Die „Inklusive Akademie“ im Kunsthaus Köln-Kalk unterstützt Menschen mit Lernschwierigkeiten beim Zugang zu Kunstakademien.
Kunsthaus Köln-KalkNeue Atelierräume in Betrieb genommen

Künstlerin Bärbel Lange begrüßt die Gäste in den neuen Atelierräumen.
Copyright: Stefan Rahmann
Die Arbeit im Kunsthaus Kalk nimmt Fahrt auf. Weitere Atelierräume in dem Gebäude an der Dillenburger Straße wurden fertiggestellt und stehen den Kunstschaffenden ab sofort zur Verfügung. Das Kunsthaus ist Teil des Osthofs der Hallen Kalk. Das Projekt versteht sich als gemeinwohlorientierter Kultur- und Inklusionsort. Das Kunsthaus soll Menschen mit Lernschwierigkeiten ermöglichen, selbstbestimmt im Bereich Kunst und Kultur zu arbeiten. Im September startete das Kunsthaus eine dreijährige Pilotphase, gefördert von der Stadt Köln, dem Land Nordrhein-Westfalen und der Kulturstiftung des Bundes. Förderer sind auch die Kämpgen-Stiftung, der Landschaftsverband Rheinland, die Rhein-Energie-Stiftung und viele weitere.

Bürgermeisterin Derya Karadag hielt ihr Grußwort mit Baby im Arm.
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Ein besonderes Highlight ist die deutschlandweit erste inklusive Klasse einer Kunstakademie – die sogenannte „Inklusive Akademie“ –, die ebenfalls an diesem Standort ihren Betrieb aufnahm. Das Kunsthaus arbeitet eng zusammen mit der Kunstakademie Düsseldorf und der Bergen School of Architecture. Ziel ist, dass sich Menschen mit Lernschwierigkeiten an Kunstkakademien bewerben. Ein Kurs zur Erstellung einer Bewerbungsmappe startet in Kürze. Zusammenarbeit wird groß geschrieben im Kunsthaus. Künstler mit und ohne Lernschwierigkeiten profitieren bei der täglichen Arbeit voneinander.
„Das Team ist gewachsen. Wir können die neuen Räume sehr gut gebrauchen. Dies ist ein großer Tag für alle Beteiligten“, erklärte Lena Beuth, Vorstand vom Kubist e.V., dem Trägerverein des Kunsthauses. Jutta Pöstges ist die künstlerische Leiterin der Einrichtung. Sie bedankte sich bei vielen Förderern und all denen, die die neuen Ateliers saniert haben. „Das war hier früher ein Möbellager der Diakonie.“ Bürgermeisterin Derya Karadag hielt ihr Grußwort mit ihrem vier Monate alten Sohn auf dem Arm. „Wir eröffnen hier einen Ort der Möglichkeiten und gehen gemeinsam einen Weg des Miteinanders. Das Kunsthaus macht unsere Stadtgesellschaft offener, kreativer und stärker. Hier wird Vielfalt sichtbar.“ Das Kunsthaus sei ein Beispiel für die gemeinwohlorientierte Nutzung des Osthofs, die die Politik unterstütze. „Inklusion ist konkret und unverzichtbar. Dies ist der Ort dafür.“

In diesem Gebäude an der Dillenburger Straße ist das Kunsthaus Kalk untergebracht.
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Nico Randel, Künstler und Schauspieler mit Downsyndrom, berichtete zusammen mit Professor Thomas Kröger von der Kunstakademie Düsseldorf über die Zusammenarbeit. Randel ist großer Musical-Fan und hat bereits einen Bühnenentwurf aus Papier gebaut. Er beschäftigt sich seit neun Jahren mit dem „König der Löwen“ und träumt davon, aus dem Musical einen Animationsfilm zu machen. Das war bisher technisch nicht möglich. Die Kunstakademie bietet bessere Voraussetzungen. „Wir haben vor kurzem schon einen Trailer gemacht“, so Randel. Künstlerin Bärbel Lange war wie Randel schon beim Kat 18 dabei, einer inklusiven Kunsteinrichtung in der Südstadt, die Vorläufer des Kunsthauses ist. Lange berichtet, was sie motiviert: „Ideen sammeln, zeichnen, ausmalen. Mein eigener Chef sein. Wer nicht malen kann, muss einen normalen Job machen.“
