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Nicht mehr naschenSo klappt das Süßigkeiten-Fasten bis Ostern

3 min
Weingummi-Würmer liegen herum.

Zumindest teilweise reduzieren lässt sich das Verlangen nach Zucker, wenn man eine Zeit lang auf Süßigkeiten verzichtet.

Die Fastenzeit bietet die Chance, Naschgewohnheiten neu zu ordnen. Eine Ernährungsexpertin erklärt, wie das gelingt und warum es sich lohnt.

Dass zu viel Zucker unserer Gesundheit schadet, wissen wir eigentlich alle. Doch dieses Wissen scheint wie weggeblasen, sobald die Kollegin selbstgebackene Muffins in die Büroküche stellt. Oder wenn das Gehirn nach einem langen Tag zur Belohnung einen Schokoriegel verlangt. Vielleicht auch noch einen zweiten.

Die Fastenzeit bietet die Chance, eingefahrene Süß-Routinen zu überdenken. 40 Tage ohne Süßigkeiten – was zunächst nach Verzicht klingt, kann sich am Ende als Gewinn erweisen. Warum das so ist und was Naschkatzen, Krümelmonster und Zuckerschnuten beim Durchhalten unterstützt.

Lohnt sich der Verzicht auf Süßes?

Ein zeitweiliger Verzicht auf Schokolade, Kuchen und Co. wirkt wie ein Reset für den Geschmackssinn. Denn wie süß uns Speisen oder Getränke erscheinen, hängt stark von unseren Gewohnheiten ab. „Wenn ich ständig Süßigkeiten und gezuckerte Getränke in meiner Ernährung habe, liegt diese sogenannte Süßschwelle weit oben“, sagt Daniela Krehl, Ernährungsexpertin von der Verbraucherzentrale Bayern.

Wer den Konsum eine Zeit lang einschränkt oder ganz pausiert, spürt oft eine Veränderung: Wir kommen mit weniger Süße aus. Nach der Fastenzeit reichen womöglich schon zwei oder drei Stücke Schokolade statt einer halben Tafel, um das Verlangen zu stillen. Vielleicht sorgt sogar der Löffel Zucker im Tee oder Kaffee am Morgen plötzlich für ein leichtes Unbehagen.

Hinzu kommt: Nach einer Phase des Verzichts genießen wir bewusster. Denn „Oft nehmen wir Süßigkeiten nebenbei auf, ohne das bewusst zu zelebrieren“, sagt Daniela Krehl.

Wie wir das Süßigkeiten-Fasten am besten anstellen:

Passionierten Naschkatzen dürfte es schwerfallen, von heute auf morgen auf alles Zuckrige zu verzichten. Dann ist erlaubt, das Ziel zu verkleinern - und in der Fastenzeit beispielsweise nur Softdrinks oder den täglichen Schokoriegel zu streichen. Oder sich den Löffel Zucker im Kaffee abzugewöhnen. 

Bevor es losgeht, sollte man seine eigenen Nasch-Gewohnheiten einmal durchleuchten. Also: 

  1. Wann habe ich typischerweise Gelüste?
  2. Was esse ich dann?
  3. Im nächsten Schritt geht es darum, Ideen für Ersatz zu sammeln.
Haferflocken mit Joghurt und Obst: So ein Snack liefert unserem Körper mehr Nährstoffe als der Griff in die Gummibärchentüte.

Statt Süßem: Haferflocken mit Joghurt und Obst. So ein Snack liefert unserem Körper mehr Nährstoffe als der Griff in die Gummibärchentüte.

Das können zum einen Snacks sein, die den süßen Zahn füttern, dabei aber etwas gesünder ausfallen, etwa Obst, Trockenfrüchte oder Nüsse. „Auch Naturjoghurt mit Zimt und Vanille ist ganz toll, um Zucker einzusparen“, sagt Daniela Krehl. Ebenfalls ein Versuch wert: Overnight Oats, also in Milch eingeweichte Haferflocken, mit Obst. 

Zum anderen kann man auch mit Aktivitäten entgegenwirken, die gar nichts mit Essen zu tun haben. Beispiel: Melden sich nach dem Mittagsessen süße Gelüste, kann ein Telefonat mit einer Freundin oder ein kleiner Spaziergang Ablenkung schaffen. 

Wie wir mit Ausrutschern beim Fasten umgehen:

Miesen Tag gehabt und mit der Tüte Gummibärchen auf dem Sofa gelandet? Passiert. „So ein Ausrutscher bedeutet nicht das Scheitern“, sagt Daniela Krehl. Hilfreich: den Perfektionsdruck rausnehmen, nach vorn blicken und es am nächsten Tag wieder besser machen. 

So manchem Rückfall lässt sich auch vorbeugen, indem wir alles daran setzen, Heißhunger zu vermeiden. Ist unser Blutzuckerspiegel im Keller, verlangt der nämlich nach schnell verfügbarer Energie - die der Zucker in Süßigkeiten liefert. 

Damit der Heißhunger nicht übermächtig wird, gilt: keine Mahlzeiten ausfallen lassen und sich bei Frühstück, Mittag und Abendbrot satt essen. Am besten enthalten die Mahlzeiten ausreichend Proteine und Ballaststoffe. Beide stabilisieren den Blutzuckerspiegel und schützen damit vor Heißhunger. (dpa)