Sollte ein Ex-Vorstandsmitglied Geld veruntreut haben, wäre das schäbig. Spenden braucht die Tafel Bad Münstereifel aber weiterhin.
UntreueverdachtSpenden für die Tafel Bad Münstereifel dürfen nicht abreißen


Das Tafel-Gebäude in Iversheim wurde bei der Flutkatastrophe stark beschädigt.
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Sollten die Vorwürfe stimmen, dass ein früheres Vorstandsmitglied der Bad Münstereifeler Tafel Geld, das für den Wiederaufbau nach der Flut gedacht war, veruntreut hat, dann ist das vor allen Dingen eines: schäbig. Unabhängig von einer möglichen strafrechtlichen Bewertung ist es aus moralischer Sicht genauso schäbig wie die Fluthilfebetrugsfälle, die derzeit reihenweise aufgedeckt und vor Gericht verhandelt werden. In beiden Fällen haben sich Menschen bereichert, denen die Zuwendungen – seien es nun Spenden oder Steuergelder – nicht zustehen.
Bei der Tafel in Bad Münstereifel ging es nach der Flut darum, dass sie schnell wieder den Betrieb aufnehmen kann, um den Menschen, die unbedingt auf die segensreiche Institution angewiesen sind, zur Verfügung zu stehen. 200 Familien mit 500 Menschen nehmen die Hilfe der Tafel in Bad Münstereifel in Anspruch. Und diese Menschen dürfen nicht unter einem möglichen kriminellen Fehlverhalten einer einzelnen Person noch mehr leiden, als sie es ohnehin schon tun.
Ausbleibende Spenden würde die falschen treffen
Es wäre nur allzu menschlich, wenn potenzielle Spender nun überlegen, die Tafel in Bad Münstereifel nicht weiter zu unterstützen. Nachvollziehen könnte man solche Gedanken. Doch genau das wäre ein falscher Schluss. Denn es träfe nicht die Person, die die Situation ausgelöst hat, sondern die Menschen, die nichts dafür können. Für die wäre es eine Katastrophe, wenn wegen der Vorgänge Spenden ausblieben.
Dass der Verein es war, der die Vorgänge zur Anzeige gebracht hat, zeigt, dass er eine lückenlose Aufklärung unterstützt. Dem derzeitigen Vorstand sollten deshalb keine Steine in den Weg gelegt werden. Die Tafel braucht weiterhin Spenden, um denen zu helfen, die sonst nichts oder nur sehr wenig haben. Wie es mit dem ehemaligen Vorstandsmitglied weitergeht, wird die Zukunft zeigen. Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln.


