Umbach machte deutlich, dass die Sorgen vieler deutscher Urlauber nicht aus der Luft gegriffen seien, was die Kerosinversorgung angeht.
„Ja, sie ist berechtigt“Angst um den Sommerurlaub? Energie-Experte warnt bei Lanz

Politologe Frank Umbach erklärte bei „Markus Lanz“, dass die Kerosinversorgung nicht unbedingt so gesichert sei, wie Katherina Reiche behauptet hat. (Bild: ZDF / Cornelia Lehmann)
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Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche gab nach einem kürzlichen Treffen mit Vertretern der Luftfahrtbranche Entwarnung: Die Kerosinversorgung in Deutschland sei gesichert. Dennoch schlagen Experten bis heute Alarm. Bei „Markus Lanz“ wurde am Mittwochabend (22. April) darüber diskutiert, wie belastbar die Zusagen der Politik überhaupt noch sind und was Reisende in den kommenden Monaten erwartet. „Die Lufthansa hat gestern angekündigt, 20.000 Kurzstreckenflüge bis Oktober zu streichen“, so der ZDF-Moderator. Ob die Angst vor dem geplatzten Sommerurlaub deshalb real sei?
Politologe Frank Umbach bejahte dies grundsätzlich: „Ja, sie ist berechtigt, wobei die jetzigen Flugstornierungen noch nicht das Resultat von Verknappungen sind, sondern eher das Resultat (...) der steigenden Kerosinpreise.“ Genau dort setzte Lanz an und verwies auf Katherina Reiches Aussagen, die Versorgungssicherheit sei „gewährleistet“, „sowohl bei Benzin, bei Diesel, als auch bei Kerosin“. Umbach reagierte hörbar skeptisch: „Das ist ein Best-Case-Szenario, muss man ganz klar sagen.“ Aus seiner Sicht stehe die Welt vor einer strukturellen Lücke, die nicht mal eben geschlossen werden könne.
Experte warnt, was für den Öl- und Treibstoffmarkt besonders gravierend wäre
„Diese Versorgungslücke, die wir nun weltweit haben“ müsse erst aufgefüllt werden - „und das ist dann ein Prozess, der sich nicht nur über wenige Wochen, sondern Monate - möglicherweise ein bis zwei Jahre hinzieht“, so der Experte für Energiesicherheit. Lanz hakte schockiert nach: „Ein, zwei Jahre?!“ Umbach blieb bei seiner Einschätzung und dämpfte jegliche Hoffnungen auf eine schnelle Entspannung bei den Preisen: „Es ist jedenfalls nichts, wo wir jetzt erwarten können, dass wir innerhalb der nächsten Monate oder bis Ende des Jahres wieder auf ein Preisniveau zurückkommen wie (...) vor dem jetzigen Irankrieg.“ Lanz brachte die Stimmung im Studio auf den Punkt: „Ist das bitter!“

Autor Klaus Brinkbäumer (r.) offenbarte bei „Markus Lanz“, wie die amerikanische Bevölkerung den Irankrieg mittlerweile einschätze. (Bild: ZDF / Cornelia Lehmann)
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Dann wollte der Moderator wissen, wie schlimm es noch werden könnte: „Was ist denn der 'worst case'?“ Umbach nannte ein Szenario, das besonders für den Öl- und Treibstoffmarkt gravierend wäre: „Wenn diese Durchfahrt durch die Straße von Hormus jetzt über Monate (...) immer noch blockiert wäre. Weil mit jedem Tag verschärft sich dann natürlich die Situation und die Verknappungen werden dann entsprechend einsetzen.“
Nahost-Expertin warnt: „Die werden kämpfen, bis sie sterben“
Darüber hinaus warnte Umbach vor geopolitischen Folgeeffekten, die über die Region hinausreichen könnten: „Es könnte jetzt eben zu einer Eskalation auch der US-chinesischen Beziehung führen, nämlich dann, wenn sich das zunehmend dann gesamtwirtschaftlich auch auf China auswirkt.“

Nahost-Expertin Natalie Amiri gab zu verstehen, dass der Iran sich zwar „im freien Fall“ befinde, die Revolutionsgarde jedoch „weder Kompromiss noch Kapitulation“ kenne. (Bild: ZDF / Cornelia Lehmann)
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Nahost-Expertin Natalie Amiri bestätigte die grundsätzliche Gefahr weiterer Zuspitzung und ergänzte, der Iran befinde sich seit dem Krieg ebenfalls „im freien Fall“. Mit Blick auf die Revolutionsgarde, die „weder Kompromiss noch Kapitulation“ kenne, sagte Amiri: „Die werden kämpfen, bis sie sterben - auf Kosten der Bevölkerung!“
Auch Autor Klaus Brinkbäumer blickte sorgenvoll auf die politische Dimension - vor allem in den USA. Seiner Einschätzung nach werde der Irankrieg in der amerikanischen Bevölkerung inzwischen sehr „kritisch gesehen“. Der Grund? „Es wird wahrgenommen, dass Trump den Krieg nicht erklären kann. Dass er kein Ausstiegsszenario hat.“ (tsch)

