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„Kinder können die Welt verändern“Segen, Spenden, Schokodonuts – Sternsinger besuchen Historisches Rathaus in Köln

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05.01.2026, Köln: Bürgermeisterin Teresa De Bellis-Olinger empfängt bei einem Empfang zum Dreikönigssingen im Kölner Rathaus die Sternsingerinnen.
Im Bild u.a. Bürgermeisterin Teresa De Bellis-Olinger.
Foto: Michael Bause

Bürgermeisterin Teresa De Bellis-Olinger empfängt bei einem Empfang zum Dreikönigssingen im Kölner Rathaus die Sternsingerinnen.

Die Sternsinger sind in Köln unterwegs. Sie sammeln Spenden gegen Kinderarbeit und segnen das historische Rathaus.

„Alle Sternträger, alle Melchiore, alle Balthasare, alle Caspare und alle Segensbringer bitte hier vor dem Weihnachtsbaum aufstellen.“ Eine Schar Königinnen und Könige betritt das Historische Rathaus. Dem ein oder anderen rutscht beim Staunen über den großen Saal fast die Krone vom Kopf. Schulseelsorger Burkhard Hofer sortiert die fast dreißig Weisen, die eigentlich Schülerinnen und Schüler der Domsingschule sind, nach Rollen.

Wie jedes Jahr Anfang Januar ziehen Kinder als die Heiligen Drei Könige verkleidet durch die Straßen Kölns, sammeln Spenden, segnen Häuser „und alle, die da gehen ein und aus“. Da im Rathaus besonders viele Menschen ein- und ausgehen, darf ein Besuch hier nicht fehlen. Die Bürgermeisterinnen Teresa De Bellis-Olinger und Maria Helmis-Arend empfangen stellvertretend für alle Sternsängerinnen und Sternsinger die Drittklässlerinnen und Drittklässler der Domsingschule.

„Schule statt Fabrik – Sternsingen gegen Kinderarbeit“

Unter dem Motto „Schule statt Fabrik – Sternsingen gegen Kinderarbeit“ sammeln die Sternsinger in diesem Jahr für Kinder in Bangladesch. Die gesammelten Spenden werden von Partnerorganisationen vor Ort verwendet, um Kinder aus Arbeitsverhältnissen zu befreien und ihnen den Schulbesuch zu ermöglichen. Bereits seit 1959 ziehen Kinder in ganz Deutschland und darüber hinaus von Tür zu Tür. Sie haben seither über 1,4 Milliarden an Spenden gesammelt, stets mit der Hoffnung, „dass mit euren Gaben den Kindern dieser Welt, das Leben ein Stückchen leichter fällt“.

„Ich finde es wichtig, ärmeren Kindern zu helfen, und bin richtig gerne Sternsinger“, sagt der achtjährige Andrii, der als Balthasar dabei ist. Am schönsten fand er dieses Jahr den Besuch in einem Altersheim, „weil sich alle so gefreut und wir da auch viele Spenden bekommen haben“. Die achtjährige Lara erzählt, dass bisher auch alles gut geklappt habe: „Manchmal gab es ein paar kleine Text-Hänger, aber sonst hat alles funktioniert.“ Ihren Text als Sternträgerin präsentiert sie dann fehlerfrei.

Kinder, die die Welt verändern

Bürgermeisterin De Bellis-Olinger bedankt sich bei den Weisen und betont, wie wichtig die Kinder-Initiative ist: „Kinder können die Welt verändern. Ihr macht unsere Stadt ein Stück heller und ihr zeigt, dass Mitgefühl, Zusammenhalt und Verantwortung keine Fragen des Alters sind.“ Domdechant Robert Kleine schließt sich dem Dank der Bürgermeisterin an. Er sei früher selbst Sternsinger gewesen und erinnere sich noch genau daran, wie viel Spaß er daran gehabt habe.

Während eine Gruppe Segensaufkleber an den Amtszimmern anbringt, klettert unten vor dem Haupteingang eine der Weisen auf eine Leiter. Mit Unterstützung der Bürgermeisterin klebt jetzt auch dort der Schriftzug: 20 * C + M + B + 26. Der Stern steht für den Stern von Bethlehem, die Buchstaben standen ursprünglich für Caspar, Melchior und Balthasar, werden heute aber meist als Abkürzung des lateinischen Segensspruches „Christus Mansionem Benedicat – Christus segne dieses Haus“ gedeutet. Die drei Kreuze stehen für die Dreifaltigkeit von Vater, Sohn und Heiligem Geist.

Bevor es für die 30 Weisen wieder weitergeht, stärken sie sich im Rathaus mit Kakao und Schokodonuts. Phillip, Remo und Aaron finden solche Besuche vielleicht sogar die besten: „Gestern waren wir in einer Bäckerei und da haben wir nach dem Singen Gebäck geschenkt bekommen! Wir freuen uns, wenn wir jetzt gleich weitergehen.“