Der rumänische ESC-Song „Choke Me“ steht in der Kritik. Einige sehen darin eine Verharmlosung gefährlicher Sexualpraktiken.
Umstrittener SongtextKritik am ESC-Song „Würg mich“ – Beitrag sorgt für Wirbel

Alexandra Capitanescu tritt für Rumänien beim Eurovision Song Contest an.
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Laut „The Guardian“ sorgt der rumänische Beitrag für den Eurovision Song Contest 2026 bereits im Vorfeld für Diskussionen. Die Sängerin Alexandra Capitanescu tritt mit dem Titel „Choke Me“ (auf Deutsch: „Würg mich“) an. Der Songtitel hat deshalb Kritik ausgelöst. Einige Beobachter werfen dem Lied vor, Gewalt oder gefährliche Sexualpraktiken zu verharmlosen.
Eine zitierte Rechtsprofessorin sprach gegenüber der Zeitung von einer möglichen „alarmierenden Missachtung der Gesundheit und des Wohlbefindens junger Frauen“. Clare McGlynn von der Durham University kritisierte dabei insbesondere die wiederholt sexualisierte Botschaft des Songtitels.
ESC 2026: Songtext von „Choke Me“ löst Kritik aus
Im Mittelpunkt der Kritik stehen mehrere Zeilen des Liedes. Im Refrain singt Capitanescu unter anderem: „All I need is your love, I want it to choke me“ (auf Deutsch etwa: „Alles, was ich brauche, ist deine Liebe, ich will, dass sie mich würgt“) sowie „Love me, make my lungs explode“ („Lieb mich, bring meine Lungen zum Explodieren“).
Zudem findet sich die Zeile „Born for you to control“ („Geboren, damit du mich kontrollierst“). Kritiker wie McGlynn sehen darin zusammen mit dem Refrain mögliche Anspielungen auf Strangulation sowie auf dominante Sexualpraktiken, wie sie auch im BDSM-Kontext vorkommen.
Alexandra Capitanescu verteidigt ESC-Song: „Metapher für überwältigende Liebe“
Die Sängerin selbst weist den Vorwurf zurück, Gewalt zu verharmlosen. Anfang März erklärte Capitanescu, Titel und Refrain ihres Songs seien nicht wörtlich gemeint. „Choke Me“ stehe vielmehr sinngemäß für eine Liebe, die einen emotional überwältige oder „den Atem raube“.
Kunst dürfe nicht zensiert werden, solange niemand dadurch zu Schaden komme, argumentierte sie. Aus ihrer Sicht handelt es sich bei der Formulierung um eine poetische Übertreibung, wie sie in vielen Popsongs vorkomme.
Eurovision Song Contest 2026 in Wien – mögliche Folgen der Kontroverse offen
Ob die Diskussion Auswirkungen auf den Wettbewerb haben wird, ist derzeit unklar. Die Europäische Rundfunkunion (EBU) verwies laut Berichten auf den rumänischen Sender TVR, der den Beitrag verantwortet. Offizielle Beschwerden anderer Teilnehmerländer sind bislang nicht bekannt.
Der Eurovision Song Contest findet am 16. Mai 2026 in Wien statt. Schon in den vergangenen Jahren kam es immer wieder zu Kontroversen um Songtitel oder Textzeilen, etwa wenn Begriffe doppeldeutig verstanden wurden oder in anderen Sprachen eine andere Bedeutung hatten.
So sorgte 2025 auch der Beitrag aus Malta für Diskussionen: Der Song „Kant“ („Gesang“) erinnerte im Englischen stark an einen vulgären Ausdruck für das weibliche Geschlechtsorgan.

