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Olympischer MomentErinnerung an die Winterspiele vor 70 Jahren

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Silberne Erinnerungsmedaille von den Winterspielen Cortina d'Ampezzo 1956 im Deutschen Sport- und Olympiamuseum in Köln.

Silberne Erinnerungsmedaille von den Winterspielen Cortina d'Ampezzo 1956 im Deutschen Sport- und Olympiamuseum in Köln. 

Während der Winterspiele Milano Cortina 2026 stellen wir olympische Museumsstücke aus Köln vor – diesmal eine Erinnerungsmedaille.

Eine olympische Siegermedaille hat der mehrfache deutsche Zehnkampf-Meister Karl Ritter von Halt bei seiner Olympiateilnahme 1912 in Stockholm nicht gewonnen, aus dem Nachlass des späteren, wegen seiner Stellung im Nationalsozialismus umstrittenen Sportfunktionärs stammt aber diese silberne Erinnerungsmedaille von den Winterspielen Cortina d'Ampezzo 1956.

70 Jahre später sind die olympischen Wettbewerbe nun in den renommierten Wintersportort in den Dolomiten zurückgekehrt. Bei den Spielen Milano Cortina 2026 geht es für Athletinnen und Athleten aus aller Welt bis zum 22. Februar um Höchstleistungen auf Schnee und Eis. Bei uns geht es 17 Tage lang um Ausstellungsstücke, die im Kölner Sport- und Olympiamuseum in der Sonderausstellung „Höher, schneller, kälter!“ zu sehen sind.

Bei den Winterspielen 1956 in Cortina spricht erstmals eine Athletin den olympischen Eid

Die Ehrenmedaille von 1956 entspricht in Vorder- und Rückseite den Exemplaren für die Siegerinnen und Sieger, ist aber etwas kleiner. In Silber wurde sie an alle Funktionäre ausgegeben, in Gold an die Ehrengäste und in Bronze an die teilnehmenden Sportlerinnen und Sportler. Insgesamt wurden damals 2532 dieser Medaillen verteilt.

Eine Besonderheit der Spiele von 1956 war: Erstmals wurde der olympische Eid von einer Frau gesprochen, von der Alpin-Skirennläuferin Giuliana Chenal Minuzzo. Inzwischen geben nicht nur Athletinnen und Athleten das Versprechen ab, die olympischen Regeln und Werte zu achten und kein Doping zu praktizieren (seit Sydney 2000 Teil des Gelöbnisses), sondern auch Kampfrichter (seit München 1972) und Trainer (seit London 2012).

Beschlossen worden war das Ritual 1914, um zukünftige Verstöße gegen den Amateurparagraphen zu verhindern. Gesprochen wurde der Eid erstmals vom belgischen Fechter Victor Boin bei den Spielen in Antwerpen 1920. „Profisportlerinnen und Profisportler wurden als unehrenhaft gebrandmarkt, da sie die erzieherischen Kerngedanken des Olympismus aushöhlen würden“ – so schreibt es ein Team Kölner Sporthistoriker in dem Buch „Olympische Spiele und Olympische Bewegung? Klare Antworten aus erster Hand“.

Erst 1988 in Seoul durften Profis erstmals offiziell teilnehmen – prompt gewann Steffi Graf Tennis-Gold und vier Jahre später in Barcelona holte das Dream Team der USA mit NBA-Stars um Michael Jordan, Larry Bird und Magic Johnson den Sieg im Basketball.