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PilotenstreikZahlreiche Flugausfälle an NRW-Airports

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Eine Tafel zeigt im Flughafen Köln/Bonn annullierte Flüge der Fluggesellschaft Eurowings. Einzig ein Flug nach Dschidda ist davon ausgenommen.

Eine Tafel zeigt im Flughafen Köln/Bonn annullierte Flüge der Fluggesellschaft Eurowings. Einzig ein Flug nach Dschidda ist davon ausgenommen. 

Streik an den Flughäfen in NRW - Wer mit Eurowings oder Lufthansa fliegt, der muss um seine Verbindung bangen: Lufthansa-Piloten sind im Arbeitsausstand, daher heben viele Maschinen gar nicht ab. 

Wegen des Pilotenstreiks bei der Lufthansa-Gruppe haben viele Reisende zum Wochenauftakt an den beiden größten Flughäfen Nordrhein-Westfalens umplanen müssen. In Düsseldorf fielen am Montag laut Airport-Website 46 Starts der Lufthansa-Tochter Eurowings aus und damit knapp die Hälfte der geplanten 96 Starts. Die gleichen Zahlen gab es bei den Landungen.

Außerdem nutzt die Lufthansa Düsseldorf für Zubringer-Flüge nach Frankfurt und München. Nur einer von 16 Abflügen fand am Montag statt, die geplanten zehn Ankünfte wurden komplett abgesagt.

Ähnlich gravierend waren die Auswirkungen der Arbeitsniederlegung in Köln/Bonn. Am dortigen Airport fielen alle vier Starts und vier Landungen von Lufthansa-Maschinen aus. Von 34 Eurowings-Abflügen wurden nur 15 durchgeführt, von 32 Ankünften fielen 18 aus. Für Dienstag wird ebenfalls mit Ausfällen an den beiden Flughäfen gerechnet. Reisenden wird geraten, sich über den aktuellen Status ihres Fluges direkt bei den Airlines zu erkundigen.

Streik dauert noch den kompletten Dienstag

Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hat ihre Mitglieder bei der Deutschen Lufthansa AG, der Lufthansa Cargo AG, der Lufthansa Cityline GmbH sowie der Eurowings GmbH zum Streik aufgerufen. Der Ausstand soll von Montag 00.01 Uhr bis Dienstag 23.59 Uhr andauern. Bei Eurowings wird demnach nur am Montag gestreikt; betroffen sind alle Flüge, die von deutschen Flughäfen starten.

Die Pilotengewerkschaft fordert Verbesserungen bei der betrieblichen Altersvorsorge der Piloten und kritisiert eine fehlende Gesprächsbereitschaft der Lufthansa.

Nahost-Flüge von Streik ausgenommen

„Lufthansa arbeitet mit Hochdruck daran, die Auswirkungen für unsere Fluggäste so gering wie möglich zu halten“, erklärte der Konzern. „Wir versuchen, so viele Flüge wie möglich von anderen Airlines der Lufthansa Group und Partner-Airlines durchführen zu lassen.“ Zur Lufthansa gehören eine Reihe weiterer Airlines wie Swiss, Brussels, Austrian, Air Dolomiti, Discover und Ita Airways.

Nach Angaben des Konzernsprechers können über alle Airlines gesehen an den beiden Streiktagen rund 75 Prozent aller Flüge stattfinden. Die VC hatte angekündigt, wegen der „aktuellen Situation im Nahen Osten“ Flüge aus Deutschland in mehrere Länder vom Streik auszunehmen - nämlich nach Aserbaidschan, Ägypten, Bahrain, Irak, Israel, Jemen, Jordanien, Katar, Kuwait, Libanon, Oman, Saudi-Arabien und in die Vereinigten Arabischen Emirate.

Der Konzern kritisierte den Streikaufruf deutlich. Die Kernforderung der Gewerkschaft „nach Verdopplung einer ohnehin schon überdurchschnittlichen und exzellenten betrieblichen Altersvorsorge ist absurd und unerfüllbar“, erklärte das Unternehmen. Passagiere forderte der Konzern auf, sich über ihren Flugstatus zu informieren. Erst am Freitag waren wegen eine Streiks des Kabinenpersonals viele Lufthansa-Flüge ausgefallen. Dazu hatte die Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) aufgerufen. (mit afp/dpa)