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Elterntaxis in KölnAn der Domsingschule ist es morgens gefährlich voll

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Mehrere Autos parken vor einem Schulgebäude oder fahren auf dieses zu.

An der Domsingschule ist es morgens gefährlich.

Vor der Domsingschule knubbeln sich morgens Elterntaxis, Autos und Lastenräder. Die Leiterin möchte das Chaos entschärfen und wandte sich an die Politiker. 

Annette Riehm, Leiterin der Domsingschule, beschrieb in der vergangenen Sitzung der Bezirksvertretung Lindenthal ein Wimmelbild, das sich täglich vor ihrer Einrichtung zeigt: Morgens 7.45 Uhr würden aus drei Richtungen Autos zu ihrer Schule an der Clarenbachstraße fahren, aus der Bruckner-, der Kloster- und der Max-Reger-Straße. Sehr viele Kinder würden von ihren Eltern auch per Lastenrad gebracht. Andere seien zu Fuß unterwegs, kämen von der Haltestelle an der Aachener Straße und würden versuchen, die Clarenbachstraße zu queren. Die Schüler und Schülerinnen der nahegelegenen Liebfrauenschule würden ebenfalls diesen Weg nehmen und dort zum Unterricht radeln. Es herrsche ein gefährliches Chaos.

Einbahnstraße und Fußgängerüberwege vor der Schule

Sie bat daher die Bezirksvertretung, sich dafür einzusetzen, dass die Clarenbachstraße eine Einbahnstraße wird und zwei Fußgängerüberwege für die Kinder markiert werden. Die Bezirkspolitik kam dem Wunsch nach und beauftragte die Verwaltung zu prüfen, ob die Anregungen der Schulleiterin umgesetzt werden können. Zudem fasste sie noch einen weiteren Beschluss und erteilte der Verwaltung auch den Auftrag, an einer konkreten Stelle einen Fußgängerüberweg zu markieren, und zwar im Bereich der Kreuzung Brucknerstraße Clarenbachstraße oder alternativ eine Lichtanlage aufzustellen.

Dieser Beschluss entstammte einem Vorschlag der neuen Jugendvertretung in der Bezirksvertretung Lindenthal. Sie sprang in der Sitzung der Schulleiterin der Domsingschule bei: „Ich kann Frau Riehm nur recht geben“, sagte Jugendvertreter und Liebfrauenschüler Nicklas Pütz, „auf der Clarenbachstraße zwischen Kloster- und Brucknerstraße ist es wirklich sehr gefährlich, weil die Autos dort auch nicht langsamer fahren, wenn dort Schüler unterwegs sind.“ Michael Olligschläger, Vorsitzender der CDU-Fraktion, konnte eigene Erfahrungen beisteuern: Die genannte Kreuzung gehöre zum Schulweg sehr vieler Schüler und Schülerinnen und sei morgens durch ein hohes Verkehrsaufkommen geprägt, sagte er. Cornelia Weitekamp (Grüne) sprach ebenfalls ihr Verständnis für die Sorge der Jugendvertreter und der Schulleiterin aus.

Einzugsgebiet der Domsingschule geht weit über das Veedel hinaus

Laut Auskunft von Riehm gibt es einen Grund dafür, warum das Verkehrschaos an ihrer Schule besonders groß ist. Die seit 40 Jahren bestehende Grundschule in Trägerschaft des Erzbistums sei für ihr religiös-musikalisches Angebot regional bekannt und daher keine Stadtteilschule, schilderte sie. Die Schüler und Schülerinnen kämen aus ganz Köln und dem Umland. Wegen der langen Anreise würden die Kinder von ihren Eltern gebracht, mit Autos und Lastenrädern. Die Eltern würden ihre kleinen Kinder ungern allein auf den langen gefährlichen Schulweg schicken, erzählt sie. „Wir sagen den Eltern schon immer: Parkt in der Klosterstraße.“

Der Nachwuchs müsse ja nicht bis vor die Schule gefahren werden. Das absolute Halteverbot vor der Schule würde aber von Elterntaxis ignoriert. Sie würden rangieren und dabei leicht andere Kinder übersehen. Dabei seien gleichzeitig unzählige Schüler und Schülerinnen dort unterwegs. Einige Eltern hätten einen Verkehrsausschuss gegründet und mehrere Hundert Kinder gezählt, die allmorgendlich die Straße queren würden. Die Situation sei gefährlich. Seit Jahrzehnten würde die Schule bereits versuchen, sie zu befrieden, bislang ohne Erfolg. 

„Die Verwaltung hat sich ein Bild vor Ort gemacht“, schreibt Robert Baumanns, Sprecher der Stadt. „Sie prüft nun – wie von der Bezirksvertretung Lindenthal beauftragt – ob die Einrichtung einer Einbahnstraße und eines Fußgängerüberwegs sinnvoll und umsetzbar ist.“ Nach detaillierter Prüfung würde die Verwaltung der Bezirksvertretung ein Konzept zum Beschluss vorlegen. Erst danach könnten allerdings Aussagen gemacht werden, inwieweit das Ganze tatsächlich umgesetzt werde.