SKM eröffnet in Porz eine wohnortnahe Beratungsstelle für Suchtkranke. Ein junges Team setzt auf niedrigschwellige Angebote „Vor Ort“.
„Vor Ort“ in PorzDer SKM eröffnet ein Zentrum für Menschen mit Suchterkrankung

Das Team der Beratungsstelle, SKM-Vorstände, Unterstützer und Gratulanten bei der Einweihung des Angebotes „vor Ort“.
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Menschen mit Suchterkrankungen finden in Porz-Mitte jetzt ein neues, niedrigschwelliges Angebot zur Unterstützung. „Vor Ort“ heißt die wohnortnahe Anlaufstelle, die der Sozialdienst katholischer Männer (SKM) nach einem neun Jahre langen Planungs- und Genehmigungsweg eröffnen konnte. Wer von legalen oder illegalen Substanzen abhängig ist, findet im Haus der sozialen Dienste des SKM an der Goethestraße 7 jetzt fachkundige Unterstützung. Das Team aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unter der Leitung von David Tepr bietet Beratung, Begleitung und Hilfen zur sozialen Stabilisierung.
Bei der feierlichen Eröffnung sagte Georg Peters, Leiter des Hauses der Sozialen Dienste des SKM in Porz: „Es sind Orte wie diese, die den Unterschied machen. Sie spenden Hoffnung, Zukunft, wirken leise und nachhaltig“. Der SKM zeige mit der neuen Einrichtung, dass Suchtmittelkonsumierende hier wahrgenommen und nicht an den Rand gedrängt würden. Bei Befragungen der Bevölkerung zur Beschreibung von Porz seien Adjektive wie unattraktiv, asozial und verwahrlost gefallen, aber eben auch Worte wie multikulturell, lebendig, offen. In dieser Diversität tragfähige Lösungen zu erarbeiten, sei die Herausforderung gewesen, der sich der SKM gestellt habe.

Eine Mitarbeiterin und ein Mitarbeiter aus dem „vor Ort“-Team zeigen einen der Beratungsräume, wo Konsumenten anonym Unterstützung finden.
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David Tepr, der Einrichtungsleiter von „vor Ort“ im Haus der sozialen Dienste, dankte dem engagierten Team, das im Vorfeld der Eröffnung schon in der Umgebung für das neue Angebot geworben und Wege geebnet habe. In der Arbeit mit Suchtbetroffenen gehe es darum, die Menschen anzunehmen. Das in vielerlei Hinsicht barrierefreie Angebot nahe der Stadtbahn-Haltestelle Porz Markt sei darauf ausgerichtet.
Wie gut das Haus der sozialen Dienste mit seinen zahlreichen Hilfen, etwa dem Begegnungscafé, ins soziale Leben des Stadtbezirks eingebunden ist, zeigte die Vielfalt der Gäste aus Politik, Verwaltung, Kirchen und sozialen Partnerorganisationen. Elisabeth Quiske, Vorstandsvorsitzende des SKM Köln, Sozialpolitik-Vorstand Jens Röskens und der frühere Vorstand Markus Peters, der intensiv in die Vorbereitungen eingebunden war, zeigten sich froh und erwarten, dass die. „Vor Ort“- Angebote die Betroffenen stärken und sich positiv auf den Stadtteil auswirken. Quiske erinnerte an den schon 2017 gefassten Ratsbeschluss, demzufolge das Angebot in Porz eine Lücke im Hilfekonzept schließen solle. Auf dem schwierigen Weg bis zur Eröffnung sei die Politik stets ein verlässlicher Partner gewesen. So habe sich die verstorbene frühere Bezirksbürgermeisterin Sabine Stiller intensiv für die Beratungsstelle- und Begegnungsstätte eingesetzt.
Der Porzer Bezirksbürgermeister Lutz Tempel zeigte Entschlossenheit, was den weiteren Weg betrifft. „Wir wissen, wir müssen dranbleiben,“ sagte er mit Verweis auf die unsichere Finanzierungsfrage in kommenden Jahren. Margot Denfeld, Leiterin des Kölner Gesundheitsamtes, lobte den Charakter des Angebotes, das ein Miteinander fördere, auf Vertrauen und Freiwilligkeit setze. Betroffene seien immer nur eingeladen, sich Beratung und Hilfe zu holen.
Die Pastoren Berthold Wolff und Rolf Theobold als Vertreter der katholischen und evangelischen Gemeinden segneten den neuen Ort ein und bezeichneten ihn als einen Segen für Porz. Hier werde das Wort von der Liebe zum Nächsten ernst genommen. David Tepr und das junge Team bei „vor Ort“ wollen mit Gesprächsangeboten, Einladungen zur Begegnung im Café, schnellen praktischen Hilfen und auf Wunsch der Vermittlung von Therapien ein vertrauensvolles Miteinander schaffen. Wer Suchtmittel konsumiere, solle hier erfahren dürfen, als Teil der Gesellschaft wahrgenommen und akzeptiert zu sein.
Neue Perspektiven für Suchtkranke und Wege zur Therapie
Die Beratungsstelle in Porz widme sich besonders den Bedürfnissen und Fragestellungen junger Menschen. Ziel sei es, mit ihnen neue Lebensperspektiven zu entwickeln, Problemlösungs- Strategien zu erarbeiten und auf Wege zu Therapien zu ebnen. Das Angebot umfasst Begleitung bei Fragen zu Themen wie wohnen, Arbeiten, Finanzen, Gesundheit und soziale Teilhabe. Die Beratung und Hilfe wird anonym geleistet , geöffnet ist „Vor Ort“ montags, dienstags, donnerstags und freitags von 12 bis 16 Uhr, mittwochs von 13 bis 16 Uhr und sonntags von 12 bis 16 Uhr. Eine offene Sprechstunde ist dienstags von 14 bis 16 Uhr. die Beraterinnen und Berater sind auch unter Tel. 02203/95536-35 und online zu erreichen.

