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In Ex-Tabledance-Bar„The Namos“ im Belgischen Viertel bietet mediterrane Küche und Piano-Abende

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The Namos im Belgischen Viertel

Wo früher im „Stardust“ Frauen an Stangen getanzt haben, gibt es heute Tapas, Pizza und Live-Musik.

Mitten im Laden thront ein schwarzer Flügel, der mindestens einmal die Woche zum Protagonisten wird. Donnerstags spielen im „The Namos“ an der Maastrichter Straße wechselnde Pianisten und untermalen den Restaurantbesuch musikalisch mit Klängen von Jazz über Klassik bis zu Filmmusik. Regelmäßig finden aber auch richtige Konzerte mit Jazz-Musikern statt – dann werden Stühle und Tische umgestellt und Platz für Kontrabass, Saxofon und Schlagzeug gemacht.

„Das gibt es hier in der Gegend eigentlich so nicht mehr“, sagt Inhaber Ihab Polos. Nicht weit von seinem Lokal, das er vor etwa einem Jahr eröffnet hat, gab es früher mit dem „Bruegel“ auf den Ringen und dem „Maca Ronni“ an der Hahnenstraße zwei feste Adressen für Piano-Bar-Musik. Die Leute kämen gezielt für dieses musikalische Extra, so der Restaurantchef. Das weiträumige Lokal „The Namos“ ist der Nachfolger der Tabledance-Bar „Stardust“, die man von außen an einer auffälligen, bunten Leuchtreklame erkannte.

Pianist Oleksiy Bogoliubov im The Namos

Pianist Oleksiy Bogoliubov im „The Namos“, mit Schlagzeuger Moritz Baranczyk und Emil Buchholtz am Kontrabass

The Namos: Lokal wurde komplett renoviert und saniert

Jahrelang war die Bar geschlossen, der Abschied geschah geräuschlos, lange tat sich nichts an dieser Stelle, wo Frauen sich leicht bekleidet an Stangen räkelten. Polos sei über einen Bekannten auf das Lokal gestoßen und habe erst einmal anderthalb Jahre lang alles auf links drehen müssen, sagt er. „Wir haben hier kernsaniert, es stand noch alles drin.“ Die Verwandlung ist enorm: Aus dem Nachtclub ist ein Restaurant in modern-gehobenem Ambiente geworden, es dominieren Holztöne und gedeckte Farben.

Vor allem aber gibt es ein komplett verändertes Angebot: mediterrane Küche mit Fokus auf Tapas wie überbackene Manchego-Muscheln, gegrilltes Gemüse oder Lamm-Koteletts. Aber die Pizza sei auch sehr beliebt, so Polos: von Pizza Mozzarella (15,90 Euro), Diavolo (16,90 Euro) bis Trüffel (20,90 Euro). Es gibt auch Fischgerichte wie Oktopus Lecce: Gegrillter Oktopus auf leicht pikanter Tomatensoße mit saisonalem Gemüse und Drillingskartoffeln serviert (22,90 Euro). Polos empfiehlt als Fleischgericht zudem das Rinderfilet mit Saisongemüse (34,90 Euro).

Auch die Weinkarte ist auffällig lang und enthält Rot-, Weiß- und Roséweine aus Frankreich, Italien und Spanien. „Wir haben auch einige alkoholfreie Weine, die werden sehr gut nachgefragt“, sagt Polos. Ab dem 1. April startet „The Namos“ mit einem „Menu del dià“, angelehnt an einen spanischen Mittagstisch: Dann soll es Hauptgerichte für um die 15 Euro geben sowie eine ausgewählte Pizza oder Tapas für unter zehn Euro. 

The Namos: Ein Jahr üben und Angebot anpassen

Das erste Jahr nach der Eröffnung hat Polos mit seinem Team zunächst wie eine Art Testlauf gestaltet: Welche Gerichte funktionieren gut, was mögen die Gäste, welche Preise akzeptieren sie, wie funktioniert das Team, welche Händler sind gut? Auch das Küchenteam sei mit Bedacht zusammengestellt worden, es sei multikulturell, und das Personal bringe kulinarische Erfahrungen aus den Metropolen der Welt mit. Sich erst mal zu finden und das Angebot nachzujustieren, sei ihnen wichtiger gewesen, als – wie heutzutage für junge Restaurants üblich – aggressives Social-Media-Marketing mit Tiktok-Videos zu betreiben.

Gegrillter Oktopus auf leicht pikanter Tomatensauce

Gegrillter Oktopus auf leicht pikanter Tomatensauce

„Wir wollten zunächst dezent auftreten und uns als seriöses Restaurant etablieren“, so der Chef. Die Menschen im Belgischen Viertel hätten sie gut aufgenommen, mit dem Daikan gegenüber fühle man sich in bester gastronomischer Gesellschaft. Auch in Sachen Veranstaltungen konnten sie schon üben: Sie haben die After-Show-Party des Kölner Filmpreises mit 350 Gästen ausgerichtet.

Mit 150 Innen- und 60 Außenplätzen gibt es auch die Option kleinerer wie größerer privater oder Firmenevents. Erfahrung bringt Polos bereits aus der Nachtgastronomie mit: Jahrelang betrieb er mehrere größere Shishabars in Köln und Düsseldorf. Doch er wollte weg vom Nachtleben. „Und angenehmere Uhrzeiten“, sagt Polos.

The Namos, Maastrichter Straße 6-8, täglich außer montags geöffnet.