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Abnehmspritzen im CheckWas Stiftung Warentest zu Wegovy & Co. sagt

3 min
Eine Frau hält Abnehmspritzen verschiedener Marken in den Händen

Abnehmspritzen dämpfen zwar den Appetit, gedacht sind sie aber für Adipositas, nicht für die schnelle Strandfigur.

Die viel diskutierten neuen Medikamente zum Abnehmen, darunter Wegovy und Mounjaro, werfen Fragen auf. Wie wirksam sind sie? Eine Untersuchung der Stiftung Warentest liefert dazu eine eindeutige Einschätzung.

Die Vorstellung, zügig und ohne erhebliche Mühe an Gewicht zu verlieren, wird durch sogenannte Abnehmspritzen befeuert. Mittel wie Mounjaro und Wegovy reduzieren das Hungergefühl und bewirken dadurch eine signifikante Abnahme des Körpergewichts. Sie können eine effektive Unterstützung für Personen darstellen, die mit starkem Übergewicht (Adipositas) kämpfen. Wie die dpa meldet, hat die Stiftung Warentest diese Präparate nun einer Bewertung unterzogen.

Die aktiven Substanzen wurden anfangs für die Therapie von Typ-2-Diabetes konzipiert, zeigten jedoch auch eine hohe Wirksamkeit bei der Reduzierung von Körpergewicht. Eine Verordnung durch Mediziner bei Adipositas ist daher zulässig, sofern der Body-Maß-Index (BMI) einen Wert von 30 erreicht oder überschreitet. Bei Vorhandensein von Begleiterkrankungen wie beispielsweise Bluthochdruck kann eine Verschreibung schon ab einem BMI-Wert von 27 erfolgen.

An wen richten sich die Injektionen?

Nicole Merbach, die für die Stiftung Warentest spricht, hebt hervor, dass die Arzneien keine Lifestyle-Mittel für die „Bikini-Figur“ sind. Die Anwendung ist für Personen mit starkem Übergewicht vorgesehen und nicht für jene mit Normalgewicht, die lediglich geringfügig an Gewicht verlieren wollen. Zwei wöchentlich zu verabreichende Präparate stehen dabei im Mittelpunkt:

Das ebenfalls bekannte Medikament Ozempic basiert zwar auf demselben Wirkstoff wie Wegovy, seine Zulassung in der EU beschränkt sich jedoch allein auf die Diabetes-Therapie. Aus diesem Grund wird es nicht zu den Abnehmspritzen gezählt.

Die Einschätzung der Stiftung Warentest

Die Stiftung Warentest stützte ihre Analyse auf die Auswertung von wissenschaftlichen Studien sowie medizinischen Leitlinien. Im Resultat stuft die Organisation Mounjaro und Wegovy als „geeignet zur Gewichtsabnahme bei stark übergewichtigen Personen“ ein.

Die Effektivität ist beachtlich: Nach einem Jahr verzeichneten Teilnehmer von Studien mit Mounjaro einen Gewichtsverlust von 13 bis 19 Prozent, während es bei Wegovy 9 bis 12 Prozent waren. Die Prüfer betonen allerdings, dass eine dauerhafte Wirkung der Injektionen nur in Verbindung mit einer angepassten Ernährung und gesteigerter körperlicher Aktivität erzielt wird. Setzt man die Arzneien ab, stellt sich das normale Hungergefühl wieder ein und das verlorene Gewicht kann rasch zurückkehren, was als Jo-Jo-Effekt bekannt ist.

Unerwünschte Wirkungen und erhebliche Kosten

Die Behandlung kann mit unerwünschten Wirkungen verbunden sein. Vor allem in der Anfangsphase sind Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und ein Gefühl der Fülle möglich. Seltener, aber schwerwiegender, sind Entzündungen der Bauchspeicheldrüse oder der Gallenblase. Für beide Medikamente liegen bislang keine Daten zur Sicherheit bei einer langfristigen Anwendung vor.

Ein wesentlicher Minuspunkt ist der hohe Preis. Die Behandlungskosten können sich monatlich auf mehrere hundert Euro belaufen. Da die Spritzen als Lifestyle-Arzneimittel eingestuft werden, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten nicht. „Die Mittel sind für viele Betroffene derzeit unerschwinglich“, so das Fazit der Warentester.

Warnung vor unseriösen Online-Anbietern

Diese Arzneimittel können nur gegen Vorlage eines ärztlichen Rezepts erworben werden. Die Verbraucherzentrale NRW warnt jedoch vor telemedizinischen Plattformen, die Rezepte oft zu leichtfertig ausstellen. Teilweise genüge das Ausfüllen eines Online-Fragebogens. Solche Fragebögen lassen sich leicht manipulieren, sodass auch Menschen ohne medizinische Notwendigkeit an die Medikamente gelangen könnten. Dies sei „rechtlich unzulässig“ und berge erhebliche Gesundheitsrisiken. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.