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Internationaler Frauentag am 8. MärzWarum Gleichberechtigung weltweit noch nicht erreicht ist

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In NRW finden am Internationalen Frauentag am 8. März Demonstrationen, Proteste und weitere Aktionen statt, die auf Frauenrechte aufmerksam machen sollen. (Archivbild)

In NRW finden am Internationalen Frauentag am 8. März Demonstrationen, Proteste und weitere Aktionen statt, die auf Frauenrechte aufmerksam machen sollen. (Archivbild)

Zum Weltfrauentag: Gleichberechtigung bleibt weltweit unvollendet – das zeigen aktuelle Zahlen der Bundeszentrale für politische Bildung.

Am 8. März rückt der Internationale Frauentag erneut die Situation von Frauen weltweit in den Fokus. Trotz Fortschritten bei Gesetzen und politischer Teilhabe bleibt die Gleichstellung laut der Bundeszentrale für politische Bildung in vielen Bereichen unerreicht – besonders in Krisenregionen und im Alltag vieler Frauen.

Der lange Weg zur Gleichberechtigung

Die Wurzeln des Aktionstags reichen bis ins Jahr 1910 zurück, als Frauen aus 17 Ländern erstmals einen internationalen Kampftag beschlossen. Seit 1975 wird der 8. März offiziell von den Vereinten Nationen begangen. Bis heute nutzen Frauen weltweit den Tag, um für ihre Rechte zu demonstrieren.

Ziel bleibt die vollständige Gleichstellung der Geschlechter bis 2030. Zwar wurden zwischen 2019 und 2024 weltweit rund 100 neue oder reformierte Gesetze zum Schutz von Frauen verabschiedet. Doch in vielen Ländern bestehen weiterhin massive Lücken: In nur 63 Staaten gilt Sex ohne Einwilligung eindeutig als Vergewaltigung, in 18 Ländern dürfen Ehemänner ihren Frauen das Arbeiten verbieten.

Situation in Deutschland bleibt angespannt

Auch Gewalt bleibt ein zentrales Problem. In der EU hat etwa jede dritte Frau bereits körperliche oder sexualisierte Gewalt erlebt. Weltweit werden täglich im Schnitt 137 Frauen und Mädchen von Partnern oder Familienangehörigen getötet.

Deutschland bildet dabei keine Ausnahme. Auch hier wird jede dritte Frau mindestens einmal im Leben Opfer von Gewalt. Besonders betroffen sind Frauen mit Behinderung. Zudem hat fast jede zweite Frau bereits sexuelle Belästigung erlebt – häufig im öffentlichen Raum oder online. Viele Fälle werden aus Angst vor Konsequenzen nicht angezeigt.

In Konfliktregionen verschärft sich die Lage weiter. Sexualisierte Gewalt wird gezielt als Kriegswaffe eingesetzt. Allein 2024 wurden weltweit mehr als 4.600 Fälle dokumentiert, die Dunkelziffer dürfte deutlich höher liegen.

Frauenrechte unter Druck in Krisenstaaten

Besonders drastisch ist die Situation in Ländern wie Afghanistan oder Iran. Dort werden Frauenrechte systematisch eingeschränkt – etwa durch Bildungsverbote, eingeschränkte Bewegungsfreiheit oder harte Strafen gegen Aktivistinnen.

Auch beim Thema Selbstbestimmung über den eigenen Körper gibt es Rückschritte. Weltweit haben Millionen Frauen keinen Zugang zu Verhütungsmitteln. In den USA wurden Abtreibungsrechte zuletzt massiv eingeschränkt, während Frankreich sie als erstes Land in der Verfassung verankerte.

In Deutschland zeigen sich die Unterschiede vor allem im Arbeitsleben. Der sogenannte Gender Gap lag 2025 weiterhin bei 37 Prozent. Frauen verdienen im Schnitt weniger, arbeiten häufiger in Teilzeit und haben geringere Aufstiegschancen. Auch in Führungspositionen sind sie deutlich unterrepräsentiert.

Politisch gab es zwar Fortschritte: Der Anteil weiblicher Abgeordneter weltweit ist gestiegen. Dennoch bleibt der Anteil von Frauen in Spitzenämtern gering. In Deutschland ist der Frauenanteil im Bundestag zuletzt sogar wieder gesunken.

Der Internationale Frauentag macht damit deutlich: Fortschritte sind sichtbar – doch von echter Gleichberechtigung ist die Welt noch weit entfernt. (red)