Im LVR-Landesmuseum Bonn sind bis Mitte März die Highlights der archäologischen Ausgrabungen aus dem Jahr 2025 zu sehen.
Bis Mitte MärzNeue Ausstellung zeigt archäologische Funde aus Köln

Neuzeitliche Gebäudereste des Maarhofs mit der im 19. Jahrhundert eingerichteten Rübenkrautfabrik bei Ausgrabungen in Braunsfeld.
Copyright: Römisch-Germanisches Museum Köln/A. Kass
Das LVR-Landesmuseum Bonn zeigt in seiner neuen Ausstellung „Archäologie im Rheinland 2025“ archäologische Funde und Forschungsergebnisse aus dem vergangenen Jahr – darunter auch Neuentdeckungen aus Köln. Vom 2. Februar bis zum 22. März erhalten Besucherinnen und Besucher hier Einblicke in die Geschichte des Rheinlandes.
Wie die Stadt Köln mitteilt, hat die Bodendenkmalpflege in Köln im Jahr 2025 zwei große Ausgrabungen im historischen Stadtkern und eine Untersuchung in Braunsfeld durchgeführt. Diese hätten „besondere Erkenntnisse zur antiken, mittelalterlichen und neuzeitlichen Stadtgeschichte“ geliefert.
Ausgrabungen in der Innenstadt: römische Bauwerke und ein zerstörtes Stadtviertel
Auf dem Baugelände für die Erweiterung des Wallraf-Richartz-Museums haben Archäologen demnach Mauern von spätrömischen Bauwerken entdeckt, die unter einer Wohnbebauung aus dem Hochmittelalter verborgen waren. Sie standen auf einer ehemaligen Hafenrinne, die ab dem 2. Jahrhundert künstlich aufgefüllt wurde. Vor der Bebauung hatten die Römer den Untergrund mithilfe von angespitzten, in den Boden gerammten Holzpfählen stabilisiert.
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Im Zweiten Weltkrieg zerstörter Keller mit einem Königswinterer Backofen (im Hintergrund) bei Ausgrabungen am Heumarkt.
Copyright: Römisch-Germanisches Museum Köln/Ch. Groß
Am Heumarkt sind bei Ausgrabungen Reste eines Stadtviertels freigelegt worden, das im Zweiten Weltkrieg bei Bombardierungen im Sommer 1943 zerstört wurde. Die Funde aus dem Kriegsschutt geben laut Stadt Einblicke in den Alltag der früheren Bewohnerinnen und Bewohner, deren Namen und Berufe zum Teil in Adressbüchern gefunden wurden. Zudem gebe es Hinweise auf eine Bäckerei, einen Schuster und eine Gastwirtschaft. Zu den besonderen Funden gehört auch ein Kellerlager mit Glasflaschen von Softdrink-Produzenten aus den 1940er-Jahren, darunter Coca‑Cola, Afri‑Cola und Sinalco.
Gutshof aus dem 19. Jahrhundert mit moderner Technik
Die Ausgrabungen am Heumarkt brachten auch Baureste einer mittelalterlichen Siedlung zum Vorschein. Dazu gehören unter anderem Häuser der Weberzunft, die mit einer Heißluftheizung ausgestattet waren. Diese Heizungen waren im Hochmittelalter selten und wurden bislang hauptsächlich in Burgen und Klöstern gefunden, so die Stadt.
Auf dem ehemaligen Maarhof in Braunsfeld untersuchte die Bodendenkmalpflege die Entwicklung eines Gutshofs, der erstmals 1493 erwähnt wird. Im 19. Jahrhundert hatte die letzte Besitzerfamilie dort neben der Milchviehhaltung eine kleine Rübenkrautfabrik betrieben. Die Baureste zeigen nach Angaben der Stadt, dass der Betrieb mit dampfbetriebenen Maschinen und einem Kesselhaus ungewöhnlich modern ausgestattet war. Die gefundene Technik sei sonst vor allem aus größeren Fabriken um 1900 bekannt.
Die Ausstellung ist in Zusammenarbeit mit dem Römisch-Germanischen Museum, dem Museum im Quartier (Miqua) und der Universität Köln entstanden. Außerdem waren der Archäologische Park Xanten, die Römerthermen Zülpich, die Universität Bonn und die Stadtarchäologie Duisburg sowie Grabungsfirmen und private Leihgeber beteiligt. (lba)

