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Giftköder-Verbot in NRWRatten-Bekämpfung wird in Köln zur kostspieligen Aufgabe für Profis

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Eine Ratte hockt auf einem Feldweg, nachdem sie von einem Rübenroder bei der Zuckerrübenernte überrascht wurde.

Seit dem 26. April 2026 ist der freie Verkauf von wirkstoffhaltigen Ratten- und Mäuseködern (sogenannten Rodentiziden) an Privatpersonen in Deutschland untersagt. (Symbolbild)

In NRW wird die Rattenbekämpfung aufwendiger: Giftköder sind nicht mehr frei verkäuflich. Wer in Köln Ratten im Garten hat, muss Profis rufen.

Ein entspannter Nachmittag im Garten in Köln oder dem Umland kann schnell getrübt werden, wenn man eine Ratte entdeckt. Während man früher in Baumärkten in der Region unkompliziert für wenig Geld Giftköder erwerben konnte, stehen Gartenbesitzer in Nordrhein-Westfalen nun vor einer finanziellen Hürde. Der freie Verkauf wirkstoffhaltiger Rattenköder an Privatpersonen wurde untersagt.

Deutliche Mehrkosten für Haushalte im Rheinland

Die Gesetzesänderung zwingt Betroffene dazu, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Der finanzielle Unterschied ist erheblich:

  1. Früher: Selbsthilfe per Baumarkt-Kauf für ca. 20 Euro.
  2. Heute: Beauftragung eines Fachbetriebs für Schädlingsbekämpfung für ca. 250 Euro.

Besonders in dicht besiedelten Gebieten wie dem Kölner Stadtgebiet oder Städten entlang der Rheinschiene kann dies bei Gartenbesitzern zu einer unerwarteten Belastung führen. Experten wie Kai Scheffler vom Deutschen Schädlingsbekämpfer-Verband betonen laut einem Artikel des „Westfälischen Anzeigers“, dass der direkte Weg zum Profi nun die einzige rechtssichere Option ist.

Kompliziertere Verfahren und Zeitverlust

Es reicht nicht mehr aus, den Kammerjäger zu rufen und sofort Rattengift auszulegen. Nach den neuen Richtlinien muss der Befall erst eindeutig nachgewiesen werden, beispielsweise durch Monitoring mit giftfreien Ködern. Erst wenn feststeht, dass tatsächlich Ratten an den Testködern gefressen haben, darf das eigentliche Gift eingesetzt werden.

Eigentümer können einiges tun, damit Ratten sich auf dem Grundstück nicht wohlfühlen.

Eigentümer können einiges tun, damit Ratten sich auf dem Grundstück nicht wohlfühlen. (Symbolbild)

Dieser Prozess führt zu Verzögerungen. In der Zwischenzeit können sich die Tiere weiter vermehren, was gerade in den Gärten der Region NRW, die oft eng aneinandergrenzen, die Ausbreitung beschleunigt. Zudem sind die Kapazitäten der Fachfirmen in Ballungszentren wie Köln oder dem Ruhrgebiet durch die erhöhte Nachfrage oft knapp.

Fallen sind oft keine Lösung

Herkömmliche Schlagfallen werden für den Außenbereich kritisch gesehen. Sie stellen eine Gefahr für die lokale Fauna in NRW dar, etwa für Vögel, Eichhörnchen oder Erdkröten. Ratten erweisen sich zudem oft als zu intelligent für einfache Fallen. Lebendfallen werfen wiederum das Problem auf, wie das Tier anschließend tierschutzgerecht entsorgt werden soll.

Prävention als bester Schutz

Um die hohen Kosten für den Fachmann zu vermeiden, ist Hygiene im eigenen Garten und Haushalt die effektivste Methode. In Nordrhein-Westfalen geben Experten folgende Ratschläge:

  1. Keine Speisereste über die Toilette entsorgen, da dies Ratten in der Kanalisation anlockt.
  2. Mülltonnen stets geschlossen halten.
  3. Biotonnen regelmäßig reinigen und leeren.
  4. Vogelfutter und Tiernahrung nicht offen stehen lassen, um keine dauerhaften Futterstellen zu bieten.
  5. Fallobst und Ernteüberschüsse zeitnah aufsammeln, da diese eine kalorienreiche Lockquelle darstellen.
  6. Holzstapel und Gerümpel vermeiden, um potenziellen Nistplätzen und Unterschlupfen vorzubeugen.

Wer diese Regeln im Alltag konsequent umsetzt, verringert das Risiko eines Befalls deutlich und schont den eigenen Geldbeutel vor den gestiegenen Kosten der Schädlingsbekämpfung. (jag)