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Drama um Wal „Timmy“Robert Marc Lehmann zieht sich plötzlich zurück – Polizei holt Frau aus Sperrzone

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Eine Drohnenaufnahme herausgegeben von Greenpeace zeigt den Buckelwal in der Wismarbucht.

Eine Drohnenaufnahme herausgegeben von Greenpeace zeigt den Buckelwal in der Wismarbucht. (Archivbild vom 30. März 2026)

Am Morgen bleibt die Lage vor Poel angespannt: Der Wal ist weiter in kritischem Zustand, während neue Zwischenfälle für Unruhe sorgen.

„Timmy“ kämpft weiter ums Überleben: Laut „stern-Newsblog“ ist der vor der Insel Poel gestrandete Buckelwal weiterhin in einem gesundheitlich schlechten Zustand. Ein Sprecher des Umweltministeriums Mecklenburg-Vorpommerns kündigte an, dass im Laufe des Montagmorgens das weitere Vorgehen besprochen werde.

Das Tier liegt seit dem 31. März in der Wismarbucht an derselben Stelle und zeigt zwar Lebenszeichen, Hinweise auf eine Stabilisierung gebe es jedoch nicht. Laut NDR hat sich der Atem des Tiers zuletzt weiter abgeschwächt; eine neu beobachtete Zwischenatmung wird untersucht und könnte auf ein nahes Ableben hinweisen.

Buckelwal in der Ostsee bei Poel: Transport mit Katamaran verworfen – Experten warnen vor Risiko

Ein Rettungsversuch per Katamaran war zuletzt erwogen worden, wurde nach eingehender Prüfung jedoch verworfen. Der Wal sei zu schwach für einen Transport, hieß es. Seine Haut ist stark angegriffen; die Belastung durch Gurte könnte sie nicht aushalten und möglicherweise einreißen lassen. Ein vom Umweltministerium veröffentlichtes Expertengutachten empfiehlt deshalb, von einer Lebendbergung abzusehen, da die Erfolgsaussichten sehr gering seien.

Mehr als 80 Menschen demonstrieren in Kirchdorf für die Rettung des Buckelwals.

Mehr als 80 Menschen demonstrieren in Kirchdorf für die Rettung des Buckelwals.

Laut NDR bestätigt das Gutachten zudem, dass das wiederholte Stranden des Tiers ein deutliches Indiz für ein schweres gesundheitliches Problem ist. Auch mehrere Expertinnen und Experten erklärten laut NDR erneut, dass der Wal bei jeder Transportmethode „extrem leiden“ würde.

Walstrandung in der Wismarbucht: Rettungsversuche beendet, Tier wird rund um die Uhr betreut

Die letzten Rettungsversuche wurden am 1. April eingestellt, um den Wal in Frieden gehen zu lassen, so das Ministerium. Seitdem wird er rund um die Uhr beobachtet und regelmäßig mit Wasser benetzt. Umweltminister Till Backhaus erklärte, man habe alles unternommen, um dem Tier eine Chance zu geben, sprach aber zugleich von einer „einzigartigen Tragödie“.

In der Nähe des gestrandeten Buckelwals (r) holt die Polizei am Abend eine Schwimmerin (l) aus dem Wasser. Sie sei nach derzeitigen Erkenntnissen zuvor von einer Fähre in die Ostsee gesprungen, wie eine Polizeisprecherin mitteilte. Die Frau habe einen Neoprenanzug getragen.

In der Nähe des gestrandeten Buckelwals (r) holt die Polizei am Abend eine Schwimmerin (l) aus dem Wasser. Sie sei nach derzeitigen Erkenntnissen zuvor von einer Fähre in die Ostsee gesprungen, wie eine Polizeisprecherin mitteilte. Die Frau habe einen Neoprenanzug getragen.

Backhaus lehnt weiterhin jede Form von „Sterbehilfe“ ab und betont, dass gesetzliche Vorgaben verbieten, einem Tier zusätzliches Leid ohne vernünftigen Grund zuzufügen. Zudem seien vier Eilanträge beim Verwaltungsgericht, die zusätzliche Maßnahmen erzwingen sollten, abgewiesen worden.

Buckelwal Poel: Walgesänge ohne Wirkung, Menschenketten und Polizei-Einsatz

Am Wochenende blieb ein weiterer Versuch erfolglos, den Buckelwal mit abgespielten eigenen Walgesängen zur Selbstbefreiung zu bewegen; eine Reaktion sei nicht erkennbar gewesen. Zuvor teilte das Ministerium mit, der Wal atme schwächer als an den Tagen zuvor. Auf Poel demonstrierten Menschen mit Menschenketten für eine Rettung.

Robert Marc Lehmann, Biologe, steht in der Nähe des gestrandeten Wals in der Ostsee am Strand.

Robert Marc Lehmann, Biologe, steht in der Nähe des gestrandeten Wals in der Ostsee am Strand. (Archivbild)

Laut NDR rückte am Sonntagabend zudem die Wasserschutzpolizei aus, nachdem sich eine Frau dem gestrandeten Wal im Wasser genähert hatte. Sie soll von einer Fähre in die Ostsee gesprungen sein und wird nun wegen eines möglichen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz und die 500‑Meter‑Bannmeile ermittelt. Parallel bereiten Behörden und das Deutsche Meeresmuseum bereits eine Bergung und anschließende Obduktion vor, falls das Tier stirbt.

Der Meeresbiologe und Influencer Robert Marc Lehmann sorgt unterdessen für unangenehme Aufmerksamkeit. Er hatte laut „Frankfurter Rundschau“ öffentlich angekündigt, den vor Poel gestrandeten Buckelwal selbst retten zu wollen, zog sich jedoch nach einer widersprüchlichen Instagram‑Erklärung überraschend zurück.

Kritiker bemängelten deutliche Unstimmigkeiten in seinem Statement, während Lehmann die Absage damit begründete, als Einzelperson nicht handeln zu können. Kurz darauf deaktivierte er seinen Instagram- Account, sein Team erklärte lediglich, er befinde sich auf einer Mission, die seine volle Konzentration erfordere. Bereits in den Tagen zuvor hatte unter anderem die „Bild“-Zeitung darüber berichtet, dass es immer mehr Zweifel an dem „Wal-Experten“ geben würde.