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„Habe alles hingeschmissen“Fürstin Charlène spricht über schmerzhafte „Narbe“

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Eine Teilnahme an den Olympischen Sommerspielen 2004 blieb Fürstin Charlène verwehrt - trotz sportlicher Qualifikation. (Bild: Getty Images / Pascal Le Segretain)

Eine Teilnahme an den Olympischen Sommerspielen 2004 blieb Fürstin Charlène verwehrt - trotz sportlicher Qualifikation. (Bild: Getty Images / Pascal Le Segretain)

Große Enttäuschung statt Karrierehöhepunkt: 2004 musste Fürstin Charlène eine bittere Pille schlucken. Eine Nichtnominierung für Olympia beschäftigt sie bis heute.

Es sollte das große Karriere-Highlight von Fürstin Charlène werden: die Olympischen Sommerspiele 2004 in Athen. Doch statt der Krönung nach vier Jahren akribischer Vorbereitung folgte die bittere Enttäuschung. Trotz ausreichender sportlicher Qualifikation wurde die Ex-Leistungsschwimmerin von ihrem Heimatland Südafrika nicht für die Wettkämpfe nominiert. „Ich hatte die Qualifikationskriterien erfüllt, aber aus politischen Gründen änderte der Verband diese“, erklärte die heute 48-Jährige gegenüber der französischen Sportzeitung „L'Équipe“.

„Vier Jahre Arbeit waren dahin, obwohl dies der Höhepunkt meiner Karriere hätte sein sollen“, erinnerte sich Charlène „Von einem Tag auf den anderen habe ich alles hingeschmissen.“ Durch den sportlichen Einschnitt seien ihr damals zudem alle Sponsoren flöten gegangen. „Ich weiß nicht, wie ich diese Enttäuschung überwinden konnte“, schilderte die Fürstin im Interview die psychischen Folgen des sportlichen Aus. „Die Sonne scheint immer noch, aber die Narbe ist da.“

Wegen Schulterproblemen: 2008 musste Charlène ihre Schwimmkarriere beenden

Zu den Hintergründen der Entscheidung Südafrikas führte Fürstin Charlène aus: „In Athen hat das südafrikanische Olympische Komitee keine Schwimmerinnen ausgewählt. Sie wollten unbedingt eine Baseballmannschaft haben.“ Dabei habe letztere Sportart eigentlich gar keine Tradition in dem afrikanischen Staat.

Immerhin: 2007 war Charlène noch ein Titel vergönnt. Bei den südafrikanischen Meisterschaften ließ sie auf der 50-Meter-Rücken-Distanz alle Konkurrentinnen hinter sich. Der Traum einer erneuten Olympia-Teilnahme erfüllte sich jedoch nicht mehr: Anhaltende Schulterprobleme verhinderten, dass Charlène 2008 dabei sein konnte. Stattdessen musste sie ihre Karriere im Becken beenden.

Was bleibt, ist der fünfte Platz in der 4-mal-100-Meter-Lagenstaffel bei den Olympischen Spielen im Jahr 2000. Auch wenn das südafrikanische Quartett das Podium verpasste, habe sich das Rennen damals „wie ein Sieg“ angefühlt, ließ Fürstin Charlène im Interview mit „L'Équipe“ wissen. (tsch)