Karl Lauterbach hat sich in einem Interview über Fitness und seine Ernährung geäußert. Auch seine Laster kommen zur Sprache.
„Es gibt größere Gefahren“Lauterbach setzt auf Fitnesstipps aus Köln – und erklärt Salzverzicht

Karl Lauterbach (SPD), damals Bundesminister für Gesundheit, spielt bei einem Benefizturnier für Parkinson-Erkrankte in der Sporthalle des Bundestags Tischtennis. (Archivbild)
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Der frühere Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hält sich nach eigenen Worten mit Liegestützen und Kniebeugen fit. Er betreibe nur sehr wenig Kraftsport, sagte der 63-jährige SPD-Bundestagsabgeordnete dem Nachrichtenmagazin „Spiegel“. Er habe keine Zeit, dreimal pro Woche ins Fitnessstudio zu gehen.
Lauterbach sagte weiter, er mache stattdessen das, was der Kölner Sportwissenschaftler Ingo Froböse empfehle: „Ich konzentriere mich auf einfache Bewegungen. Ich mache Kniebeugen und Liegestütze, seitliches Beinheben, Ausfallschritte und Crunches, früher nannte man das Klappmesser. Damit trainieren Sie alle großen Muskelgruppen und brauchen keine Geräte“, sagte er dem Magazin.
Karl Lauterbach setzt auf Fitnesstipps von Ingo Froböse
Lauterbach betonte aber die Bedeutung von Kraftsport. „Die Studienlage hat sich verändert“, sagte er. „Über die Jahre hat sich gezeigt, dass der Kraftsport im Alter eine sehr große Bedeutung hat, um die Mobilität zu erhalten.“
Im Alter gebe es zwei Risikofaktoren, die dazu führten, dass jemand immobil werde und ein erhöhtes Pflegerisiko habe: „Das sind der Abbau von Muskelmasse und Knochenschwund.“ Kraftsport schütze zudem vor Demenz und Diabetes und habe positive Auswirkungen auf die Psyche. „Man sollte aber nicht Kraft- gegen Ausdauersport ausspielen. Die Kombination von beidem hat den größten Effekt“, so Lauterbach.
Karl Lauterbach spricht über Salz-, Alkohol- und Fleischkonsum
Der Kölner Politiker äußerte sich im Gespräch mit dem „Spiegel“ auch zu seiner salzfreien Ernährung, die immer wieder für Schlagzeilen gesorgt hat. „Manch einer mag noch zögern, aber meine Botschaften sind durch die Studienlage belegt“, erklärte Lauterbach dazu. „Hoher Salzkonsum ist gefährlich, und es macht niemanden dümmer, das zu wissen. Natürlich kann sich jeder trotzdem anders entscheiden.“

Karl Lauterbach (SPD): „Es gibt größere Gefahren für die Gesundheit als einen zu hohen Salzkonsum.“ (Archivbild)
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Ein kompletter Verzicht auf Salz gehe jedoch ohnehin „kaum“, führte der SPD-Politiker aus. „In der natürlichen Ernährung ist genug Natrium enthalten. Trotzdem gebe ich zu: Es gibt größere Gefahren für die Gesundheit als einen zu hohen Salzkonsum.“
„Stress in der Politik, Ärger mit Journalisten, zu wenig Schlaf“
Er habe allerdings auch „sehr ungesunde Lebensgewohnheiten“, stellte Lauterbach zudem klar: „den Stress in der Politik, den Ärger mit Journalisten, zu wenig Schlaf“. Wie viele Stunden er pro Nacht schläft, wollte Lauterbach jedoch nicht im Detail verraten. „Aber ich habe auch Risikofaktoren, und zu wenig Schlaf gehört dazu.“
Außerdem esse er sehr gerne Schokolade, erklärte Lauterbach. „Auf Süßigkeiten verzichte ich nicht komplett, ich geißle mich nicht mönchhaft.“ Auch trinke er „sehr gern Wein, aber sehr in Maßen“, führte der ehemalige Gesundheitsminister aus. „Ich bin Genusstrinker“, erklärte Lauterbach, der nach eigenen Angaben „hin und wieder ein Glas Rotwein“ trinkt.
Karl Lauterbach: „Ich esse seit Jahrzehnten kein Fleisch“
Zu seiner fleischlosen Ernährung erklärte Lauterbach außerdem: „Ich esse seit Jahrzehnten kein Fleisch. Aber nicht aus Gesundheitsgründen, sondern weil mich schon während des Studiums das Argument überzeugt hat, dass für die Fleischerzeugung viel zu viel Energie verbraucht wird. Auch die Tierhaltung ist eine Katastrophe.“
Für manche Menschen sei Fleischkonsum jedoch vorteilhaft, so Lauterbach. „Die Studienlage gibt Hinweise auf die Vorzüge von unverarbeitetem Fleisch“, führte der SPD-Politiker aus. „Besonders gilt das für Träger einer bestimmten Alzheimer-Risiko-Genvariante, die wahrscheinlich davon profitieren, sehr regelmäßig Fleisch zu essen.“ (das/dpa)

