Vor dem geplanten Ende der Waffenruhe im Iran-Krieg bleibt die Lage in dem Konflikt extrem angespannt.
Krieg in NahostIran kapert zwei Schiffe – Trump poltert gegen Mullahs
Die USA und Israel hatten Ende Februar mit Luftangriffen den Iran-Krieg begonnen. Bereits am ersten Kriegstag wurden der oberste Führer Ayatollah Ali Chamenei und weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet. Mittlerweile haben sich die Parteien auf eine Waffenruhe geeinigt, Verhandlungen in Pakistan scheiterten jedoch zunächst. Alle Informationen lesen Sie hier im Liveblog.
22. April
Straße von Hormus: Revolutionsgarden melden Beschlagnahmung von zwei Schiffen
12.15 Uhr: Die iranischen Revolutionsgarden haben nach eigenen Angaben zwei Schiffe beschlagnahmt, welche die Straße von Hormus passieren wollten. Die beiden Schiffe hätten gegen die Vorschriften für die Meerenge verstoßen, erklärten die Revolutionsgarden am Mittwoch. Welche Schiffe es genau sind, ist bisher nicht klar.
Trump über Iran: „Bricht finanziell zusammen“
10.04 Uhr: Laut US-Präsident Donald Trump steht der Iran wegen der fortdauernden Schließung der Straße von Hormus kurz vor dem finanziellen Kollaps. „Der Iran bricht finanziell zusammen!“, schrieb Trump am Mittwoch in seinem Onlinedienst Truth Social. Die Islamische Republik „hungert nach Geld“, fügte Trump hinzu.
Dem US-Präsidenten zufolge wolle Teheran eigentlich, dass die strategisch wichtige Meerenge „sofort geöffnet wird“. Die Islamische Republik habe allerdings erklärt, die Straße von Hormus weiter zu blockieren, weil sie damit „ihr Gesicht wahren“ könne, führte Trump weiter aus.
Der iranische Landwirtschaftsminister stellte die Situation dagegen anders dar. „Trotz der US-Seeblockade haben wir keine Probleme mit der Versorgung mit Grundgütern und Nahrungsmitteln“, erklärte Landwirtschaftsminister Gholamresa Nuri am Dienstag der staatlichen Nachrichtenagentur Irna. Aufgrund der Größe des Irans seien „Importe über verschiedenen Grenzen möglich“. Zudem würden „etwa 85 Prozent der landwirtschaftlichen Produkte und Grundgüter“ im Inland produziert, erklärte Nuri.
Iran beschießt Frachter in Straße von Hormus
9.16 Uhr: In der Straße von Hormus ist ein Containerschiff unter Beschuss geraten und dabei schwerbeschädigt worden. Ein Schiff der iranischen Revolutionsgarden (IRGC) habe sich dem Schiff genähert und Schüsse abgegeben, teilte die britische Behörde für die Sicherheit der Handelsschifffahrt (UKMTO) unter Berufung auf den Kapitän des Frachters mit.
Zu dem Vorfall kam es laut UKMTO 15 Seemeilen nordöstlich von Oman. Alle Besatzungsglieder sind demnach in Sicherheit. „Der Kapitän eines Containerschiffs berichtete, dass sich ein Schnellboot der IRGC dem Schiff genähert habe“, heißt es in der Mitteilung. Schließlich habe die Besatzung des iranischen Boots ohne Funkwarnung das Feuer eröffnet und dabei die Brücke schwerbeschädigt.
Trump verlängert vorerst Waffenruhe mit dem Iran
6.55 Uhr: Kurz vor dem Auslaufen der zweiwöchigen Waffenruhe im Iran-Krieg hat US-Präsident Donald Trump die Feuerpause vorerst verlängert. Er werde die Feuerpause so lange verlängern, bis der Iran einen Vorschlag zur Beendigung des Konflikts vorlege und „die Gespräche in der einen oder anderen Form abgeschlossen werden“, erklärte Trump am Dienstag (Ortszeit) in seinem Onlinedienst Truth Social. Die US-Blockade iranischer Häfen bleibe allerdings bestehen. Der Iran äußerte sich zunächst nicht zu der Verlängerung der Waffenruhe.
Trump schrieb, dass Pakistan ihn um eine Verlängerung gebeten habe. „Angesichts der Tatsache, dass die Regierung des Iran wenig überraschend ernsthaft zersplittert ist, ist uns von Feldmarschall Asim Munir und Premierminister Shehbaz Sharif aus Pakistan die Bitte herangetragen worden, unseren Angriff auf den Iran so lange zurückzuhalten, bis deren Führer und Vertreter einen einheitlichen Vorschlag ausarbeiten können“, erklärte der US-Präsident. Pakistan vermittelt im Krieg zwischen den USA und dem Iran und hatte die beiden Kriegsparteien zu neuen Gesprächen eingeladen.
20. April
Verluste im Dax nach erneuten Spannungen in Nahost
9.33 Uhr: Wegen der erneuten Eskalation in Nahost hat der Dax am Montag einen Teil seiner kräftigen Freitagsgewinne wieder abgegeben. Kurz nach dem Handelsstart büßte der Leitindex 1,24 Prozent auf 24.397,05 Punkte ein. Der MDax mit den mittelgroßen Werten verlor 1,35 Prozent auf 31.519,88 Zähler. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx ging um 1,23 Prozent abwärts.
Die Situation in der Straße von Hormus ist weiterhin unübersichtlich und stark angespannt. Nachdem der Iran am Freitag die Öffnung der Meerenge bis zur restlichen Dauer der Waffenruhe am Mittwoch angekündigt hatte, wurde dies nach nur einem Tag wieder zurückgenommen. Als Grund nannte die Armeeführung die fortdauernde Blockade iranischer Häfen durch die USA.
Zwischenfälle im Libanon trotz Waffenruhe
8.59 Uhr: Israels Armee hat eigenen Angaben zufolge trotz der Waffenruhe im Libanon in der Nacht eine Raketenabschussrampe im Süden des Nachbarlandes angegriffen. Diese sei feuerbereit und eine „direkte Bedrohung für die Ortschaften in Nordisrael“ sowie für Soldaten gewesen, teilte das israelische Militär am Morgen mit.
Die Armee werde sich weiterhin gegen Gefahren verteidigen und Sicherheit für israelische Zivilisten und Soldaten gewährleisten, hieß es in einer Erklärung weiter. Laut der vom US-Außenministerium veröffentlichten Waffenruhe-Vereinbarung zwischen Israel und dem Libanon darf Israel alle notwendigen Maßnahmen zur Selbstverteidigung gegen geplante, unmittelbar bevorstehende oder andauernde Angriffe ergreifen. Die Feuerpause war in der Nacht zum Freitag nach mehr als sechs Wochen Krieg zwischen Israel und der proiranischen Hisbollah-Miliz im Libanon in Kraft getreten
Europäischer Gaspreis steigt deutlich
8.52 Uhr: Der Preis für europäisches Erdgas ist nach Rücknahme der Öffnung der Straße von Hormus durch den Iran deutlich gestiegen. An der Börse in Amsterdam legte die Notierung für den richtungweisenden Erdgas-Terminkontrakt TTF zur Lieferung in einem Monat um fast sechs Prozent auf 41,02 Euro je Megawattstunde (MWh) zu.
Iran lässt zwei Männer nach Spionagevorwürfen hinrichten
8.21 Uhr: Irans Justiz hat zwei Männer nach Spionagevorwürfen hinrichten lassen. Die Exekution erfolgte im Morgengrauen, wie die mit der Justiz verbundene Nachrichtenagentur Misan berichtete. Ein Revolutionsgericht in der Großstadt Karadsch bei Teheran hatte das Urteil gesprochen. Irans Justiz warf den beiden Männern vor, für den israelischen Auslandsgeheimdienst Mossad spioniert zu haben. Wann sie festgenommen wurden und wann das Urteil fiel, blieb zunächst unklar.
Menschenrechtsgruppen kritisieren seit Jahren die rigorose Anwendung der Todesstrafe im Iran und werfen den Behörden vor, Hinrichtungen auch als Mittel der Einschüchterung zu nutzen. Im vergangenen Jahr wurden nach Angaben der Organisation Iran Human Rights (IHRNGO) mindestens 1.639 Menschen hingerichtet, so viele wie seit 35 Jahren nicht mehr.
US-Delegation mit Vance zu Verhandlungen erwartet
4.17 Uhr: Vor dem Auslaufen der zweiwöchigen Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran wird eine US-Delegation mit Vizepräsident JD Vance an der Spitze ab Montag zu neuen Verhandlungen in Pakistan sein. US-Präsident Donald Trump will dem Iran nach eigenen Angaben einen „vernünftigen Deal“ anbieten. Teheran plant iranischen Staatsmedien zufolge jedoch vorerst keine Teilnahme an neuen Verhandlungen.

US-Vizepräsident JD Vance. (Archivbild)
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Die USA und Israel hatten Ende Februar Angriffe auf den Iran gestartet. Nach fünf Wochen Krieg einigten sich die Konfliktparteien unlängst auf eine zweiwöchige Feuerpause, die am Mittwoch auslaufen würde. Während der Waffenruhe sollte unter Vermittlung Pakistans eine dauerhafte Friedenslösung ausgehandelt werden. Die erste Gesprächsrunde vor rund einer Woche ging allerdings ohne Ergebnis zu Ende. Die zweite Verhandlungsrunde in Islamabad wird durch die erneute iranische Sperrung der für den Welthandel immens wichtigen Straße von Hormus erschwert. Teheran begründete dies mit der US-Blockade iranischer Häfen.
Spannungen in Straße von Hormus: Ölpreise steigen wieder deutlich
2.43 Uhr: Vor dem Hintergrund neuer Spannungen zwischen den USA und dem Iran kostet Rohöl wieder deutlich mehr. Die Nordseesorte Brent mit Lieferung im Juni ging mit einem Kurs von knapp 97 US-Dollar in die Handelswoche und war damit über sieben Prozent teurer als noch in der vergangenen Woche. Auch die US-Sorte WTI legte ähnlich stark zu. Zu Beginn des Krieges Ende Februar lag der Preis für Brent noch bei unter 70 Dollar.
Für Spannungen sorgte vor allem die Seeblockade der USA in der Straße von Hormus: Die US-Marine hatte am Sonntag einen iranischen Frachter angegriffen und unter ihre Kontrolle gebracht. Wie das US-Regionalkommando Centcom mitteilte, war das Schiff auf dem Weg in die iranische Küstenstadt Bandar Abbas in der Straße von Hormus. Irans Militär warf den USA „bewaffnete Seepiraterie“ vor und kündigte eine Reaktion an.
Iran kündigt Reaktion auf US-Angriff auf Frachter an
1.38 Uhr: Irans Militär hat den USA nach dem Angriff auf ein iranisches Frachtschiff im Arabischen Meer „bewaffnete Seepiraterie“ vorgeworfen. Man werde „bald reagieren“, zitierte der regierungstreue Sender Press TV das iranische Hauptquartier Khatam al-Anbiya. Die US-Marine hatte den iranischen Frachter zuvor angegriffen und unter ihre Kontrolle gebracht. Wie das US-Regionalkommando Centcom mitteilte, war das Schiff auf dem Weg in die iranische Küstenstadt Bandar Abbas in der Straße von Hormus.
Die USA haben eine Blockade für Schiffe verhängt, die aus iranischen Häfen auslaufen oder diese ansteuern. „Ein unter iranischer Flagge fahrendes Frachtschiff namens TOUSKA, das fast 900 Fuß lang ist (etwa 274 Meter) und fast so viel wiegt wie ein Flugzeugträger, versuchte heute, unsere Seeblockade zu durchbrechen – was für die Besatzung nicht gut ausging“, schrieb US-Präsident Donald Trump auf Truth Social. Laut Centcom wurden bereits 25 Schiffe angewiesen, umzudrehen oder in ihre iranischen Häfen zurückzukehren.
Israelischer Soldat beschädigt Jesus-Figur im Libanon
0.44 Uhr: Die israelische Armee bestätigt, dass einer ihrer Soldaten im Südlibanon ein christliches Symbol beschädigt hat. Man nehme den Vorfall äußerst ernst, teilte die Armee am Abend auf X mit. Das Verhalten des Soldaten sei in keiner Weise mit den Werten vereinbar, die von Soldaten erwartet würden.
Am Sonntag hatte die Armee ein Foto veröffentlicht, das zeigt, wie ein Mann in israelischer Armeeuniform mit einem Hammer auf eine von einem Holzkreuz gefallene Figur von Jesus Christus einschlägt. Die Armee teilte mit, es sei nach einer ersten Untersuchung festgestellt worden, dass das Bild einen Soldaten im Südlibanon zeige.
Gegen die Beteiligten würden angemessene Maßnahmen ergriffen, hieß es von der Armee weiter. Darüber hinaus wolle man die Gemeinde bei der Wiederherstellung des Kruzifixes an seinem Standort unterstützen. Rund jeder dritte Libanese ist Christ.

US-Präsident Donald Trump. (Archivbild)
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Trump: US-Militär hat iranisches Frachtschiff geentert
0.07 Uhr: Die USA haben nach Darstellung von Präsident Donald Trump ein iranisches Frachtschiff angegriffen und unter ihre Kontrolle gebracht. „Ein unter iranischer Flagge fahrendes Frachtschiff namens TOUSKA, das fast 900 Fuß lang ist (etwa 274 Meter) und fast so viel wiegt wie ein Flugzeugträger, versuchte heute, unsere Seeblockade zu durchbrechen – was für die Besatzung nicht gut ausging“, teilte Trump auf seiner Plattform Truth Social mit.
Die Besatzung ignorierte demnach ein Warnsignal, woraufhin das US-Kriegsschiff „USS Spruance“ auf den Maschinenraum feuerte. Ereignet habe sich der Vorfall im Golf von Oman. „Derzeit steht das Schiff unter der Kontrolle der US-Marine“, teilte Trump mit. Die USA hatten zuvor eine Seeblockade für Schiffe verhängt, die aus iranischen Häfen auslaufen oder diese ansteuern. Trump zufolge steht das Schiff wegen illegaler Aktivitäten auf der Sanktionsliste der USA. Aktuell werde geprüft, was sich an Bord befinde.
red/afp/dpa


