Carolin Kebekus ist 2013 aus der katholischen Kirche ausgetreten. Die Gründe, und was sie besonders stört, beschreibt sie in einem Gastbeitrag.
Gastbeitrag zur katholischen KircheDie Diskriminierung der Frauen durch machtgeile Männer ist nicht akzeptabel

Comedian und Autorin Carolin Kebekus mochte das Gemeindeleben, trat aber dennoch aus der Kirche aus. (Archivbild)
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Ich bin als „kölsch-katholische“ Christin in einer lebendigen Gemeinde aufgewachsen, aber 2013 aus der katholischen Kirche ausgetreten. Obwohl ich das Gemeindeleben geliebt habe, habe ich die Kluft zwischen dem Predigen der Nächstenliebe und dem tatsächlichen Auftreten der mächtigen Männer nicht ausgehalten. Die Diskriminierung der Frauen in der römisch-katholischen Kirche und der Umgang mit Missbrauch sind für mich nicht akzeptabel. Unvorstellbar, dass eine Institution, die Gerechtigkeit als zentrale Botschaft vertritt, Frauen im 21. Jahrhundert immer noch missachtet.
Auch wenn viele Menschen die Kirche verlassen, ist ihr Einfluss in vielen Bereichen ungebrochen. Ihre Haltung zu Abtreibung beeinflusst immer noch Entscheidungen auf höchster politischer Ebene. Die Debatte um die Berufung der Potsdamer Rechtswissenschaftlerin Frauke Brosius-Gersdorf an das Bundesverfassungsgericht wurde auch von Bischöfen befeuert. Katholiken ließen sich in dieser beispiellosen Schmutzkampagne vor den Karren der neuen Rechten spannen.
Gerade in Zeiten, in denen wir weltweit ein Rollback auch bei den Frauenrechten beobachten, wäre es ein starkes Signal, wenn die katholische Kirche sich auf ihre Wurzeln besinnen und Frauen und Männer endlich gleich behandeln würde. Wie toll wäre es, wenn wir in diesen herausfordernden Zeiten gerade, eine Kirche hätten, die sich wirklich für alle Menschen einsetzen und für alle Menschen gleichermaßen ein Zuhause sein könnte!
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Die tiefsitzende Frauenfeindlichkeit in der Kirche kann ich mir nur damit erklären, dass die, die das Sagen haben, um ihre Macht fürchten. Sie setzen darauf, dass sie mit Rollenbildern von gestern Frauen von heute klein halten können. Aber da liegen sie falsch, und sie verdrehen die christliche Botschaft. In diesem Punkt bin ich ganz bibeltreu: Wäre Jesus am Ostermorgen nicht Maria Magdalena erschienen und hätte sie die Botschaft der Auferstehung nicht verbreitet, wären die Jünger hinter verschlossenen Türen sitzen geblieben. Ohne Frauen kein Glaube, keine Kirche, kein Aufbruch und keine Zukunft.
Carolin Kebekus, geb. 1980, ist Komikerin, Moderatorin und Buchautorin. In der ARD hat sie eine eigene Show. (jf)
Lesung und Gespräch mit Carolin Kebekus über ihr aktuelles Buch „8000 Arten, als Mutter zu versagen. Moderation: Julia Schöning (WDR) Freitag, 6.2.2026, 19:00 Uhr, Filmhaus Köln, Maybachstraße 111, 50670 Köln.
Der Benefizabend zugunsten des Vereins „Umsteuern!“ für Betroffene sexualisierter Gewalt im Raum der Kirche ist ausverkauft. Für Leserinnen und Leser des „Kölner Stadt-Anzeiger“ verlosen wir 3x2 Karten. Die Gewinner werden benachrichtigt. info@um-steuern.org


