Zeit zum Durchatmen sei zwar noch lange nicht, doch die erste Bilanz fiel am Donnerstagnachmittag sehr positiv aus.
KarnevalsauftaktKölner Ordnungsamt mit erster Bilanz zu Sicherheit und Müll an Weiberfastnacht
„Wir sehen einen sehr fröhlichen, aber im Vergleich zu den Vorjahren deutlich ruhigeren Karneval“, sagt Dirk Käsbach, Leiter des Ordnungsamtes um 15,30 Uhr an Weiberfastnacht. „Ich war selbst an mehreren Hotspots unterwegs und habe überwiegend gut gelaunte Menschen erlebt. Gleichzeitig war es vielerorts spürbar leerer.“
Daher habe es bisher auch keine Verlagerung der Menschenmassen gegeben, etwa in Richtung Südstadt: „Weder das Zülpicher Viertel noch der Chlodwigplatz waren überfüllt. Selbst die Müllmengen waren bisher geringer als sonst.“
Verregnetes Weiberfastnacht mit Blick auf Sicherheit „sehr günstig“
Auch aus Käsbachs Sicht hat das miese Wetter daran wohl seinen Anteil gehabt. „Für die Feiernden ist das schade, aber mit Blick auf die Sicherheit lief der Tag bisher sehr günstig.“
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Dementsprechend fielen auch die Zahlen der festgestellten Verstöße bisher gering aus. Acht Jugendliche wurden bis 15 Uhr in Obhut genommen, weil sie zu viel getrunken hatten, fünf von ihnen konnten an ihre Erziehungsberechtigten übergeben werden. Außerdem erwischte das Ordnungsamt acht Wildpinkler. Insgesamt wurden 438 Jugendliche mit Alkohol oder Tabak erwischt. Alle gaben die Waren laut Ordnungsamt an Ort und Stelle ab.

Dirk Käsbach, Leiter des Ordnungsamtes, im Koordinierungs-Stab in Deutz an Weiberfastnacht 2026.
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19 Gaststätten kontrollierte das Ordnungsamt außerdem in Hinblick auf Überfüllung und Brandschutz. „Dabei gab es 16 Feststellungen – meist blockierte Fluchtwege. In einem Fall gab es leicht entflammbare Dekoration, die wir entfernen ließen. Die Gastronomen waren aber sehr einsichtig und haben die Mängel sofort behoben.“
Ordnungsamt an Weiberfastnacht – Zeit zum Durchatmen noch lange nicht
An Weiberfastnacht gab es außerdem zwölf Testkäufe in Kiosks, so Käsbach weiter. „Dabei haben wir 30 Verstöße festgestellt – vor allem beim Verkauf von Tabak, Alkohol und E-Zigaretten an Minderjährige. Diese Fälle bringen wir zur Anzeige. Drei Kioske stehen jetzt kurz davor, eine rote Karte zu bekommen. Bei einem weiteren Verstoß droht die Schließung.“
Die Unfallhilfsstellen betreuten insgesamt 39 Personen wegen übermäßigen Alkoholkonsums, darunter sieben Minderjährige. Zehn Betroffene mussten zur weiteren Behandlung in Krankenhäuser gebracht werden. Im Notfallversorgungszentrum am Perlengraben wurden bis 15 Uhr insgesamt zehn Patientinnen und Patienten versorgt.
Zeit zum Durchatmen sei aber noch lange nicht. „Das können wir erst gegen 22 oder 23 Uhr. Bis dahin bleiben wir mit unseren Kräften konzentriert im Einsatz und beobachten die Lage weiter.“

