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Bergungsaktion in KölnKranschiff holt verunglückten BMW aus dem Rhein

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Der Pkw, der am späten Samstagabend in den Rhein gestürzt ist, konnte geborgen werden. Auch der Fahrer ist mittlerweile identifiziert. 

Die ersten Griffe des Krans gehen noch ins Leere. Nur etwas Schutt und rostiges Metall hängen im Greifarm des Kranschiffs. Doch kurz vor 12 Uhr packt der Greifer schließlich richtig zu: Der schwarze BMW bleibt darin hängen. Wenige Minuten später liegt das völlig zerstörte Fahrzeug auf dem Arbeitsdeck des Schiffes. Einige Schaulustige, darunter viele Touristen, fotografieren den ungewöhnlichen Anblick.

Am Samstagabend hatte der Wagen einen Großeinsatz von Polizei und Feuerwehr ausgelöst. Gegen 19.30 Uhr war der BMW mit zwei Insassen auf Höhe der Machabäerstraße laut Zeugen mit Schrittgeschwindigkeit über die Rheinpromenade gerollt. Er durchbrach eine Absperrung und stürzte rund fünf Meter tief in den Fluss. Die 21-jährige Beifahrerin wurde von Passanten gerettet und kam mit einem Schock davon. Der zunächst nicht identifizierte Fahrer trieb den Rhein hinunter. Einsatzkräfte zogen ihn schließlich auf Höhe der Zoobrücke aus dem Wasser. Inzwischen konnte die Polizei ihn identifizieren. „Auch der Mann ist 21 Jahre alt. Er schwebt weiterhin in Lebensgefahr“, sagte Polizeisprecherin Christina Walsemann.

Peilschiff entdeckt Autowrack circa 50 Meter von Unglücksstelle

Wie es zu dem Unfall kam – ob ein medizinischer Notfall, ein Fahrfehler oder ein technischer Defekt der Auslöser war – ist weiterhin unklar. Hinweise darauf, dass der Fahrer unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen stand, gibt es bislang nicht. Eine Antwort auf die Unfallursache erhoffen sich die Ermittler von der Untersuchung des BMW.

Hier stürzte der schwarze BMW in den Rhein

Das Fahrzeug blieb jedoch bis Montagvormittag im Rhein verschollen. Dann rückte das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Rhein an. Ein sogenanntes Peilschiff suchte zunächst den Bereich um die Unglücksstelle ab. „An der Kaimauer wurde schließlich ein vorspringendes Objekt entdeckt, bei dem es sich um einen Pkw handeln könnte“, erklärte Markus Neumann, Leiter des Außenbezirks Köln.

Das Auto, das am späten Samstagabend in den Rhein gestürzt ist, konnte geborgen werden. Im Mülheimer Hafen wurde es vom Schiff geladen.

Das Auto, das am späten Samstagabend in den Rhein gestürzt ist, konnte geborgen werden. Im Mülheimer Hafen wurde es vom Schiff geladen.

Das Peilschiff sei daraufhin direkt über die verdächtige Stelle gefahren, erläuterte Neumann, um die Ausmaße des Objekts genauer bestimmen zu können. Dann stand fest: Es war tatsächlich ein Fahrzeug. Der BMW lag etwa 50 Meter unterhalb der Absturzstelle, relativ nah an der Kaimauer der Promenade und rund zwei bis zweieinhalb Meter tief im Wasser.

07.03.2026, Nordrhein-Westfalen, Köln: Nachdem ein PKW in in den Rhein gestürzt war, suchen ein Polizeiboot (l) und ein weiteres Boot das Wasser ab. Das Auto war bei einem Unfall am Kölner Rheinufer mitsamt den Insassen, einem jungen Mann und einer jungen Frau im Fluss gelandet. Der Mann wurde lebensgefährlich verletzt. Foto: Jan Ohmen/-/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Ein Bild der Suchaktion am Samstagabend.

Neumann weiter: „Das Hauptproblem war, den Wagen mit dem Schalengreifer zu fassen. In der Wassertiefe sieht man nichts – der Schiffsführer musste quasi blind nach dem Autodach greifen.“ Schließlich glückte der Zugriff schneller als erwartet: „Nach fünf Minuten hatte er das Fahrzeug im Greifer“, so Neumann.

Der geborgene BMW wurde unmittelbar von der Kölner Polizei sichergestellt. Die Ermittler wollen nun auch klären, wie das Auto die Schutzabsperrung am Rheinufer so leicht durchbrechen konnte – wenn es tatsächlich nur mit Schrittgeschwindigkeit unterwegs war, wie Zeugen berichteten.