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Busfahrer im FeierabendLufthansa-Passagiere müssen frostige Nacht im engen Airbus ausharren

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Ein Flugzeug der Lufthansa steht am Flughafen München.

Auf dem Flughafen München erlebten viele Passagiere vergangene Woche eine Horror-Nacht. (Archivfoto)

Erst in den frühen Morgenstunden wurden die Passagiere mit Bussen zurück zum Terminalgebäude gefahren.

Ein heftiger Wintereinbruch hat in der Nacht zum Freitag (20. Februar) für chaotische Zustände am Münchner Flughafen gesorgt. Wie RTL.de zuerst berichtete, mussten rund 500 Passagiere auf fünf Flugzeugen verteilt die ganze Nacht in bereits startklaren Flugzeugen auf dem Vorfeld ausharren, weil ihre Flüge wegen starken Schneefalls kurzfristig gestrichen wurden. Ein fahrbereiter Bus konnte nicht aufgetrieben werden.

Allein 123 Passagiere eines Lufthansa-Flugs nach Kopenhagen (Flug LH 2446) mussten von Donnerstag auf Freitag in einem parkenden Airbus A320 auf einer Außenposition übernachten. Am Montag entschuldigte sich der Münchner Flughafen für die Vorfälle.

Familie aus Dänemark schimpft über die Lufthansa

Eine vierköpfige Familie aus Dänemark schilderte gegenüber der dänischen Zeitung „Ekstra Bladet“ ihre Erlebnisse. Dabei machen sie der deutschen Fluggesellschaft schwere Vorwürfe. „Es gab weder ausreichend Essen noch Trinken für uns und unsere kleinen Kinder und auch keine Decken“, schimpfte der Vater.

Wie ein Sprecher der Lufthansa mitteilte, befanden sich die Passagiere bereits an Bord, als die Entscheidung fiel, den Flugbetrieb einzustellen. Obwohl für einige Verbindungen Sondergenehmigungen für einen Start nach Beginn des Nachtflugverbots um Mitternacht vorlagen, machte der anhaltende Schneefall einen sicheren Abflug unmöglich.

Passagiere harren über Nacht in Lufthansa-Airbus auf dem Vorfeld aus

Für die gestrandeten Passagiere gab es jedoch kein Zurück ins Terminal. Laut Angaben des Flughafens waren zu diesem Zeitpunkt bereits alle Parkpositionen am Terminal belegt und die Buskapazitäten auf dem Vorfeld erschöpft. Eine genaue Begründung, warum keine Busse für den Rücktransport zur Verfügung standen, wurde nicht gegeben.

Erst in den frühen Morgenstunden, nach stundenlangem Warten in den Maschinen, wurden die Passagiere schließlich mit Bussen zurück zum Terminalgebäude gefahren. Betroffen waren nach Angaben der Lufthansa drei ihrer eigenen Flüge sowie zwei der Tochtergesellschaft Air Dolomiti.

Flughafen München: Busfahrer alle im Feierabend

Warum keine Busse vorhanden waren, die die Passagiere zum Terminal bringen konnten, konnte der Sprecher der Lufthansa nicht sagen. Für die Organisation der Busse sei der Flughafen zuständig.

Hunderte Passagiere erleben Albtraum am Münchner Flughafen

Dieser war für weitere Nachfragen zu dem Vorfall zunächst am Sonntag nicht zu erreichen. Der Flughafen bedauerte die Vorkommnisse. „Wir bedauern die damit entstandenen Unannehmlichkeiten sehr“, hieß es von offizieller Seite. Mit dem angekündigten Wetterumschwung entspannt sich die Lage im Reiseverkehr nun wieder.

Laut Flughafen hatten die Schneefälle am Donnerstag über den gesamten Tag für Verspätungen und Ausfälle gesorgt. 100 Flüge wurden gestrichen. Am Abend erhielten einige Flüge eine Sondergenehmigung, um auch noch nach Mitternacht bis 1 Uhr starten zu können. In München gilt normalerweise zwischen 0 und 5 Uhr ein Nachtflugverbot. (mbr)