Seit dem Höchststand im Jahr 2022 erreicht der Anteil der krankgeschriebenen Mitarbeitenden pro Tag nicht mehr die vor der Corona-Pandemie üblichen Werte.
Weiter auf hohem NiveauKrankenstand in der Kölner Stadtverwaltung sinkt 2025 nur leicht

Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen sind für Beschäftigte der Stadtverwaltung in Köln auch 2025 häufig ausgestellt worden. (Symbolbild)
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Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung Köln waren im Jahr 2025 zu 4,15 Prozent krank. Das teilte die Stadt dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ auf Nachfrage mit. Der Krankenstand gibt an, wie viel Prozent der Erwerbstätigen an einem Kalendertag durchschnittlich arbeitsunfähig erkrankt waren.
Der Wert sank damit im Vergleich zu 2024 (4,29 Prozent) leicht, befindet sich aber weiterhin auf einem hohen Niveau. Zwischen 2013 und 2021 lag der Krankenstand in der Stadtverwaltung mit Ausnahme von 2018 (4,04 Prozent) immer unter der Vier-Prozent-Marke. Im Corona-Jahr 2021 war ein Tiefststand von 3,39 Prozent erreicht worden. Im Jahr darauf folgte mit 5,04 Prozent der bisherige Höchststand.
Krankenstand: Warum Vergleiche schwierig sind
In dieser Quote sind Ausfälle für ein bis drei Tage und die Langzeiterkrankten (ab 43 Tage) nicht berücksichtigt. Mit dieser Berechnung versucht die Stadt, eine Vergleichbarkeit mit den von der gesetzlichen Krankenkasse und den Betriebskrankenkassen veröffentlichten Daten zum Krankenstand herzustellen.
Dort werden die Zahlen auf Basis der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen ermittelt, die in der Regel erst ab dem vierten Krankheitstag vorliegen. Schwierig macht den Vergleich allerdings ein weiterer Unterschied in der Berechnung: Diese kann auf Basis der Arbeitstage ohne Wochenenden und Feiertage erfolgen, oder es werden alle Kalendertage zugrunde gelegt. Die Stadt Köln rechnet mit allen Kalendertagen.
Nach einer umfassenderen Berechnung der Stadt, die alle Krankheitszeiträume ab dem ersten Tag berücksichtigt, lag die Krankenquote 2025 bei 9,09 Prozent. Auch das bedeutet einen Rückgang im Vergleich zu 2024 (9,28). Für das Jahr 2024 hatte die Stadt errechnet, dass 39 Prozent der Krankheitstage Langzeiterkrankungen betrafen. Für 2025 teilte die Stadt das Ergebnis dieser Berechnung noch nicht mit.
Nach Statista-Angaben lag der Anteil krankengeldberechtigter Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung, die krankgeschrieben waren, 2025 bei 5,7 Prozent und ist damit im Vergleich zu 2024 (5,8 Prozent) minimal gesunken. Zwischen 2016 und 2021 hatte der Krankenstand im Jahresschnitt zwischen 4,2 und 4,3 Prozent, 2022 gab es dann einen Sprung auf 5,7 Prozent.
Nachhol-Effekt bei Infekten nach der Corona-Pandemie?
Auch der Krankenstand DAK-Versicherter stieg von 2021 (4,0 Prozent) auf 2022 (5,5 Prozent) deutlich. 2023 (5,5 Prozent) und 2024 (5,4 Prozent) kam es zu keinem nennenswerten Rückgang. Mit diesem Umstand beschäftigt sich der DAK-Gesundheitsreport 2025 daher intensiver und kommt zu folgenden Schlüssen: Der Anstieg des Krankenstands ab 2022 ergebe sich hauptsächlich durch eine Zunahme von kurzen Krankschreibungen. Über ein Drittel des Anstiegs entfalle demnach auf akute Infektionen der oberen Atemwege, Krankschreibungen aufgrund dieser Diagnose seien rund 35 Prozent des Fehltageanstiegs zuzuschreiben.
Es sei unklar, inwieweit besondere Infektwellen nach der Corona-Pandemie den Krankenstand beeinflusst haben. Ob die Menschen nach Lockdowns und Zeiten der Isolation also vermehrt krank geworden sind. Zudem seien durch das 2022 eingeführte Verfahren der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsmeldung sowie die Möglichkeit zur telefonischen Krankschreibung bei milderen Erkrankungen neue Prozesse eingeleitet worden, deren Einflüsse auf die Statistik bisher nicht untersucht seien. Möglicherweise sei der Krankenstand allein durch die bessere Erfassung angestiegen.

