Vier Studierende wurden 2022 brutal getötet. Neue Details zu den Verletzungen werfen Fragen nach dem Motiv von Bryan Kohberger auf.
„Psychosexuelle Fantasie“Experte mit neuer Theorie zum Motiv von Bryan Kohberger

Bryan Kohberger: Der Mann, der Kriminologie studierte – und tötete. (Archivbild)
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Bryan Kohberger hat das Motiv für den Mord an vier Studierenden im US-Bundesstaat Idaho bis heute nicht öffentlich erklärt. Neue Auswertungen der Verletzungen der Opfer könnten nun Hinweise liefern. Darüber berichtet die britische „Daily Mail“ unter Berufung auf einen forensischen Psychologen.
Bryan Kohberger: Vierfachmorde erschütterten die USA
Kohberger hatte im November 2022 drei Studentinnen und einen Studenten der University of Idaho in Moscow getötet. Im Juli 2025 wurde er zu viermal lebenslanger Haft ohne Möglichkeit auf Bewährung sowie zu zehn Jahren Haft wegen Einbruchs verurteilt.
Er gestand die Taten, um der Todesstrafe zu entgehen, äußerte sich jedoch nie zu einem möglichen Motiv. Der spektakuläre Kriminalfall wurde unter anderem in der Doku-Serie „Eine Nacht in Idaho“ auf Prime Video verarbeitet.
Forensischer Psychologe spricht von gezielter psychosexueller Fantasie
Der forensische Psychologe Gary Brucato sieht in der Art und Anzahl der Verletzungen Hinweise auf eine gezielte Tat gegen eine bestimmte Person. „Dies war eine gezielte psychosexuelle Fantasie, die wahrscheinlich auf eine bestimmte Person in dem Haus abzielte“, sagte er der „Daily Mail“.
Nach seiner Einschätzung könnte Madison Mogen das ursprüngliche Ziel gewesen sein. Als Kohberger jedoch auf weitere Personen traf, habe sich die Situation eskaliert.
In den frühen Morgenstunden des 13. November 2022 war der damals 28-Jährige laut Ermittlungen durch eine Schiebetür in das Wohnhaus eingedrungen. Er griff zunächst zwei junge Frauen im dritten Stock an.
Anschließend tötete er im zweiten Stock ein weiteres Paar. Eine am Tatort zurückgelassene Messerscheide mit seiner DNA führte später zu seiner Identifizierung und Festnahme.
Laut Autopsieberichten variierte die Zahl der Stichverletzungen deutlich. Brucato interpretiert dies als Hinweis auf eine zunehmende Eskalation der Gewalt im Tatverlauf.
Bis heute mysteriös: Eine direkte Beziehung zwischen Täter und Opfern wurde nie festgestellt. Allerdings hatten Ermittler festgestellt, dass sich Kohberger in den Monaten vor der Tat wiederholt in der Nähe des Hauses aufgehalten hatte. Ende Dezember 2022 wurde er in Pennsylvania festgenommen. (jag)

