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„Tatort“-Kommissar wird 65So sah Dietmar Bär in seiner ersten Rolle aus

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Nicht nur als „Tatort-Kommissar beliebt: Schauspieler Dietmar Bär feiert am 5. Februar seinen 65. Geburtstag. (Bild: Radio Bremen / Frank Pusch)

Nicht nur als „Tatort-Kommissar beliebt: Schauspieler Dietmar Bär feiert am 5. Februar seinen 65. Geburtstag. (Bild: Radio Bremen / Frank Pusch)

Früher Hooligan im „Tatort“, heute einer der dienstältesten Kommissare der ARD-Reihe: Dietmar Bär, der am 5. Februar 65 wird, kann auf eine bewegte Vergangenheit zurückblicken.

In Dominik Grafs Jugendfilm „Treffer“ (1984) spielte Dietmar Bär (Bild Mitte, mit Maximilian Wigger, links, und Tayfun Bademsoy) seine erste große Rolle. (Bild: Bavaria Film)

In Dominik Grafs Jugendfilm „Treffer“ (1984) spielte Dietmar Bär (Bild Mitte, mit Maximilian Wigger, links, und Tayfun Bademsoy) seine erste große Rolle. (Bild: Bavaria Film)

Seit fast drei Jahrzehnten ist er als Freddy Schenk im Kölner „Tatort“ zu sehen: Gemeinsam mit Klaus J. Behrendt bildet Dietmar Bär nicht nur eines der dienstältesten, sondern auch der beliebtesten Teams der ARD-Krimireihe. Der gebürtige Dortmunder feiert am 5. Februar seinen 65. Geburtstag - an eine „Tatort“-Rente denkt er aber weiterhin nicht: „Solange man uns haben will, wollen wir noch ein bisschen weitermachen“, sagte Bär 2022 im teleschau-Interview. Auch das positive Feedback ermuntere Behrendt und ihn: „Da sagen mir die Leute dann: 'Hey, danke, ihr macht diese normalen Filme.'“ Dass er heute in einer Rolle als verlässlicher und loyaler Polizeibeamter das Publikum begeistert, war zu Beginn seiner Karriere allerdings nicht unbedingt abzusehen.

Im Schimanski-“Tatort“ „Zweierlei Blut“ (1984) verkörperte BVB-Fan Dietmar Bär (Bild, Mitte) einen MSV-Duisburg-Hooligan. (Bild: IMAGO / United Archives)

Im Schimanski-“Tatort“ „Zweierlei Blut“ (1984) verkörperte BVB-Fan Dietmar Bär (Bild, Mitte) einen MSV-Duisburg-Hooligan. (Bild: IMAGO / United Archives)

1961 als Sohn eines Fleischers in Dortmund geboren, war zumindest die Karriere als BVB-Fan vorhersehbar: „Ich bin in der Nähe des Westfalenstadions zwischen Feuersalamandern und Hornissen aufgewachsen. Leider ließ mich meine Mutter nicht in einen Verein, so wurde ich nur Straßenfußballer“, erinnerte er sich im teleschau-Interview. Auch politisch engagierte er sich früh, in seiner Jugend wurde er Mitglied der Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend, wie er 2013 bei „Markus Lanz“ erzählte. Zudem entdeckte er bereits in der Schulzeit seine Begeisterung für die Bühne. Er spielte Theater und war Teil der Punkband Planlos durch die 80er. Nach dem Abitur zog er nach Bochum und schloss 1985 seine Ausbildung an der Westfälischen Schauspielschule ab.

Seit 1997 ein gut eingspieltetes Paar: Die Hauptkommissare Max Ballauf (Klaus J. Behrendt, links) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) ermitteln seit fast 30 Jahren im „Tatort“ Köln. (Bild: ARD / WDR / Uwe Stratmann)

Seit 1997 ein gut eingspieltetes Paar: Die Hauptkommissare Max Ballauf (Klaus J. Behrendt, links) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) ermitteln seit fast 30 Jahren im „Tatort“ Köln. (Bild: ARD / WDR / Uwe Stratmann)

Noch während seiner Ausbildung stand Bär erstmals vor der Kamera. Im Jugendfilm „Treffer“ (1984) von Regisseur Dominik Graf übernahm er als Motorradverkäufer seine erste Hauptrolle. Kurz darauf folgte ein früher Auftritt im Schimanski-“Tatort“ „Zweierlei Blut“ - allerdings nicht als Ermittler, sondern als Anführer einer Hooligan-Bande des MSV Duisburg. Eine kleinere, aber durchaus aufsehenerregende Rolle, bei der Bär am Ende wortwörtlich die Hosen herunterlassen musste.

„Tatort“: Behrendt wollte Bär als „Partner auf Augenhöhe“

Auch im Kino war Dietmar Bär (Bild, vorne) immer wieder zu sehen, etwa in der Ruhrpott-Komödie „Was nicht passt, wird passend gemacht“ (2002). (Bild: Senator Film)

Auch im Kino war Dietmar Bär (Bild, vorne) immer wieder zu sehen, etwa in der Ruhrpott-Komödie „Was nicht passt, wird passend gemacht“ (2002). (Bild: Senator Film)

„Man sieht nur Elend, Tod, Folter und traumatisierte Menschen“: Im ZDF-Film „Für meine Tochter“ spielte Dietmar Bär einen Deutschen auf der Flucht. (Bild: ZDF / Moritz Schultheiß)

„Man sieht nur Elend, Tod, Folter und traumatisierte Menschen“: Im ZDF-Film „Für meine Tochter“ spielte Dietmar Bär einen Deutschen auf der Flucht. (Bild: ZDF / Moritz Schultheiß)

Spätestens seit Anfang der 90er-Jahre war Bär dann ein gefragter TV-Darsteller, etwa in der Krimireihe „Kommissar Klefisch“ und als „Sportarzt Conny Knipper“. 1997 folgte der Einsteig in den Kölner „Tatort“. Nachdem beide in der 90er-Miniserie „Leo und Charlotte“ zusammengearbeitet hatten, schlug Klaus J. Behrendt, der bereits als Kommissar Max Ballauf in Düsseldorf ermittelt hatte war, Bär als seinen Co-Star vor: „Ich wollte einen Partner auf Augenhöhe. Das habe ich dem WDR auch gesagt und Dietmar vorgeschlagen“, erinnerte er sich 2022 im teleschau-Interview.

Auch asl Synchronsprecher ist Dietmar Bär (rechts, mit Ken Duken) ein gefragter Mann. (Bild: Universum Film)

Auch asl Synchronsprecher ist Dietmar Bär (rechts, mit Ken Duken) ein gefragter Mann. (Bild: Universum Film)

Bär war nicht nur über den Vorschlag, sondern vor allem davon begeistert, dass Behrendt „komplette Gleichheit“ haben wollte: „Wir bekamen die gleiche Kohle, hatten gleiche Positionen“. Damals alles andere als eine Selbstverständlichkeit, so Bär: „Man kannte noch das alte Prinzip: der Kommissar und der Assistent. Ermittler-Teams befanden sich damals selten auf Augenhöhe, sondern waren ziemlich hierarchisch angelegt. Einer war fast überall der Boss.“

Vorbild Horst Tappert? „Tatort“-Ende ist für Bär nicht absehbar

2022 feierten sie Jubiläum: Dietmar Bär (links) und Klaus J. Behrendt blicken auf (über) 25 Jahre „Tatort“ aus Köln zurück.  (Bild: WDR)

2022 feierten sie Jubiläum: Dietmar Bär (links) und Klaus J. Behrendt blicken auf (über) 25 Jahre „Tatort“ aus Köln zurück. (Bild: WDR)

Auch ein Kommissar braucht mal „Urlaub“: Dietmar Bär (Bild, mit Gesine Cuckrowski) ging 2023 an Bord des ZDF-“Traumschiff“. (Bild: ZDF/Dirk Bartling)

Auch ein Kommissar braucht mal „Urlaub“: Dietmar Bär (Bild, mit Gesine Cuckrowski) ging 2023 an Bord des ZDF-“Traumschiff“. (Bild: ZDF/Dirk Bartling)

Das gleichberechtigte Team kam bestens an: Bis heute liefen 94 gemeinsame Fälle, 2000 wurden Bär und Behrendt mit dem Deutschen Fernsehpreis als beste Seriendarsteller ausgezeichnet. Auf die Frage, wie lange die beiden noch als „Tatort“-Ermittler tätig sein könnten, scherzte Bär: „Als Schauspieler hat man immer so einen gewissen Merit-Bonus, man bekommt eine Leistungszulage oder Fristverlängerung. Horst Tappert ist bis 1998 durch Grünwald gestapft. Da war er, glaube ich, Mitte 70.“

Seit 2009 ist Dietmar Bär mit seiner Frau Maren verheiratet. (Bild: Andreas Rentz/Getty Images)

Seit 2009 ist Dietmar Bär mit seiner Frau Maren verheiratet. (Bild: Andreas Rentz/Getty Images)

Was nicht heißt, dass er nicht immer noch dankbar für die Rolle ist: 2021 sprach Bär in der Talksendung „3nach9“ öffentlich über Existenzängste, die ihn trotz des „Tatort“-Erfolgs begleiten: „Wir haben einen Job im Showbiz, und das kann morgen vorbei“, sagte er und ergänzte, selbst ein langjähriges Engagement ändere daran wenig. Zwar sei der „Tatort“ „ein goldener Arbeitsplatz“, doch bleibe das Bewusstsein, dass diese Stabilität keine Selbstverständlichkeit sei.

Dietmar Bär: Seit 15 Jahren verheiratet

Neben drei „Tatorten“ im Jahr blieb Bär aber auch Zeit für weitere Rollen, etwa in den Kinofilmen „Was nicht passt, wird passend gemacht“ (2002) und „Vorstadtkrokodile 2“ (2010), im Fernsehen war er unter anderem in Episoden von „Löwenzahn“, „Pastewka“ und dem „Traumschiff“ zu sehen. Neben der Schauspielerei arbeitet er auch als Hörbuch- und Synchronsprecher, unter anderem gemeinsam mit Behrendt in „Alles steht Kopf“ (2015) und „Wickie und die starken Männer: Das magische Schwert“ (2019).

Sein Privatleben hält er weitgehend aus der Öffentlichkeit heraus: Selbst seine Hochzeit mit seiner langjährigen Partnerin Maren Geißler, die er im April 2009 heiratete, wurde erst Monate später bekannt. (tsch)