Die USA und Israel setzen ihre Angriffe im Nahen Osten fort. US-Präsident Trump verlangt Hilfe von der Nato. Alle Infos im Liveblog.
Krieg in NahostTrümmer treffen Heilige Stätten in Jerusalem – Merz warnt vor Bodenoffensive
Die USA und Israel hatten Ende Februar mit Luftangriffen den Iran-Krieg begonnen. Bereits am ersten Kriegstag wurden der oberste Führer Ayatollah Ali Chamenei und weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet. Teheran reagiert seitdem mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel sowie mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Golfregion. Alle Informationen rund um die Eskalation in Nahost lesen Sie hier im Liveblog.
16. März
Trümmer stürzen auf Heilige Stätten in Jerusalem
19.17 Uhr: Auf Heilige Stätten in Jerusalem sind Trümmer der Kämpfe im Iran-Krieg herabgestürzt. Stücke von Raketen und Luftabwehrgeschossen seien am Montag an mehreren Stellen der Altstadt gefunden worden, teilte die israelische Polizei mit. Einige dieser Trümmer hätten eine „beträchtliche Größe“. Gefunden worden seien die Trümmer unter anderem auf dem Tempelberg, an der Grabeskirche und im Jüdischen Viertel. Während der jüngsten iranischen Raketenangriffe auf Jerusalem habe es mehrere Abfangeinsätze der israelischen Streitkräfte gegeben, erklärte die Polizei.
Der Tempelberg mit dem Felsendom, der Al-Aksa-Moschee und als Ort des ehemaligen jüdischen Tempels ist ein zentrales Heiligtum sowohl für Muslime als auch für Juden. Die Grabeskirche wiederum zählt zu den größten Heiligtümern des Christentums. Sie steht an dem Ort, an dem der Überlieferung zufolge Jesus Christus nach seinem Tod am Kreuz beerdigt worden und wiederauferstanden sein soll.
Merz warnt vor Folgen von Bodenoffensive im Libanon
17.37 Uhr: Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat vor den Folgen einer israelischen Bodenoffensive im Libanon gewarnt. Eine solche Offensive würde die „hoch angespannte humanitäre Lage und das dramatische Fluchtgeschehen weiter verschärfen“, sagte Merz am Montag in Berlin. „Deshalb fordern wir unsere israelischen Freunde eindringlich auf: Schlagt diesen Weg nicht ein. Es wäre ein Fehler.“

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU).
Copyright: Michael Kappeler/dpa
Laridschani bekräftigt Irans Widerstandskurs
17.20 Uhr: Der iranische Spitzenfunktionär Ali Laridschani hat angekündigt, dass Teheran seinen Widerstand gegen die USA und Israel fortsetzen will. In einem Schreiben an Muslime weltweit und an islamische Staaten erklärte er, der Iran verfolge weiterhin seinen „Weg des Widerstands gegen den großen und den kleinen Satan“.
Zugleich kritisierte Laridschani eine fehlende Solidarität aus anderen islamischen Ländern. Abgesehen von wenigen Ausnahmen - und auch dann nur auf politischer Ebene – sei kein Staat zu Hilfe gekommen. Laridschani ist Generalsekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrats. Der 67-Jährige zählt derzeit zu den wichtigsten Krisenmanagern des Landes, insbesondere seit dem Tod des Revolutionsführers Ali Chamenei bei Angriffen der USA und Israels.
Iran will bombardierte Mädchenschule in Museum umwandeln
15.47 Uhr: Der Iran will die am ersten Kriegstag bombardierte Schule im Süden des Landes in ein Museum umwandeln. „Diese Schule ist ein lebendiges Dokument der Bereitschaft der Amerikaner zu Verbrechen und muss zur Bewahrung im historischen Gedächtnis des iranischen Volkes registriert und dokumentiert werden“, hieß es in einer Regierungserklärung. Nähere Details zu den Museumsplänen gab es zunächst nicht. Die Schule selbst soll im Gedenken an die Opfer an anderer Stelle neu aufgebaut werden.
Bei dem Angriff in Minab am Persischen Golf waren Ende Februar mindestens 168 Schülerinnen zwischen sieben und zwölf Jahren, 26 Lehrerinnen sowie vier Eltern ums Leben gekommen. Medienberichten zufolge sind US-Streitkräfte für den Angriff verantwortlich.

Rettungskräfte und Anwohner durchsuchen am 28. Februar die Trümmer nach einem Angriff auf eine Grundschule für Mädchen in Minab.
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Bericht: Explosionen über Jerusalem zu hören
15.26 Uhr: Über Jerusalem sind am Montag nach Angaben von Journalisten der Nachrichtenagentur AFP Explosionen zu hören gewesen. Die israelische Armee erklärte, Raketen identifiziert zu haben, die vom Iran aus in Richtung Israel abgefeuert worden seien. Die Luftverteidigungssysteme seien aktiviert worden, um diese abzufangen, hieß es weiter.
Die meisten der vom Iran auf Israel abgefeuerten Raketen werden von der Luftabwehr abgefangen, doch die auf den Boden fallenden Trümmer oder Geschosse sorgen regelmäßig für Verletzte und Schäden. Seit Beginn des Kriegs, der am 28. Februar durch US-israelische Angriffe auf den Iran ausgelöst worden war, wurden in Israel insgesamt zwölf Menschen getötet.
Israel zerstört Weltraum-Anlage in Teheran
14.20 Uhr: Bei Angriffen auf Ziele in Teheran hat Israels Luftwaffe Armeeangaben zufolge eine Anlage ins Visier genommen und zerstört, in der der Iran Fähigkeiten für Angriffe auf Satelliten im Weltraum entwickelt haben soll. Die von Irans Regierung genutzte Einrichtung sei deshalb „eine Bedrohung für Israels Satelliten sowie Weltraumressourcen anderer Länder“ gewesen. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.
Über sein eigenes Satellitenprogramm hatte Teheran in der Vergangenheit erklärt, dass es keinerlei militärische Ziele verfolge. Da das Programm jedoch von den iranischen Revolutionsgarden (IRGC) gelenkt und ausgeführt wird, gibt es international Zweifel an dieser Darstellung.
Außenminister: Iran wird Krieg „so weit wie nötig“ weiterführen
13.45 Uhr: Der Iran ist nach den Worten von Außenminister Abbas Araghtschi bereit, den Krieg nach den Angriffen der USA und Israels „so weit wie nötig“ weiterzuführen. Er sei überzeugt, dass die beiden Staaten mittlerweile verstanden hätten, mit was für einem Land sie es zu tun hätten - „einem Land, das nicht zögert, sich zu verteidigen und bereit ist, den Krieg, wohin er auch führen mag, fortzusetzen“, sagte Araghtschi am Montag bei einem wöchentlichen Termin des Außenministeriums mit Medienvertretern.
Israel gab derweil neue Angriffe auf die iranische Hauptstadt Teheran, auf Schiras im Süden und auf Täbris im Nordwesten an. Die Armee habe eine „umfassende Welle von Angriffen“ gestartet, die „auf die Infrastruktur des iranischen Terrorregimes“ in den drei Städten ziele, hieß es in einer Erklärung des Militärs. Bereits in der Nacht waren in Teheran heftige Explosionen zu hören gewesen.
Pistorius: Keine deutschen Kriegsschiffe in den Iran-Krieg
12.34 Uhr: Verteidigungsminister Boris Pistorius hat die Forderung von US-Präsident Donald Trump nach der Entsendung von Kriegsschiffen zur Sicherung der umkämpften Straße von Hormus zurückgewiesen. „Es ist nicht unser Krieg, wir haben ihn nicht begonnen. Wir wollen diplomatische Lösungen und ein schnelles Ende, aber weitere Kriegsschiffe in der Region tragen dazu im Zweifel nicht bei“, sagte der SPD-Politiker bei einem Besuch seines lettischen Amtskollegen Andris Spruds in Berlin.
Pistorius betonte die besondere Aufgabe der Nato-Partner für den Schutz des eigenen Bündnisgebiets. „Wir haben eine Verantwortung für die Ostflanke und für den Atlantik, insbesondere als Deutschland in unserer geopolitischen Lage. Das ist unsere erste Verantwortung. Alles andere sind Dinge, die dazukommen können im Einzelfall oder eben auch nicht“, erklärte er.
Israel beginnt neue Angriffswelle im Iran – Explosionen gemeldet
10.57 Uhr: Israels Armee greift eigenen Angaben zufolge erneut Ziele im Iran an. Sie sprach von einer „großangelegten Angriffswelle“, die in den Städten Teheran, Schiras und Tabris die Infrastruktur der Führung ins Visier nehme.
Auch iranische Medien meldeten eine neue Angriffswelle in der Hauptstadt Teheran. Im Osten der Stadt seien nach israelisch-amerikanischen Angriffen Explosionen zu hören gewesen, berichtete die Nachrichtenagentur Fars. Das staatliche Fernsehnetzwerk SNN meldete Explosionen an mehreren Orten in der Millionenmetropole.
Nach Brand am Flughafen Dubai: Flugverkehr läuft wieder an
10.27 Uhr: Ein Drohneneinschlag hat am Flughafen Dubai ein Treibstofflager in Brand gesetzt und den Luftverkehr stundenlang lahmgelegt. Am Vormittag durften dann wieder erste Flieger starten und landen, wie die Regierung auf X mitteilte. Zuvor hatten Einsatzkräfte das Feuer unter Kontrolle gebracht, es gab nach Behördenangaben keine Verletzten.
Dubai gehört zu den Vereinigten Arabischen Emiraten. Der Airport dort –normalerweise eines der wichtigsten internationalen Drehkreuze – ist wegen des Iran-Kriegs und der Gegenangriffe Teherans auf Staaten in der Golfregion ohnehin massiv eingeschränkt. Schon vor der jüngsten Attacke galt kein regulärer Flugplan.

Eine Rauchsäule steigt über dem Flughafen in Dubai auf.
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Israel hat „gezielten Bodeneinsatz“ im Südlibanon begonnen
7.24 Uhr: Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben einen „begrenzten und gezielten Bodeneinsatz“ gegen die Hisbollah-Miliz im Südlibanon begonnen. „In den vergangenen Tagen haben Truppen der israelischen Streitkräfte (IDF) der 91. Division einen begrenzten und gezielten Bodeneinsatz gegen wichtige Stellungen der Hisbollah im Südlibanon eingeleitet, um den Vorwärtsverteidigungsbereich zu stärken“, erklärte das Militär am Montag. Seit Beginn des Iran-Kriegs nimmt die israelische Armee infolge von Beschuss durch die vom Iran finanzierten Hisbollah Ziele in deren Hochburgen ins Visier.
Trump fordert Nato-Beteiligung in Straße von Hormus
5.47 Uhr: In der Frage um einen internationalen Marineeinsatz zur Sicherung der Schifffahrt durch die für die internationale Ölversorgung wichtige Straße von Hormus hat US-Präsident Donald Trump den Druck auf Verbündete erhöht. Eine ausbleibende Unterstützung durch Nato-Verbündete wäre „sehr schlecht“ für die Zukunft des Verteidigungsbündnisses, sagte Trump in einem am Sonntag veröffentlichten Interview mit der britischen „Financial Times“. Trump drohte zudem mit der Verschiebung seiner Reise nach China. Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) schloss eine deutsche Beteiligung aus, auch Australien und Japan lehnten ab.

US-Präsident Donald Trump
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Trump forderte eine Reaktion der Nato. „Wenn es keine Antwort gibt oder wenn es eine negative Antwort gibt, halte ich das für sehr schlecht für die Zukunft der Nato“, sagte er der „Financial Times“. Die US-Regierung habe die Ukraine in ihrem Krieg gegen Russland unterstützt, erklärte Trump. Er erwarte daher Hilfe von den europäischen Verbündeten Washingtons in der Straße von Hormus.
Irans Außenminister: Angriffe auf Treibstofflager in Teheran sind „Ökozid“
4.44 Uhr: Israelische Angriffe auf Treibstofflager in Teheran stellen nach Auffassung des iranischen Außenminister Abbas Araghtschi aufgrund der langfristigen Gesundheitsrisiken für die Anwohner einen „Ökozid“ dar. Die Angriffe „verstoßen gegen das Völkerrecht und stellen einen Ökozid dar“, erklärte Araghtschi am Montag im Onlinedienst X. Anwohner seien „langfristigen Schäden an ihrer Gesundheit“ ausgesetzt. Außerdem könnte die „Kontamination von Boden und Grundwasser Auswirkungen über Generationen hinweg haben“.
Flugbetrieb am Flughafen von Dubai nach Drohnenvorfall vorübergehend eingestellt
3.47 Uhr: Nach einem Drohnenvorfall ist der Flugbetrieb am internationalen Flughafen von Dubai nach Angaben der Zivilluftfahrtbehörde vorübergehend eingestellt worden. Dies sei eine „Vorsichtsmaßnahme zur Gewährleistung der Sicherheit aller Passagiere und Mitarbeiter“, erklärte das Medienbüro der Metropole am Montagmorgen im Onlinedienst X. Das Feuer sei unter Kontrolle gebracht und niemand verletzt worden.
Zuvor hatte Dubais Medienbüro mitgeteilt, der Drohnenvorfall habe einen Treibstofftank betroffen.
red/dpa/afp
