei Heisters bis Libur 35 Minuten gebraucht. Joisten hat daraufhin den Verkehrsdezernenten Ascan Egerer kontaktiert. „Das Signalprogramm der Baustellenampel wurde kurzfristig angepasst“, sagt er – damit soll der Verkehr auf der Liburer Landstraße besser fließen.

Unterdessen hat sich der Liburer Bürgerverein mit einem Schreiben an Bezirksbürgermeister Lutz Tempel gewandt. Mit der Bitte, das Thema T-Kreuzung und Ampel auf die Tagesordnung der Sitzung der Bezirksvertretung Porz am Donnerstag, 23. April, zu setzen. Dem Vernehmen nach wird die Politik das Thema aufgreifen. Wie diese Zeitung erfuhr, ist eine Aktuelle Stunde zu dem Thema abgedacht.