In der Fahrbahn gibt es Absenkungen und Risse. Und obwohl der Stadtrat bereits im März 2020 eine Generalinstandsetzung beschlossen hatte, ist dort bislang nichts passiert.
Erhebliche SchädenStadt Köln schiebt Sanierung wichtiger Zubringerstraße seit Jahren auf

Der Deutzer Ring mit dem Studentenheim des Kölner Studierendenwerks
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Der Deutzer Ring gehört zu den wichtigen Verkehrsachsen in Köln und verbindet den östlichen Zubringer und die Severinsbrücke. Die Straße befindet sich seit mehr als fünf Jahren in einem äußerst schlechten Zustand. Obwohl der Stadtrat bereits im März 2020 eine 6,2 Millionen Euro teure Generalinstandsetzung beschlossen hatte, ist dort bislang nichts passiert. Und Verkehrsdezernent Ascan Egerer hat angekündigt, dass er die Sanierung jetzt noch weiter herauszögern will.
Stadt Köln will Projekt mit neuer Zufahrt zum Deutzer Hafen verbinden
Im August 2023, also rund dreieinhalb Jahre nach dem Ratsbeschluss, hatte das Verkehrsdezernat bekanntgegeben, das Projekt vorerst zurückzustellen, weil im Amt für Straßen und Radwegebau nicht genug Personal zur Verfügung stehe. Und jetzt will Egerer prüfen lassen, ob sich die Sanierung nicht in einem Aufwasch mit den Zugangswegen zum Deutzer Hafen erledigen ließe. Der Deutzer Ring befindet sich nordöstlich des Hafens, der in ein Büro- und Wohnviertel umgewandelt wird. Das würde Personaleinsatz und Ressourcen sparen und möglicherweise die Bauzeit verringern. Bislang waren zwölf Monate für die Bauarbeiten vorgesehen. Der Autoverkehr müsste in dieser Zeit auf eine Fahrspur reduziert werden.
Wer glaubt, dass jetzt Tempo in das Projekt kommen würde, täuscht sich allerdings. Der nächste offizielle Sachstand ist erst für das erste Quartal 2027 geplant – dann werden seit dem Ratsbeschluss ganze sieben Jahre ins Land gegangen sein, ohne dass die Bauarbeiten begonnen haben. Denn im kommenden Jahr soll es nun erst einmal Abstimmungen geben, um einen Zeitplan aufzustellen.
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Kölner Verkehrsdezernat hielt die Sanierung 2020 noch für dringend
Im März 2020 hatte es das Verkehrsdezernat – damals noch unter Leitung der derzeitigen Stadtdirektorin Andrea Blome – hingegen noch eilig. In der Beschlussvorlage für die Politik hieß es damals, dass die Generalinstandsetzung beider Fahrtrichtungen „dringend erforderlich“ sei. Nur so lasse sich die Verkehrssicherheit aufrechterhalten. Außerdem trage eine Sanierung zur Substanzerhaltung sowie zur Vermeidung eines wirtschaftlichen Schadens durch kostenintensive temporäre Unterhaltungsmaßnahmen bei.
Innerhalb der Konstruktion der Fahrbahn seien „erhebliche Schäden durch Verformungen der Deckschicht“ und Absenkungen festgestellt worden sowie in Teilbereichen der Fahrbahnbefestigung Querrisse mit Ausbrüchen in der Deckschicht. „Das vorgenannte Schadensbild macht daher eine grundhafte Erneuerung des Deutzer Rings im Vollausbau mit Erneuerung der Schutzplanken unumgänglich“, teilte das Verkehrsdezernat 2020 mit.
Der Deutzer Ring nimmt im innerstädtischen Verkehrsnetz eine wichtige Bedeutung ein, weil Autofahrer über diese Straße vom östlichen Zubringer aus über die Severinsbrücke die Rheinseite wechseln können – und umgekehrt. Die östliche Zubringerstraße verbindet Köln wiederum über das Kreuz Gremberg mit den Autobahnen 4 und 559 und somit indirekt auch mit der Autobahn 3 über das Dreieck Heumar.

