Trump hat sich zu einem Video geäußert, in dem Barack Obama und seine Frau als Affen zu sehen waren.
„Für den Ku-Klux-Klan geeignet“Trump verweigert Entschuldigung – Entsetzen über Rassismus-Eklat

US-Präsident Donald Trump hat auf die Empörung über ein von ihm verbreitetes rassistisches Video reagiert. Entschuldigen will sich der Republikaner allerdings nicht. (Archibild)
Copyright: Getty Images via AFP
Mit einem rassistischen Videoclip auf seiner Plattform Truth Social hat US-Präsident Donald Trump am Freitag (6. Februar) für Entsetzen weit über die Grenzen der USA hinaus gesorgt. Mittlerweile ist das mit Künstlicher Intelligenz erstellte Video wieder vom Kanal des US-Präsidenten verschwunden – entschuldigen will sich Trump laut eigener Aussage für das rassistische Video allerdings nicht.
Eine kurze Szene mit Ex-Präsident Barack Obama und seiner Ehefrau Michelle war zuvor am Ende des gut einminütigen Videos auf dem Truth Social-Kanal des US-Präsidenten zu sehen gewesen. Die lachenden Köpfe von Michelle und Barack Obama waren dabei auf Affenkörper montiert, die vor einer Dschungel-Kulisse tanzen. Im Hintergrund war der Song „The Lion Sleeps Tonight“ zu hören.
Trump verweigert Entschuldigung: „Keinen Fehler gemacht“
„Ich habe mir nur den ersten Teil angesehen und nicht das ganze Video“, erklärte Trump nun gegenüber Reportern an Bord der Regierungsmaschine Air Force One. Dann habe er das Video an seine Mitarbeiter „gegeben“, damit diese es verbreiten. Auch die Mitarbeiter hätten sich jedoch nicht das ganze Video angesehen, erklärte Trump weiter.
Auf die Frage, ob er die rassistischen Bilder in dem Video verurteile, antwortete Trump: „Natürlich tue ich das.“ Pläne, sich bei den Obamas zu entschuldigen, habe er allerdings nicht, fügte der US-Präsident hinzu. „Ich habe keinen Fehler gemacht“, entgegnete Trump auf eine entsprechende Frage. „Ich habe mir den Anfang angesehen. Es war alles in Ordnung.“
Trump-Sprecherin spricht von „gespielter Empörung“
In dem Video geht es um vermeintliche Beweise für Manipulation bei der Präsidentschaftswahl 2020, die Trump damals gegen den Demokraten Joe Biden verloren hatte. Der Rechtspopulist behauptet bis heute wahrheitswidrig, der Wahlsieg sei ihm „gestohlen“ worden.
Die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, hatte vor Trumps Stellungnahme bereits erklärt, die Szene mit den Obamas stamme aus einem Internetvideo, in dem Trump „als König des Dschungels und die Demokraten als Figuren aus ‚Der König der Löwen‘ dargestellt werden“. Warum der Clip in das Video über Wahlmanipulation hineingeschnitten wurde, erklärte sie nicht.
Leavitt wies indessen die Kritik an dem Video zurück und sagte in Richtung der anwesenden Journalisten: „Bitte hört mit der gespielten Empörung auf und berichtet heute über etwas, das für die amerikanische Öffentlichkeit tatsächlich relevant ist.“
„Besser für den Ku-Klux-Klan geeignet als fürs Weiße Haus“
Die Reaktionen in den USA lassen Leavitts Worte derweil wie reine Ausflüchte wirken. Das vom US-Präsidenten verbreitete Video bestimmte am Freitag die politische Debatte – und sorgte für zahlreiche entsetzte Reaktionen und scharfe Kritik an dem Republikaner.
Trump sei „besser für den Ku-Klux-Klan geeignet als fürs Weiße Haus“, kommentierte etwa der demokratische Kongressabgeordnete Shri Thanedar das vom US-Präsidenten verbreitete Video. „Jeder Republikaner, der dies nicht mit voller Überzeugung verurteilt, ist entweder selbst Rassist oder ein Feigling“, fügte der Politiker aus dem Bundesstaat Michigan auf der Plattform X hinzu.
Scharfe Kritik an Trump: „Abscheulicher Widerling“
Auch Hakeem Jeffries, demokratischer Fraktionsführer im Repräsentantenhaus, fand deutliche Worte für Trump. „Präsident Obama und Michelle Obama sind brillante, mitfühlende und patriotische Amerikaner. Sie repräsentieren das Beste dieses Landes“, erklärte Jeffries.
Trump hingegen sei ein „abscheulicher, verstörter und bösartiger Widerling“, fügte der Demokrat hinzu und forderte die Republikaner auf, sich von „diesem kranken Individuum“ zu distanzieren. „Jeder einzelne Republikaner muss Trumps widerwärtige Bigotterie unverzüglich verurteilen“, schrieb Jeffries bei X.
„Präsident Trump sollte sich entschuldigen“
Manche Republikaner lieferten die von den Demokraten gewünschte Distanzierung. „Ich sehe keine Notwendigkeit, auf jede hetzerische Äußerung des Weißen Hauses zu reagieren“, schrieb etwa der Abgeordnete Mike Turner.
„Die Veröffentlichung rassistischer Bilder des ehemaligen Präsidenten Barack Obama und der ehemaligen First Lady Michelle Obama ist jedoch beleidigend, herzzerreißend und inakzeptabel. Präsident Trump sollte sich entschuldigen“, fügte Turner hinzu. (mit afp)

