Timmys Leidensweg nimmt kein Ende: Der Wal liegt im Sterben, schreit laut Berichten – Experten sprechen von einem einzigartigen Fall.
„Wal schreit ab und zu“Wal „Timmy“ liegt im Sterben – Fall soll weltweit einzigartig sein

Die von Greenpeace Deutschland zur Verfügung gestellte Aufnahme zeigt den gestrandeten Buckelwal vor der Insel Poel in der Ostsee. (Archivbild vom 1. April 2026)
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Die Lage für Buckelwal „Timmy“ bleibt dramatisch – und aus Sicht der Experten aussichtslos. Das Tier liegt weiterhin in der Bucht vor der Insel Poel, schwer geschwächt und mit massiven Verletzungen. Neue Drohnenaufnahmen zeigen laut der „Bild“-Zeitung, wie stark seine Haut geschädigt ist. Zudem wurde der Wal offenbar durch eine Schiffsschraube verletzt.
Ostsee: Buckelwal „Timmy“ soll in Ruhe sterben
Rettungsmaßnahmen werden nicht mehr unternommen. Wie bereits am Vortag entschieden wurde, soll „Timmy“ nun in Ruhe gelassen werden. Die Behörden haben dafür eine Sperrzone von 500 Metern eingerichtet, die weiterhin von Polizei und Wasserschutzpolizei überwacht wird. Ziel ist es, dem Tier ein möglichst stressfreies Ende zu ermöglichen.

Der Buckelwal liegt vor der Insel Poel. (Archivbild vom 1. April 2026)
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Zwar lebt der Wal noch und atmet regelmäßig, doch eine Besserung ist nicht in Sicht. „Er befindet sich in einem stark geschwächten Gesundheitszustand“, hatte Burkard Baschek bereits erklärt. Experten gehen davon aus, dass „Timmy“ in der Bucht sterben wird.
Abstand statt Eingriff: Sperrzone um den sterbenden Wal
Auch neue Beobachtungen deuten auf den fortschreitenden Sterbeprozess hin. Dass der Wal nicht mehr auf Boote reagiert, sei ein entsprechendes Zeichen, erklärte Bianca König von der Organisation Whale and Dolphin Conservation laut dpa. Wie lange dieser Prozess noch dauert, sei unklar – er könne innerhalb von Stunden eintreten, aber auch mehrere Tage dauern.

Eine Drohnenaufnahme herausgegeben von Greenpeace zeigt den Buckelwal in der Wismarbucht. (Archivbild vom 30. März 2026)
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Zwischenzeitlich wurden im Livestream noch Bewegungen beobachtet: Der Wal schlug seine Hinterflosse im Wasser. Ob es sich dabei um letzte Reaktionen handelt, bleibt offen. Auch Anwohner berichten von ungewöhnlichen Lauten. „Der Wal schreit ab und zu“, sagte eine Frau vor Ort der „Bild“-Zeitung.
Einsatzkräfte beobachten den Wal aus der Distanz
Der Zustand des Tieres wird rund um die Uhr überwacht. Einsatzkräfte beobachten „Timmy“ kontinuierlich aus der Distanz. Sobald sich Veränderungen zeigen, wird ein Tierarzt hinzugezogen, um zu prüfen, ob der Wal noch lebt.
Die Einschätzung der Fachleute bleibt eindeutig: Ein großer Wal hat in der Ostsee kaum Überlebenschancen. Das Meer ist zu flach, die Nahrung reicht nicht aus, und die Orientierung fällt durch den geringen Salzgehalt schwer. Zudem müsste „Timmy“ einen langen und gefährlichen Weg durch enge, stark befahrene Meerengen zurücklegen, um den Atlantik zu erreichen – eine Strecke, die für das geschwächte Tier nicht mehr zu bewältigen ist.
Der Fall sorgt international für Aufmerksamkeit. Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus erklärte, ein solcher Verlauf sei weltweit bislang einmalig. Noch nie sei beobachtet worden, dass ein Wal innerhalb weniger Tage mehrfach strandet und dennoch weiterlebt.

