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Spott und Häme für „Uno“-BildTrump legt nach – und rutscht in verheerendes Umfragetief

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US-Präsident Donald Trump gestikuliert bei seiner Ankunft am Newark Liberty International Airport. (Archivbild)

US-Präsident Donald Trump gestikuliert bei seiner Ankunft am Newark Liberty International Airport. (Archivbild)

Donald Trump will noch mehr Truppen aus Deutschland abziehen – muss jedoch mit scharfer Kritik und schwachen Umfragewerten leben.

US-Präsident Donald Trump hat bei seinen Drohungen nachgelegt und einen noch umfangreicheren Truppenabzug aus Deutschland angedeutet als in der letzten Woche angekündigt. „Wir werden die Truppenstärke drastisch reduzieren. Und wir werden weit mehr als 5000 Soldaten abziehen“, sagte Trump am Wochenende gegenüber Reportern.

Das Pentagon hatte am Freitag angekündigt, im Laufe des nächsten Jahres 5000 US-Soldaten aus Deutschland abzuziehen. Trumps jüngste Äußerung folgt auf einen Streit mit Bundeskanzler Friedrich Merz, der in der letzten Woche gesagt hatte, die USA würden vom Iran „erniedrigt“, worauf persönliche Attacken des US-Präsidenten folgten. 

Truppenabzug aus Deutschland: Kritik an Donald Trump in den USA

Für seine Entscheidung muss sich Trump allerdings in den USA deutliche Kritik gefallen lassen. Im Kongress erklärten die republikanischen Vorsitzenden der US-Streitkräfteausschüsse, sie seien „sehr besorgt“ über den Abzug von US-Truppen aus Deutschland. Sie betonten zudem in einer gemeinsamen Erklärung, dass „erhebliche“ Änderungen der US-Präsenz in Europa „einen sorgfältigen Überprüfungsprozess“ erforderten.

„Deutschland hat als Reaktion auf Präsident Trumps Forderung nach einer stärkeren Lastenteilung seine Verteidigungsausgaben deutlich erhöht und den US-Streitkräften nahtlosen Zugang, Stützpunkte und Überflugrechte zur Unterstützung der Operation Epic Fury gewährt“, erklärten die Ausschussvorsitzenden in ihrer Erklärung.

Kritiker: Trump sendet „falsches Signal“ an Wladimir Putin

„Eine verfrühte Reduzierung“ der US-Militärpräsenz in Europa „sendet das falsche Signal“ an den russischen Machthaber Wladimir Putin, hieß es weiter in der Stellungnahme von Senator Roger Wicker und dem Abgeordneten Mike Rogers.

Trump rutscht derweil immer weiter in ein verheerendes Umfragetief. Ein halbes Jahr vor den Zwischenwahlen in den USA sehen sich der US-Präsident und die Republikanische Partei einer für sie miserablen politischen Stimmung gegenüber.

US-Präsident im Umfragetief

Einer neuen Umfrage von „Washington Post“, ABC News sowie dem Umfrageinstitut Ipsos zufolge sanken Trumps Zustimmungswerte verglichen mit einer aus dem Februar leicht von 39 auf 37 Prozent – während 62 Prozent der Befragten ihre Missbilligung für Trumps Politik aussprachen. Das sind nicht nur zwei Prozent mehr als im Februar, sondern die höchste Missbilligung, die Trump in den Umfragen der genannten Medien je erreicht hat.

Besonders deutlich wird dabei die Ablehnung von Trumps Umgang mit dem Iran: 66 Prozent der Befragten lehnen seinen Kurs ab, während nur 33 Prozent Trumps Vorgehen gutheißen. Auch Trumps Wirtschaftspolitik allgemein erzielt demnach mit einer Zustimmung von lediglich 34 Prozent einen schlechten Wert.

Wachsende Zweifel an der geistigen Schärfe des US-Präsidenten

An Trumps charakterlicher Eignung haben viele Amerikaner der Erhebung zufolge zudem ebenfalls erhebliche Zweifel. Etwa sieben von zehn Befragten gaben an, dass der US-Präsident nicht ehrlich und vertrauenswürdig sei.

Zwei Drittel waren zudem überzeugt, Trump wäge wichtige Entscheidungen nicht sorgfältig genug ab, und etwa sechs von zehn glauben, er besitze nicht die nötige geistige Schärfe für das Präsidentenamt. Auch an der körperlichen Fitness des US-Präsidenten zweifeln viele Amerikaner. 

Donald Trump kassiert Spott und Häme für Truth-Social-Post

Trump reagierte bisher nicht auf die verheerenden Zahlen. In der Nacht auf Montag setzte der US-Präsident jedoch erneut diverse Beiträge auf seiner Plattform Truth Social ab – und schien sich dabei auch selbst den Rücken stärken zu wollen.

So veröffentlichte der Republikaner etwa ein offenbar mit KI generiertes Bild, das ihn mit sechs Joker-Karten des Kartenspiels „Uno“ in der Hand zeigt. Unter dem grinsenden US-Präsidenten prangt zudem der Schriftzug „Ich habe alle Karten.“ Zumindest in den Umfragen spiegelt sich die Einschätzung offensichtlich nicht wider.

Entsprechend schnell gab es in den sozialen Netzwerken Spott und Häme für das KI-Bild des US-Präsidenten – auch weil bei „Uno“ das Ziel des Spiels ist, schnellstmöglich keine Karten mehr auf der Hand zu haben.