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Zugteilnehmer, Wetter, SperrungenWas Sie für die Schull- un Veedelszöch und Rosenmontag wissen müssen

6 min
Der Rosenmontagszug zieht 2025 bei Sonnenschein durch die Straßen.

Der Rosenmontagszug zieht 2025 bei Sonnenschein durch die Straßen. 

Wie die KVB fahren, wo man nicht parken sollte und wie viele Kamelle in den nächsten Tagen durch Köln fliegen.

Während der Straßenkarneval bereits in vollem Gange ist, rüstet sich Köln für den Höhepunkt der Session: Am Sonntag ziehen die Schull- un Veedelszöch durch die Stadt, am Montag folgt der Rosenmontagszug.

Wann kütt Rosenmontag der Zoch?

Beide großen Züge starten am Chlodwigplatz und sind jeweils rund sieben Kilometer lang. Der Rosenmontagszug startet um 10 Uhr, die ersten sollen um kurz vor 14 Uhr ins Ziel kommen – dann fährt Prinz Niklas I. gerade erst los auf seinem Wagen. Er soll als Letzter im Zoch in der Gregorius-Maurus-Straße ankommen, idealerweise vor Einbruch der Dunkelheit zwischen 17 und 18 Uhr.

Was ist vom Zoch zu erwarten?

Deshalb wird der Rosenmontagszug dieses Jahr auch kürzer als 2025, als der Tag auf Anfang März fiel und es noch länger hell war. Mit 11.500 Teilnehmenden sind rund 1000 weniger als im Vorjahr dabei. Davon gehen 3029 in den Fußgruppen mit, 1560 fahren auf Wagen mit, 1122 Musikerinnen und Musiker sorgen in 60 Kapellen für Unterhaltung, 3469 sind als Helferinnen und Helfer gelistet. Insgesamt teilen sie sich auf 74 Gruppen auf. Verteilt im Zug sind 21 Motivwagen, die das Team der Kritzelköpp mit Zugleiter Marc Michelske das Jahr über entworfen hat. Dazu kommen 74 Festwagen und 68 Bagagewagen für 300 Tonnen Kamelle und 300.000 Strüßjer. Der Zug selbst ist 8 Kilometer lang. Motto dieser Session ist „Alaaf – Mer dun et för Kölle“. Das Festkomitee möchte damit den Fokus auf die vielen Menschen lenken, die ehrenamtlich in Köln tätig sind: rund 30.000 Karnevalisten und laut Festkomitee und mehr als 200.000 Menschen insgesamt.

Wann trecken die Schull- un Veedelszöch durch Kölle?

Einen Tag vorher, am Sonntag, trecken 8500 Teilnehmer fast dieselbe Strecke in den Schull- un Veedelszöch durch die Stadt. Sie beginnen am Sonntag um 11.11 Uhr. Vorneweg gehen 42 Schulen mit 4000 Teilnehmenden. Von ihnen sorgen 500 junge Kölnerinnen und Kölner für Musik. Den zweiten Teil bilden 48 Veedelsgruppen mit weiteren 110 Musikern. Die Schull- un Veedelszöch organisiert der Verein Freunde und Förderer des Kölnischen Brauchtums. Wegen des kalten Wetters am Wochenende macht sich Sprecher Benedict Conin keine Sorgen: „Die Schülerinnen und Schüler sind es gewohnt, dass man sich warm anziehen muss.“

Eine 30-köpfige Jury kürt drei Gruppen, die am Tag darauf auch im Rosenmontagszug mitlaufen dürfen: die beste Wagen-Gruppe, die beste Fuß-Gruppe und die originellste Gruppe. Seit dem Vorjahr zeichnet sie auch drei Schulen für besonders gelungene Kostüme aus. Mehr als 250.000 Zuschauerinnen und Zuschauer werden erwartet.

Wie ziehe ich mich am besten an?

Warm. Wahre Jecken hält bekanntlich nichts vom Straßenkarneval ab: Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlecht vorbereitete Kostüme. Allerdings sollte diese Vorbereitung in diesem Jahr mit aller Ernsthaftigkeit betrieben werden, das Wetter scheint bislang keine Rücksicht auf den Kölner Karnevalskalender nehmen zu wollen. Am Sonntag soll es maximal drei Grad werden, tagsüber trocken, aber am Abend könnte es schneien. Montag soll es nass werden. Sollte nicht doch noch ein Kölner Karnevalswunder passieren, werden Regenponchos und bunte Schirme das Bild am Zugrand prägen. 

Für die hoffentlich wenigen, die jetzt abgeschreckt sind: Rosenmontag überträgt der WDR ab 9.30 Uhr live, Sabine Heinrich und Guido Cantz kommentieren. Am Sonntag kommentieren Monika Salchert und Sven Pistor die Schull- un Veedelszöch von 12.30 Uhr bis 15.40 Uhr im WDR.

Welche Straßen sind gesperrt?

Wegen der Schull‑ un Veedelszöch am Sonntag und des Rosenmontagszuges am Montag werden große Teile der Innenstadt abgeriegelt – am Sonntag ab 6 Uhr, am Montag ab 5.30 Uhr. Viele Parkhäuser und Tiefgaragen in den Quartieren Dom/Rhein und Neumarkt sind daher nicht erreichbar.

Schon in den Nächten zuvor lässt die Stadt Fahrzeuge entlang der Zugstrecke entfernen, besonders im Aufstellungsbereich rund um den Chlodwigplatz. Wer dort parkt, sollte die Beschilderung genau beachten und sein Auto rechtzeitig umsetzen.

Während der Sperrzeiten kann der Bereich östlich des Hohenzollernrings – zwischen Magnusstraße/Burgmauer und Appellhofplatz/Mittelstraße sowie der nördlichen Umfahrung des Neumarkts – ausschließlich über Glockengasse und Tunisstraße in südliche Richtung verlassen werden. Auch die Deutzer Brücke bleibt während der Umzüge vollständig gesperrt: am Sonntag ab 7 Uhr, am Rosenmontag ab 6 Uhr – jeweils bis zum Ende der Züge.

Alternative Routen für den Durchgangsverkehr sehen wie folgt aus Nord-Süd-Verkehr: Schönhauser Straße – Marktstraße – Bischofsweg – Am Vorgebirgstor – Pohligstraße – Weißhausstraße – Universitätsstraße – Innere Kanalstraße – Severinsbrücke – Gotenring – Justinianstraße – Deutz-Mülheimer Straße – Pfälzischer Ring – Zoobrücke

Ost-West-Verkehr: Subbelrather Straße – Erftstraße – Maybachstraße – Am Kümpchenshof – Kyotostraße – Victoriastraße – Ursulastraße – Maximinenstraße – Goldgasse (Zufahrt zu allen Rheinbrücken ist hier möglich)

Zudem ist die Fahrt zur Severinsbrücke vom Barbarossaplatz über Rothgerberbach und Perlengraben möglich.

Wie sorgt die Polizei für Sicherheit?

Ähnlich wie schon an Weiberfastnacht sind rund 1500 Polizistinnen und Polizisten zusätzlich an Rosenmontag im Einsatz, an Karnevalssonntag sind es etwas weniger. Sie werden vor allem den Zugweg bewachen, sind aber auch in den weiteren Karnevals-Hotspots wie dem Zülpicher Viertel im Einsatz.

Wie fahren die Züge und die KVB?

Zusätzlich zum regulären Bahnbetrieb werden zahlreiche zusätzliche Züge rund um Köln eingesetzt. Die Deutsche Bahn setzt an den Karnevalstagen über 100 zusätzliche Sicherheitskräfte am Hauptbahnhof, am Bahnhof Süd und am Bonner Hauptbahnhof ein. Bei den KVB-Linien kommt es wegen der Züge zu wenigen Fahrplanänderungen.

An Karnevalssonntag ist der Abschnitt zwischen Heumarkt und Neumarkt gesperrt, sodass die Linien 1, 7 und 9 getrennt werden. Die Linie 9 fährt zudem ab 14 Uhr nicht mehr durch das Univiertel. Die Linie 15 endet zwischen 9 und 15 Uhr an der Ulrepforte. Die Linie 16 bleibt wie an den Vortagen geteilt und endet aus Bonn kommend an der Severinstraße, aus Niehl am Ubierring. Zwischen Keupstraße und Bocklemünd fährt von 9.30 bis 17 Uhr die Ersatzlinie E4, die Linie 17 fällt den ganzen Tag über aus.

Am Rosenmontag gelten ähnliche Einschränkungen: Auch hier ist der Abschnitt Heumarkt–Neumarkt zwischen 9.30 und 17 Uhr gesperrt, weshalb die Linien 1, 7 und 9 getrennt werden. Ab 11 Uhr wird die Linie 9 erneut über die Haltestelle Aachener Str./Gürtel umgeleitet. Zusätzlich ist der Abschnitt zwischen Chlodwigplatz und Ubierring dicht, sodass die Linie 15 von 9 bis 15.30 Uhr nur bis zur Ulrepforte fährt. Die Linie 16 bleibt weiterhin getrennt; die Haltestelle Kartäuserhof wird während des Rosenmontagszuges nicht bedient, von Niehl kommend fährt die 16 bis 15.30 Uhr nur bis Ulrepforte. Die Linie 17 entfällt auch am Rosenmontag vollständig, der Nachtverkehr wird im 30‑Minuten‑Takt durchgeführt.