Maria Riesch gewann bei den Winterspielen 2010 in Vancouver zweimal Gold – aber nicht mit der in Köln ausgestellten Startnummer 22.
Olympischer MomentRennanzug von Deutschlands erfolgreichster Ski-alpin-Olympionikin

Das Deutsche Sport & Olympia Museum in Köln.
Copyright: Alexander Schwaiger
Es war nicht die Nummer 22, mit der Maria Riesch 2010 in Vancouver zu ihrer ersten olympischen Goldmedaille fuhr. Und ihren im Wettkampf getragenen Rennanzug zierten auch nicht bis zur Hüfte die typischen Bogner-Flammen. Dennoch spiegeln der im Deutschen Sport & Olympia Museum in Köln ausgestellte Anzug und die Startnummer den damaligen Look von Deutschlands erfolgreichster Ski-alpin-Olympionikin sehr gut wider.
Am 17. Februar 2010 raste Riesch mit der Startnummer 22 in der olympischen Abfahrt den Hang im bekannten Skigebiet Whistler-Blackcomb im Westen von Kanada, etwa 115 Kilometer nordöstlich von Vancouver, hinunter. Sie wurde Achte. Ihre damals gute Freundin Lindsey Vonn aus den USA, holte den Sieg. Am Tag darauf, diesmal mit der Startnummer 19, gab es in der Super-Kombination Gold für Risch. Vonn wurde in diesem Rennen Dritte.

Rennanzug und Startnummer von Maria Riesch von den Olympischen Winterspielen 2010 in Vancouver.
Copyright: Alexander Schwaiger
Nach Platz acht im Super-G und Platz zehn im Riesenslalom fuhr Riesch am 26. Februar noch den Slalom, diesmal mit der Starnummer 5. Die Garmisch-Partenkirchnerin holte sich ihre zweite Goldmedaille und schaffte es als erste Starterin bei Olympischen Winterspielen, in allen fünf alpinen Skirennen unter die ersten Zehn zu fahren. Am Ende des Jahres wurde sie zu Deutschlands Sportlerin des Jahres gekürt, bei der Wahl hatte sie sich knapp gegen Biathletin Magdalena Neuner durchgesetzt.
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Bei den aktuellen Winterspielen in Mailand und Cortina findet am heutigen Mittwoch das letzte alpine Skirennen statt, der Slalom der Frauen. Anders als 2010 gibt es nur vier Einzel-Disziplinen. Die Einzel-Kombination wurde abgeschafft und durch eine Team-Kombination ersetzt. Hier gewannen die beiden Deutschen Emma Aicher und Kira Weidle-Winkelmann Silber. Beide starten auch im Slalom und Aicher, die auch in der Abfahrt Zweite wurde, zählt zu den Favoritinnen.
Skirennläuferin Maria Riesch gewinnt 2014 wieder olympisches Gold und wird wieder Deutschlands Sportlerin des Jahres
Maria Riesch setzte ihre olympische Erfolgs-Serie vier Jahre nach den Spielen von Vancouver fort. 2014 in Sotschi trug sie bei der Eröffnungsfeier die deutsche Fahne und gewann dann Gold in der Super-Kombination und Silber im Super-G. Nach der Hochzeit mit ihrem Manager mittlerweile als Maria Höfl-Riesch. Seit Anfang 2025 ist das Paar geschieden und Höfl-Riesch ist inzwischen mit dem mehr als 20 Jahre älteren Kreuzfahrtschiffsmanager Johann Schrempf liiert. Im März 2014 gab sie ihr Karriereende bekannt – und wurde im Dezember noch einmal zu Deutschland Sportlerin des Jahres gewählt.
Von 2008 bis 2014, also in sieben aufeinander folgenden Jahren, kam Höfl-Riesch immer unter die ersten drei der Weltcup-Gesamtwertung. Das ist eine herausragende Leistung. Mit dreimal Olympia-Gold und einmal -Silber wird Riesch in der Liste der erfolgreichsten Olympia-Starterinnen im Ski alpin auf dem geteilten dritten Platz geführt. An der Spitze des Rankings steht die Kroatin Janica Kostelić mit viermal Gold und zweimal Silber. Die Deutsche Katja Seizinger ist Fünfte, sie hat in ihrer Karriere dreimal Gold und zweimal Bronze bei Olympischen Spielen gewonnen.
Lindsey Vonn, die wie Riesch 1984 zur Welt kam und nur gut vier Wochen älter ist, kann mit einmal Gold und zweimal Bronze ebenfalls drei olympische Medaillen vorweisen. Die beiden Frauen verband seit ihrer Jugend eine enge Freundschaft, die allerdings mit dem steigenden Konkurrenzdruck abflaute. Dass Vonn in diesem Jahr mit ihrem Comeback noch einmal alles auf den Gewinn einer weiteren Olympia-Medaille setzte, stieß bei Risch auf wenig Verständnis. Der „Rheinischen Post“ sagte sie, es sei „ein Ritt auf Messers Schneide“.
Nach Vonns schwerem Sturz in der Abfahrt, bei dem sie sich einen komplizierten Unterschenkelbruch zuzog, zeigte Höfl-Riesch via „Bild“ dann allerdings viel Anteilnahme: „Das tut mir unheimlich leid für Lindsey. Es ist einfach schade, weil sie so viel investiert hat und mit so viel Herz zurückgekommen ist.“
Anlässlich der Winterspiele Milano Cortina 2026 blicken wir mit der Serie „Olympischer Moment“ in die Historie: 17 Tage lang geht es um Ausstellungsstücke, die im Deutschen Sport & Olympia Museum in Köln in der aktuellen Sonderausstellung „Höher, schneller, kälter!“ zu sehen sind. www.sportmuseum.de

