Während Trump die Waffenruhe mit dem Iran verlängert, wertet Teheran dies als Täuschung und droht militärisch.
Waffenruhe mit einem HakenTrump verlängert Feuerpause, doch die US-Seeblockade bleibt

Die Lage in der Straße von Hormus ist auch nach Trumps Verlängerung der Waffenruhe unverändert. (Archivbild)
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Eine unerwartete Entwicklung im Iran-Konflikt: Der amerikanische Präsident Trump hat den Waffenstillstand einseitig ausgeweitet. Teheran wertet dies jedoch als Täuschung und äußert offene Drohungen.
Über die Plattform Truth Social gab US-Präsident Donald Trump unerwartet und kurzfristig bekannt, die Waffenruhe mit dem Iran einseitig zu verlängern. Einem Gesuch Pakistans folgend, werde er auf Attacken verzichten, bis die iranische Führung einen „geeinten Vorschlag“ zur Beendigung des Konflikts vorlegt. Die maritime Blockade iranischer Häfen durch die USA bleibe jedoch bestehen.
Aus Teheran kam umgehend eine skeptische Antwort. Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim meldete, gestützt auf nicht näher genannte Quellen, dass der Iran nicht um eine Ausweitung der Waffenruhe gebeten habe. Eine formelle Stellungnahme werde zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen.
Iran droht mit militärischer Antwort
Mahdi Mohammadi, ein Berater des iranischen Parlamentspräsidenten Mohammed Bagher Ghalibaf, bezeichnete Trumps Ankündigung auf der Plattform X als irrelevant. „Die Verliererseite kann die Bedingungen nicht diktieren“, schrieb er. Das Andauern der maritimen Blockade durch die USA komme Bombardements gleich und erfordere eine militärische Reaktion. Mohammadi äußerte zudem den Verdacht, Trumps Schritt sei ein Trick, um „Zeit für einen Überraschungsangriff zu gewinnen“.

Trump glaubt, dass Irans Führung gespalten ist. (Archivbild)
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Solange die Blockade durch die USA andauert, wird der Iran die für den globalen Ölmarkt entscheidende Straße von Hormus nicht freigeben, meldete die Agentur Tasnim. Im Ernstfall werde die Meerenge gewaltsam geöffnet. Ein Repräsentant der iranischen Streitkräfte erklärte auf der Plattform X, man verbleibe in „höchster Alarmbereitschaft“ und sei vorbereitet, auf Bedrohungen „schnell und entschieden zu reagieren“.
Lage am Ölmarkt bleibt angespannt
Auf den Ölmärkten führte die unklare Situation zu keiner wirklichen Beruhigung. Der Preis für die Nordseesorte Brent mit Lieferung im Juni überschritt vor Trumps Mitteilung zum ersten Mal seit über einer Woche die Marke von 100 Dollar. Im Anschluss sank der Preis laut der Nachrichtenagentur dpa nur geringfügig und notierte zuletzt bei 99 Dollar. Offen bleibt, ob sich der Iran und auch dessen Erzfeind Israel an die von Trump ausgerufene Feuerpause gebunden fühlen. Eine Reaktion aus dem Büro des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu gab es zunächst nicht. Die USA und Israel hatten den Krieg gemeinsam am 28. Februar begonnen.

US-Finanzminister Bessent meint, dass die US-Seeblockade dem Iran wichtige Einnahmen nimmt. (Archivbild)
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Trump spricht von „tief gespaltener“ Führung im Iran
Trump begründete seinen Schritt mit der Annahme, die Führung in Teheran sei „tief gespalten“. Er werde die Feuerpause ausweiten, bis ein „geeinter Vorschlag“ vorliege. Zuvor hatte der amerikanische Präsident eine Verlängerung noch als „sehr unwahrscheinlich“ bezeichnet. Der Nahost-Experte Thomas Juneau von der University of Ottawa charakterisierte die Lage auf X als ein „fragiles Patt“, bei dem beide Parteien erwarten, dass die andere zuerst nachgibt.
Die USA sehen sich laut Finanzminister Scott Bessent durch die Seeblockade im Vorteil. Diese ziele direkt auf die wichtigsten Einnahmequellen des Regimes ab, da die Öllager auf der Insel Charg bald voll seien und die Förderung gestoppt werden müsse, schrieb er auf X.

Der Iran und die USA halten an ihren Blockaden fest. (Archivbild)
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Militärs planen Einsatz zur Sicherung der Straße von Hormus
Währenddessen kommen Militärvertreter aus 30 Ländern in London zusammen, um einen möglichen Einsatz zur Sicherung der Straße von Hormus nach einem Ende der Kampfhandlungen zu planen. Wie die dpa meldet, wollen Großbritannien und Frankreich eine neutrale Marinemission organisieren, um Handelsschiffe zu begleiten. Auch Deutschland erwägt einen Beitrag zur Minenräumung und Seeaufklärung.
Der pakistanische Premierminister Shehbaz Sharif dankte Trump auf X dafür, dem Ersuchen Islamabads nach einer Verlängerung nachgekommen zu sein, um diplomatische Bemühungen fortsetzen zu können. Islamabad vermittelt in dem Konflikt.

Irans Außenminister Araghtschi sieht in der US-Seeblockade einen kriegerischen Akt. (Archivbild)
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Das US-Magazin „Time“ berichtete unterdessen, dass sich die Macht im Iran seit Kriegsbeginn zunehmend auf einen militärisch-sicherheitspolitischen Kern verlagert habe. Seit Modschtaba Chamenei nach der Tötung seines Vaters zum Obersten Führer ernannt wurde, sei dessen Rolle unklarer. Er agiere eher als eine Stimme in einem Konsensprozess, so der Bericht. (dpa/bearbeitet durch Gemini 2.5 Pro)
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