Trump verkündet Waffenruhe im Libanon nach Gesprächen mit Israel und Libanon. Alle Infos im Liveblog
Krieg in NahostTrump verkündet zehntägige Waffenruhe im Libanon
Die USA und Israel hatten Ende Februar mit Luftangriffen den Iran-Krieg begonnen. Bereits am ersten Kriegstag wurden der oberste Führer Ayatollah Ali Chamenei und weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet. Mittlerweile haben sich die Parteien auf eine Waffenruhe geeinigt, Verhandlungen in Pakistan scheiterten jedoch zunächst. Alle Informationen lesen Sie hier im Liveblog.
16. April
Hisbollah-Abgeordneter: Miliz wird sich unter Bedingungen an Waffenruhe halten
Die Hisbollah-Miliz wird sich nach Angaben eines Abgeordneten der pro-iranischen Gruppe unter Bedingungen an die zwischen Israel und dem Libanon vereinbarte zehntägige Waffenruhe halten. „Wir von der Hisbollah werden uns vorsichtig an die Waffenruhe halten unter der Bedingung, dass es sich um eine umfassende Einstellung der Kampfhandlungen gegen uns handelt“, sagte der Abgeordnete Ibrahim al-Mussawi am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. So dürfe Israel die Feuerpause nicht für „Morde“ nutzen.
Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump nach Gesprächen mit dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun und dem israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu eine zehntägige Waffenruhe zwischen beiden Ländern verkündet. Um „Frieden zwischen ihren Ländern zu erreichen“, hätten Aoun und Netanjahu einer Waffenruhe zugestimmt, die noch im Verlauf des Donnerstag in Kraft treten solle, erklärte Trump. Der US-Präsident erwähnte aber nicht die Hisbollah.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen begrüßte die Waffenruhe. „Das ist eine Erleichterung, denn dieser Konflikt hat schon viel zu viele Menschenleben gefordert“, schrieb sie im Kurzbotschaftendienst X. „Jetzt brauchen wir nicht nur eine vorübergehende Pause, sondern einen Weg hin zu dauerhaftem Frieden.“ Europa werde sich weiterhin für eine Achtung der „Souveränität und territorialen Integrität“ des Libanon einsetzen, erklärte von der Leyen.
Donald Trump verkündet zehntägige Waffenruhe im Libanon
17.51 Uhr: Mehr als sechs Wochen nach Beginn der jüngsten Eskalation zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz hat US-Präsident Donald Trump eine Waffenruhe im Libanon verkündet. Die zehntägige Feuerpause solle um Mitternacht (Ortszeit) beginnen, schrieb er nach Gesprächen mit dem libanesischen Staatspräsidenten Joseph Aoun und mit Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu auf seiner Plattform Truth Social.
Deutschland will Minenjagdboote für Hormus-Mission anbieten
16.32 Uhr: Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) will bei den Beratungen über eine Militärmission zur Sicherung der Straße von Hormus nach einem Ende der Kampfhandlungen am Freitag in Paris ein konkretes Angebot für eine deutsche Beteiligung machen. So soll die Bundeswehr Minenjagdboote, ein Begleitschiff und Aufklärungsflugzeuge bereitstellen, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Regierungskreisen erfuhr.
Israels Armee zerstört letzte Brücke im Libanon

Ein Mann trägt eine Frau, während sie zu Fuß eine zerstörte Brücke überqueren, die bei einem israelischen Luftangriff nahe der Küstenstadt Tyrus im Südlibanon getroffen wurde.
Copyright: Mohammed Zaatari/AP/dpa
15.41 Uhr: Israels Armee hat nach offiziellen Angaben im Libanon die letzte Brücke zerstört, die den Süden mit dem Rest des Landes verbindet. Israelische Kampfflugzeuge hätten die Kasmijeh-Brücke komplett zerstört, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur NNA. Damit werde das Gebiet südlich des Litani-Flusses vom Rest des Landes abgeschnitten und die Region faktisch isoliert. Die Brücke wurde schon bei vorigen Angriffen beschädigt, jetzt wurde auch der letzte noch stehende Teil zerstört.
Ein israelischer Armeesprecher sagte, die Luftwaffe habe nicht die Brücke selbst angegriffen, sondern auf einen Bereich daneben gezielt.
Viele Menschen sind aus dem südlichen Libanon vor Angriffen in den Norden geflohen, unter anderem in die Hauptstadt Beirut. Wenn sie von dort etwa in die Küstenstadt Tyrus zurückkehren wollen, könnten sie für eine Autofahrt, die normalerweise zwei Stunden dauert, wegen der nun zerstörten Brücke möglicherweise Tage brauchen. Auch Hilfsgüter für den Süden kommen vor allem auf Lastwagen aus dem Norden.
Auch in anderen Teilen des Landes griff Israel weitere Ziele an, darunter im Osten in der Bekaa-Ebene. Die libanesische Stadt Bint Dschubail im Süden ist seit Tagen schwer umkämpft, israelische Truppen und Hisbollah-Kämpfer liefern sich heftige Gefechte.
Netanjahu: „Sicherheitszone“ im Libanon wird ausgeweitet
11.04 Uhr: Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu lässt im Kampf gegen die libanesische Hisbollah-Miliz eine sogenannte „Sicherheitszone“ im nördlichen Nachbarland ausweiten. Er habe die israelischen Streitkräfte angewiesen, die „Sicherheitszone“ im Süden des Libanons weiter auszudehnen, sagte Netanjahu laut einer Mitteilung seines Büros. Parallel dazu führe man Verhandlungen mit dem Libanon. Das israelische Sicherheitskabinett wollte laut Medien am Mittwochabend über eine Waffenruhe beraten. Die Sitzung sei aber ohne Beschluss beendet worden, schrieb „Axios“-Reporter Barak Ravid auf X.
Trump kündigt Spitzengespräch zwischen Israel und Libanon an
8.36 Uhr: Israel und der Libanon werden nach Angaben von US-Präsident Donald Trump heute auf höchster Ebene sprechen. Die „Anführer“ beider Nachbarländer hätten seit langem nicht mehr miteinander gesprochen, bestimmt 34 Jahre, schrieb der Republikaner am Mittwochabend (Ortszeit) auf seiner Plattform Truth Social und fügte hinzu: „Morgen (Donnerstag) wird es passieren. Fein!“ Hintergrund ist der andauernde Krieg zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah-Miliz.
Wen genau Trump mit den Anführern beider Länder meint, geht aus seinem Post nicht hervor. Libanons Ministerpräsident ist Nawaf Salam, sein israelischer Kollege ist Benjamin Netanjahu. Die Präsidenten beider Länder heißen Joseph Aoun und Izchak Herzog. Es gehe darum, zu versuchen, „etwas Luft zwischen Israel und dem Libanon zu schaffen“, schrieb Trump. Vertreter beider Staaten waren bereits am Dienstagabend in Washington erstmals seit Jahrzehnten zu direkten Gesprächen auf politischer Ebene zusammengekommen.
Aus libanesischen Regierungskreisen hieß es am Morgen, man habe von dem geplanten Gespräch selbst erst aus den Medien erfahren. Medien berichteten von einem möglichen Telefongespräch. Eine offizielle Bestätigung der Regierung gab es zunächst nicht.
Auch aus dem Büro Netanjahus gab es zunächst keine Bestätigung für ein geplantes Gespräch.
red/afp/dpa

