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„Sie sollte nicht sprechen“Ex-Familienmitglied greift Königin Letizia frontal an

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Königin Letizia spricht bei einer Veranstaltung

Königin Letizia von Spanien spricht an einem Pult vor blauem Hintergrund (Symbolbild)

TV-Eklat in Spanien: Ein früheres Familienmitglied greift Königin Letizia scharf an – und erntet heftigen Widerspruch live im Studio.

Wie die spanische Zeitung „20minutos“ berichtet, hat Álvaro de Marichalar in der bei Antena 3 ausgestrahlten Sendung „Y ahora Sonsoles“ deutliche Kritik an Königin Letizia geäußert. Er war über seinen Bruder Jaime de Marichalar mit dem spanischen Königshaus verbunden: Jaime war von 1995 bis 2010 mit Prinzessin Elena verheiratet, der Schwester von König Felipe VI. Damit gehörte Álvaro de Marichalar während dieser Ehe zum erweiterten familiären Umfeld der Royals.

TV-Debatte bei Antena 3: Moderatorin widerspricht Letizia-Kritik

In der Sendung stellte er die öffentliche Rolle der Monarchin grundsätzlich infrage und formulierte seine Kritik ungewöhnlich scharf. Wörtlich sagte er: „Es ist gut, solange sie schweigt, aber wenn sie spricht, geht sie viel zu weit, denn sie sollte nicht sprechen.“ Weiter führte er aus: „Die Verfassung erlaubt ihr nicht zu sprechen, das ist nicht ihre Rolle. Ihre Rolle ist es, Gemahlin zu sein, sie muss zu nichts eine Meinung abgeben.“ Bereits zuvor hatte er betont: „Ein Schwager oder Schwiegersohn des Königs darf niemals, zu keinem Zeitpunkt, zu niemandem etwas sagen.“

Moderatorin Sonsoles Ónega reagierte in „Y ahora Sonsoles“ unmittelbar und deutlich. Sie widersprach ihrem Gast mit den Worten: „Du willst, dass die Königin ihr Leben lang den Mund nicht aufmacht – und das wird nicht passieren.“ Zudem machte sie klar, dass die Monarchin eine repräsentative Aufgabe habe. Der Schlagabtausch entwickelte sich zu einer kontroversen Debatte über die Rolle der Königin und die Frage, wie weit öffentliche Stellungnahmen innerhalb einer konstitutionellen Monarchie gehen dürfen.

Auch Altkönig Juan Carlos I. gerät in die Kritik

Der frühere König Juan Carlos und seine Frau Sofia im Jahr 2019.

Der frühere König Juan Carlos und seine Frau Sofia im Jahr 2019. (Archivbild)

Neben Letizia äußerte sich Marichalar laut „20minutos“ auch kritisch über Altkönig Juan Carlos I. Er erklärte, der frühere Monarch habe durch persönliche Entscheidungen an Ansehen eingebüßt und „seine Größe verloren“. Zudem stellte er die Auffassung auf, ein König dürfe keine Fehler machen, da er eine Vorbildfunktion habe. Bereits in der Vergangenheit hatte Marichalar wiederholt öffentlich Stellung zum spanischen Königshaus bezogen.

Monarchie in Spanien: Politische Neutralität und Modernisierungsdebatte

Spanien ist eine parlamentarisch-konstitutionelle Monarchie, in der vom Königshaus politische Neutralität erwartet wird. Mitglieder der Königsfamilie beteiligen sich nicht an Wahlen. Gleichzeitig hat sich die öffentliche Rolle der Monarchie in den vergangenen Jahren weiterentwickelt.

In welchem Umfang sich Königin Letizia oder König Felipe VI. zu gesellschaftlichen Themen äußern, ist Teil einer anhaltenden Debatte über Transparenz und Modernisierung der Institution. Die jüngsten Äußerungen von Marichalar haben diese Diskussion erneut verstärkt. (jag)