Die Spekulationen über Modschtaba Chamenei reißen nicht ab. Sein Vater soll ihn laut einem Bericht derweil für ungeeignet gehalten haben.
Trump befeuert SpekulationenHeimlich in Moskau, väterliche Zweifel – Rätselraten um Chamenei-Sohn

Eine Frau hält bei einer Kundgebung in Teheran Plakate von Modschtaba Chamenei (r.), dem Nachfolger seines getöteten Vaters, und Ajatollah Ali Chamenei (l.) als Oberstem Führer. (Archivbild)
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Das Rätselraten um Irans neuen Machthaber geht weiter: Laut Medienberichten aus dem Nahen Osten soll Modschtaba Chamenei, der neue oberste Anführer des Landes, in der letzten Woche heimlich in einem russischen Militärflugzeug nach Moskau ausgeflogen worden sein. In der russischen Hauptstadt sei Chamenei operiert worden, hieß es weiter in den Berichten.
Der Kreml wollte sich am Montag nicht zu den Berichten äußern – dementierte sie jedoch auch nicht. „Wir kommentieren solche Berichte nicht“, erklärte Regierungssprecher Dmitri Peskow gegenüber russischen Staatsmedien.
Spekulationen über Zustand von Modschtaba Chamenei
Chamenei, der das Amt des obersten Anführers von seinem bei einem Angriff getöteten Vater Ajatollah Ali Chamenei übernommen hat, soll bereits in der Frühphase des amerikanisch-israelischen Kriegs gegen den Iran verwundet worden sein.
In der vergangenen Woche kursierten Berichte, dass Chamenei im Koma liege und ein Bein verloren habe. Eine Bestätigung aus dem Iran gibt es dafür jedoch nicht: Aus Teheran heißt es, der neue Anführer sei verletzt worden, aber wohlauf.
US-Minister: Modschtaba Chamenei „wahrscheinlich entstellt“
Einen öffentlichen Auftritt hat der neue oberste Anführer jedoch bisher nicht absolviert. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hatte zudem am Freitag erklärt, der Nachfolger des Ajatollahs sei „verwundet und wahrscheinlich entstellt“ worden.
Kurz zuvor hatte die iranische Führung erstmals eine Erklärung Chameneis veröffentlicht – die jedoch lediglich im Staatsfernsehen verlesen wurde. Chamenei forderte darin Rache und eine Blockade der Straße von Hormus. Unbestätigten Berichten zufolge sollen die Worte tatsächlich jedoch vom Sekretär des Nationalen Sicherheitsrates, Ali Larijani, verfasst worden sein.
Donald Trump: „Ich weiß nicht einmal, ob er noch lebt oder nicht“
Das Ausbleiben öffentlicher Auftritte hat die Spekulationen über Chameneis Gesundheitszustand in den vergangenen Tagen weiter angeheizt. Auch US-Präsident Donald Trump äußerte sich zum neuen obersten Anführer. „Ich weiß nicht einmal, ob er noch lebt oder nicht“, erklärte der US-Präsident mit Blick auf Chamenei.

US-Präsident Donald Trump spricht zu Reportern an Bord der Air Force One auf dem Weg von West Palm Beach, Florida, zur Joint Base Andrews. (Archivbild)
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„Bislang konnte ihn noch niemand zeigen. Ich habe gehört, er sei nicht am Leben. Wenn er am Leben ist, sollte er einen sehr klugen Schritt für sein Land tun und sich ergeben“, erklärte Trump am Wochenende in einem Telefoninterview mit NBC News und relativierte kurz darauf wieder: Die Berichte über den Tod des mächtigsten Mannes im Iran seien bloß „Gerüchte“, fügte der US-Präsident hinzu.
Iran: Vater soll an Eignung von Sohn als Nachfolger gezweifelt haben
Während offenbar auch Trump keine exakten Informationen über den Zustand Chameneis hat, gibt es zu Wochenbeginn weiteren Wirbel rund um den neuen iranischen Anführer. Laut einem Bericht von CBS soll der bei einem israelischen Raketenangriff getötete Ajatollah intern erhebliche Zweifel an der Eignung seines Sohnes Modschtaba Chamenei als Nachfolger geäußert haben.

Modschtaba Chamenei auf einer Archivaufnahme.
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US-Geheimdienste sollen Präsident Trump und einen engen Kreis um ihn demnach darüber informiert haben, dass der getötete Ajatollah seinen Sohn als nicht besonders intelligent und geradezu ungeeignet für das Amt des Obersten Führers betrachtet habe. Zudem soll Modschtaba Chamenei Probleme in seinem persönlichen Umfeld haben, spezifiziert wurden diese in dem Bericht jedoch nicht.
Iran weist Spekulationen über Modschtaba Chamenei zurück
Trotz dieser Bedenken sei Modschtaba Chamenei rund eine Woche nach dem Tod seines Vaters zum neuen Obersten Führer ernannt worden. Seine Verletzungen soll er sich Berichten zufolge bei dem israelischen Angriff zugezogen haben, bei dem sein Vater getötet wurde.
Trump habe angesichts der unklaren Lage rund um Chamenei intern erklärt, der Iran sei derzeit „im Grunde führerlos“ – die Macht liege bei den Revolutionsgarden, hieß es in dem CBS-Bericht, der sich auf die Angaben nicht namentlich genannter Quellen in der US-Regierung stützt.
Die Angaben stehen im Widerspruch zu den Aussagen des iranischen Außenministers Abbas Araghtschi, der am Sonntag jegliche Gerüchte über den Gesundheitszustand Chameneis erneut zurückgewiesen hatte. Der oberste Anführer erfreue sich „bester Gesundheit“ und habe die Lage im Griff, sagte der iranische Chefdiplomat laut Angaben der Nachrichtenagentur Irna.

