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„Auf dem Weg zum Rekord“100.000 Besucherin in Kölner Kusama-Ausstellung begrüßt

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Oberbürgermeister Torsten Burmester und Museumsdirektor Yilmaz Dziewior überreichten dem glücklichen Ehepaar ein Geschenk.

Mit diesem Blitzlichtgewitter am Dienstagmorgen haben Beate Wickenden und Ralph Peters nicht gerechnet. Als das Ehepaar den Einlass passierte, überraschte sie der Direktor des Museum Ludwig, Yilmaz Dziewior, zusammen mit Oberbürgermeister Torsten Burmester. Denn: Beate Wickenden ist die 100.000 Besucherin der aktuellen und viel beachteten Sonderausstellung „Yayoi Kusama“, die sich dem Lebenswerk der 96-jährigen japanischen Künstlerin widmet.

OB Torsten Burmester (l.) und der Direktor des Museum Ludwig Yilmaz Dziewior begrüßen die 100.000 Besucherin Beate Wickenden und ihren Mann Ralph Peters.

OB Torsten Burmester (l.) und der Direktor des Museum Ludwig Yilmaz Dziewior begrüßen die 100.000 Besucherin Beate Wickenden und ihren Mann Ralph Peters.

„Wir freuen uns unglaublich. Das ist ja toll“, sagte eine überwältigte Wickenden, die an ihrem freien Tag gekommen ist. „Wir wollten schon über Ostern kommen und es war unglaublich schwer, Tickets zu kaufen. Jetzt haben wir es endlich geschafft und auch zu unserer Wunschuhrzeit“, sagt Wickenden, die mit ihrem Mann Ralph Peters, der Kölner ist, aus Neuss angereist ist. „Ich habe schonmal eine kleinere Kusama-Ausstellung im Ausland gesehen und bin ein begeisterter Fan“, sagte Wickenden, die im Design-Bereich arbeitet.

Kusama in Köln: Katalog und Druck als Geschenk für 100.000 Besucherin

OB Burmester  überreichte dem Ehepaar als Geschenk die deutsche Ausgabe des Ausstellungskatalogs und Direktor Yilmaz Dziewior hatte noch einen Kusama-Druck parat. „Die Ausstellung ist auf dem Weg zum Rekord. Das zeigt, wie attraktiv die Museen in Köln sind. Ich bin gestern hier bereits kurz durchgelaufen und werde im Mai mit meiner Familie zurückkommen“, so Burmester.

Blick in die Ausstellung

Blick in die Ausstellung - täglich werden 3000 bis 4000 Tickets verkauft.

Vier Wochen nach Start ist der Ansturm auf die Schau zum 50. Jubiläum des Museum Ludwig ungebrochen. Täglich verkaufe das Museum online 3000 bis 4000 Tickets, sagte Museumssprecherin Anne Niermann. Ein Knick sei trotz der Feiertage und der Urlaubszeit bisher nicht zu spüren. Eine Prognose, ob Kusama die bisher besucherstärkste Ausstellung im Ludwig sein wird, will sie jedoch noch nicht wagen. Die bisher erfolgreichste Ausstellung war Edward Hopper von Oktober 2004 bis Anfang Januar 2005. Die Werke Kusamas sind rund einen Monat länger zu sehen. Hält sich der Besucherstrom konstant, dürfte die Schau zu ihrem Ende am 2. August die Hopper-Ausstellung noch toppen.

Ausstellungsraum im Ludwig mit Projektion: auch hier überall Punkte.

Ausstellungsraum im Ludwig mit Projektion: auch hier überall Punkte.

Gerechnet hatte das Museum vor Start mit 300.000 Besuchern. Und auch an diesem gewöhnlichen Dienstag war es voll. Vor dem berühmten Spiegelkabinett bildete sich eine lange Schlange. Die große Resonanz sei darauf zurückzuführen, dass man „hier vor allem sehr intensive sinnliche Erfahrungen machen kann. Ein weiterer Faktor sind die sozialen Medien. Kusamas ‚Infinity Rooms‘ sind sehr instagramable“, sagte Sprecherin Niermann. Das bedeutet, dass sie sich gut für Selfies und sonstige Fotos mit dem Smartphone eignen.

Die Ausstellung lädt an vielen Stellen zum Fotografieren ein.

Die Ausstellung lädt an vielen Stellen zum Fotografieren ein.

Kusama in Köln: 300 Werke im Museum Ludwig

Neben den Installationen, die Kusamas Markenzeichen sind, gibt es auch andere Werke zu sehen. 300 Arbeiten zeigt das Ludwig, von der ersten Zeichnung von circa 1934 bis heute, außerdem Malerei, Skulptur, Mode, Performance und Literatur. Doch auch ihre Biografie, der offene Umgang mit ihrer mentalen Gesundheit – Kusama lebt und arbeitet seit 1977 freiwillig in einer Psychatrie in Tokio – zieht die Leute in den Bann der Kunst, die für Kusama therapeutische Wirkung hat.

Sie sind Manifestationen jahrelanger Halluzinationen, in denen sie überall Punkte und Netzmuster wahrnimmt. Punkte sind somit ihr absolutes Markenzeichen. Auch Besucherin Beate Wickenden aus Neuss bewundert Kusama. „Ich finde, sie hat eine fantastische Persönlichkeit.“