Die Ukraine meldet einen Angriff mit Flamingo-Marschflugkörpern. Auf Videos ist der Einschlag zu hören – und vulgäre russische Flüche.
Anspannung vor Parade in MoskauFlamingo-Angriff trifft Ziel tief in Russland – auch Ölraffinerie attackiert
Die Ukraine setzt ihre Angriffe auf Ziele tief in Russland fort – und bringt dabei nach eigenen Angaben nun auch Marschflugkörper des Typs Flamingo zum Einsatz. „In der vergangenen Nacht wurden Kampfeinsätze von F-5-Flamingo-Marschflugkörpern durchgeführt“, teilte Staatschef Wolodymyr Selenskyj am Dienstag (5. Mai) in den sozialen Netzwerken mit und veröffentlichte ein Video, das den Abschuss der Langstreckenwaffe zeigen soll.
„Mehrere feindliche Ziele, einschließlich Anlagen des militärisch-industriellen Komplexes in Tscheboksary“, seien bei der Operation angegriffen worden, hieß es weiter. Die Marschflugkörper hätten bei der Attacke eine Distanz von mehr als 1500 Kilometern zurückgelegt, berichtete der Staatschef.
Flamingo-Marschflugkörper trifft Fabrik in Russland
Die attackierte Fabrik in Tscheboksary habe Komponenten für die russische Marine, Raketenindustrie und Luftfahrt hergestellt, hieß es weiter. „Russland muss seinen Krieg beenden und sich echter Diplomatie zuwenden. Wir haben unseren Vorschlag klar gemacht“, fügte Selenskyj hinzu.
Zuvor hatte es bereits Hinweise auf einen Flamingo-Einsatz gegeben. In russischen Telegram-Kanälen kursierten am Dienstagmorgen entsprechende Videos. Eines soll den Moment des Einschlags eines der Marschflugkörper zeigen. Dort ist eine massive Explosion zu sehen, während vulgäre russische Flüche und panisches Geschrei zu hören sind.
Medien: Ukraine greift auch Ölraffinerie und Ziele auf der Krim an
Der Flamingo-Marschflugkörper des ukrainischen Herstellers Fire Point verfügt über einen 1.000-Kilogramm-Gefechtskopf und eine angegebene Reichweite von 3.000 Kilometern. Selenskyj bezeichnete ihn zuvor bereits als „erfolgreichste Rakete“ der Ukraine. Der Flamingo ist seit seiner Vorstellung im vergangenen Sommer erst in wenigen Fällen eingesetzt worden, wobei sich die gemeldeten Angriffe mit den Marschflugkörpern seit November 2025 gehäuft haben.
Ukrainische Medien berichteten unterdessen über weitere Angriffe auf russische Ziele. So sei auch eine der größten Ölraffinerien Russlands in der Oblast Leningrad mit Drohnen angegriffen worden, berichtete etwa der „Kyiv Independent“. Auch auf der von Russland illegal besetzten Halbinsel Krim seien Explosionen gemeldet worden, hieß es weiter.
Angespannte Lage in Russland vor Siegesparade am 9. Mai
In Russland bleibt die Lage unterdessen im Vorfeld der am 9. Mai in Moskau stattfindenden Siegesparade und nach mehreren erfolgreichen ukrainischen Angriffen auf die Ölindustrie angespannt.
Dass Kyjiw in der Lage ist, auch die russische Hauptstadt anzugreifen, demonstrierte die Ukraine am Montag erneut. Bei einer Attacke schlug eine Drohne in einem Hochhaus in Moskau ein – sieben Kilometer vom Kreml entfernt. Zudem sorgten ungewohnt offene Kritik an Putin und ein Geheimdienstbericht über den Kremlchef zuletzt für Aufsehen.
Moskau versucht im Vorfeld der Siegesparade am 9. Mai derweil, Kyjiw zu einer Waffenruhe rund um den Weltkriegsgedenktag zu nötigen – wurde bei diesem Plan jedoch von der Ukraine gekontert, die ihrerseits mit dem Angebot eines früheren Waffenstillstands reagierte. Diese werde in der Nacht auf Mittwoch beginnen, verkündete Staatschef Selenskyj. Zu der russischen Ankündigung einer Feuerpause sagte der Ukrainer, bislang habe sein Land „keine offizielle Anfrage“ erhalten.

