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Pfarreien fusionierenVier Kölner Stadtteile werden eine katholische Kirchengemeinde

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Die Nikolauskirche in Dünnwald

Die Nikolauskirche in Dünnwald

Ab September wird Pfarrer Klaus Gertz für Dellbrück, Dünnwald, Höhenhaus und Holweide zuständig sein. Die rechtliche Fusionierung kommt 2029.

„Wir wollen uns die Zeit nehmen, dass das Ergebnis so gut wie möglich ist“, sagt Pfarrer Klaus Gertz überzeugt, „wir wollen ein ausreichendes Angebot gewähren“. Gertz ist bisher leitender Pfarrer der katholischen Gemeinde Heilige Familie Köln-Dünnwald/Höhenhaus.

Zukünftig wird er auch die katholische Kirche Dellbrück/Holweide leiten, denn die Pfarreien fusionieren. Rechtlich wird das erst im Januar 2029 umgesetzt, doch die Teams werden bereits diesen Sommer zusammengeführt. „Die Heilige Familie ist 2010 aus fünf verschiedenen Pfarreien entstanden“, sagt Gertz, „damit haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht und nun erhoffen wir uns das Gleiche.“

Vier Kölner Stadtteile werden zu einer katholischen Gemeinde

Um das zu gewährleisten, möchte sich das Team Zeit nehmen, sich aneinander zu gewöhnen und sich gemeinsam weiterzuentwickeln. Das neue Team wird aus den bisher bestehenden Teams zusammengesetzt. Insgesamt werden dann drei hauptamtliche Priester und drei Referenten dazugehören. Klaus Gertz wird die Leitung des Teams übernehmen. Sebastian Bremer, der gerade in Dellbrück und Holweide leitender Pfarrer ist, habe laut Gertz Lust auf etwas Neues und werde zu einer anderen Gemeinde wechseln. 

Pfarrer Klaus Gertz

Pfarrer Klaus Gertz

Die sieben Kirchen – St. Joseph in Dellbrück, St. Mariä Himmelfahrt in Holweide, St. Nikolaus und St. Hermann-Joseph in Dünnwald sowie Zur Heiligen Familie, St. Johann Baptist und St. Hedwig in Höhenhaus –bleiben bestehen. In allen von ihnen werden weiterhin Gottesdienste stattfinden. „Die Menschen hängen natürlich an ihren Kirchen, deshalb wollen wir sie weiter bespielen“, sagt Gertz, „aber wir werden nicht das gleiche Angebot stemmen können wie bisher.“

Deshalb wird es insgesamt weniger Gottesdienste geben. Weiterhin soll es in allen Kirchen Sonntagsgottesdienste geben, aber nicht jeden Sonntag. In Dünnwald und Höhenhaus werde das bereits teilweise gemacht und funktioniere gut, berichtet Gertz. Die etlichen weiteren Angebote und Einrichtungen, wie Familien- und Jugendzentren, Kitas, Büchereien und Cafés, sollen in jedem Fall bestehen bleiben.

Katholische Kirche verliert Mitglieder und Gelder

Hintergrund für die Fusionierung sei die allgemeine Lage der katholischen Kirche, berichtet Gertz: „Die Mitgliederzahlen gehen zurück und damit die Gelder und es gibt auch immer weniger Seelsorger.“ Die Nachfrage lasse schlichtweg nach, darauf müsse reagiert werden. Zu gegebener Zeit müsse die Gemeinde sich auch überlegen, wie viele Gebäude gehalten werden können, da die Kirchen in ihrer Erhaltung sechsstellige Beträge jährlich bedeuten. „Prinzipiell könnte ich alle, die sonntags zu allen Gottesdiensten kommen, auch in eine Kirche bekommen und hätte noch Platz“, sagt Gertz.

Die Gemeinde werde sich auch in Zukunft immer wieder die Frage stellen müssen, ob den Menschen Spiritualität wichtig ist, gerade mit der Entwicklung der weltpolitischen Lage. „Ich weiß, mir würde etwas sehr Großes fehlen, wenn ich meinen Glauben nicht hätte, aber so geht es eben nicht allen“, sagt Gertz. Er glaube, dass die Kirche, egal welche Konfession, weiterhin eine gute Anlaufstelle sein könnte, und wolle die Rahmenbedingungen schaffen, dass die Menschen, die sie nutzen wollen, das auch im ausreichenden Umfang machen können.

Dafür gab es bereits im März zwei Pfarrversammlungen mit Gemeindemitgliedern, denn sie sollen mitreden und Sorgen mitteilen können. „Im Prinzip war die Grundstimmung dabei gut“, sagt Pfarrer Gertz. Er bleibe zuversichtlich, dass die Fusionierung gut funktionieren werde. Als „Startschuss“ soll dafür das Pfarrfest am zweiten Septemberwochenende dienen. In dem Rahmen wird am 13. September um 11 Uhr im St. Mariä Himmelfahrt ein Gottesdienst stattfinden, bei dem sich das neue Team vorstellen möchte.