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Epstein-AktenWurden belastende Dokumente gegen Donald Trump wieder gelöscht?

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Jeffrey Epstein und Donald Trump

Standen sich nahe: Jeffrey Epstein und Donald Trump (Archivfoto)

Im Hinblick auf die Enthüllungen um den Sexualstraftäter gibt es neue Erkenntnisse, die den US-Präsidenten belasten.

In der letzten Tranche der Ende Januar veröffentlichten Dokumente um den Fall des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein war Donald Trump zwar tausendfach erwähnt worden, wirklich belastende Indizien gab es aber nicht. Nun gibt es aber offenbar neue Erkenntnisse, die den 79-Jährigen schwer belasten.

Denn laut einer Untersuchung von „National Public Radio“, einem US-amerikanischen öffentlich-rechtlichen Radio-Syndikat, seien einige brisante Epstein-Akten zurückgehalten worden, die sich auf Vorwürfe beziehen, wonach der US-Präsident eine Minderjährige sexuell missbraucht haben soll.

Jeffrey Epstein pflegte engen Kontakt mit Donald Trump

Dazu zählten offenbar mehr als 50 Seiten mit FBI-Vernehmungen sowie ein Gesprächsprotokoll mit einer Frau, die Trump vor Jahrzehnten des sexuellen Missbrauchs beschuldigt hatte, als sie noch minderjährig war. Es wurden offenbar auch Dokumente über Trump nachträglich wieder gelöscht. 

Nach einer Überprüfung der eindeutig zuordenbaren Seriennummern durch NPR, die sowohl vor als auch nach den betreffenden Seiten erschienen, stellten sich Ungereimtheiten heraus. Dabei stieß man auf Dutzende Seiten, die vom Justizministerium offenbar katalogisiert, aber nicht öffentlich zugänglich gemacht worden waren. Sie waren in Dokumenten der Epstein-Akten-Datenbank, in FBI-Fallakten sowie in E-Mails und Beweismittelprotokollen der letzten Veröffentlichung der Epstein-Akten vermerkt, die Ende Januar der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde.

Epstein-Akten: Was wurde über Donald Trumps Vergangenheit verheimlicht?

Das US-Justizministerium schwieg zu den Vorwürfen. Die Sprecherin des Justizministeriums, Natalie Baldassarre, bekräftigte die Haltung des DOJ, dass alle nicht veröffentlichten Dokumente vertraulich sind, Duplikate darstellen oder sich auf eine laufende Untersuchung des Bundes beziehen.

Trumps Name taucht tausende Male in den Akten auf, die das US-Justizministerium auf Druck des Kongresses zuletzt veröffentlicht hatte. Ein persönliches Fehlverhalten konnte ihm bisher jedoch nicht nachgewiesen werden.

Donald Trump soll FBI über Jeffrey Epsteins Greueltaten informiert haben

Im Zuge der letzten Veröffentlichung hatte das Justizministerium die Aussage eines ehemaligen Polizeichefs aus Florida veröffentlicht, die ein anderes Bild zeichnet. Demnach soll Trump 2006 zu ihm gesagt haben, „jeder” wisse über Epsteins Verhalten Bescheid.

Der New Yorker Finanzier stand unter Verdacht, mehr als tausend Minderjährige und junge Frauen sexuell missbraucht und teils an Prominente vermittelt zu haben. Er wurde 2008 erstmals verurteilt, weil er eine Minderjährige zur Prostitution angestiftet hatte. Einen Monat, nachdem Epstein 2019 unter anderem wegen des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen erneut festgenommen worden war, wurde er tot in seiner New Yorker Gefängniszelle gefunden. Es gibt viele Zweifel an seinem Suizid. Sein Vermögen vererbte der Milliardär an eine junge Unbekannte. (mbr)