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Karneval 2026So jeck wird in der Gemeinde Blankenheim gefeiert –  Konkurrenzloser Zoch

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Eine Gruppe Jecken ist als Olaf, Eiskönigin und sonstige Wintergestalten verkleidet.

Als Schneeflocken im „Winter-Wonderland“ war diese Gruppe aus Blankenheimerdorf unterwegs.

Herrlich jeck: Hier fassen wir die Highlights aus dem Straßenkarneval der Gemeinde Blankenheim zusammen. Blankenheimerdorf ohne Konkurrenz.

An den Karnevalstagen finden Sie hier die schönsten Bilder aus dem Gemeindegebiet Blankenheim.


Eine Gruppe Jecken ist als Olaf, Eiskönigin und sonstige Wintergestalten verkleidet.

Als Schneeflocken im „Winter-Wonderland“ war diese Gruppe aus Blankenheimerdorf unterwegs.

Der Zoch in Blankenheimerdorf ist nahezu konkurrenzlos

Den Tag für seinen Umzug hat der Karnevalsverein Gemötliche Dörfer mit Weiberfastnacht sehr geschickt gewählt. Denn zum Auftakt des Straßenkarnevals gibt es so gut wie keine anderen Zöch im Umkreis. Da können sich die Dörfer Karnevalisten stets über genügend Teilnehmeranmeldungen freuen.

So auch in diesem Jahr: 14 Gruppen und Wagen – noch einer mehr als im vergangenen Jahr – hatten die Obermöhnen Ramona Poensgen und Eva Weiler in eine Ordnung zu bringen. Zwei Wagen und der Musikverein Blankenheimerdorf sind dabei der eigentliche „Dörfer“-Anteil. Der große Rest kommt aus dem Gemeindegebiet von Blankenheim, von der Oberen Kyll oder auch aus Hillesheim. „Ohne die Unterstützung der befreundeten Vereine und Karnevalscliquen würden wir keinen eigenen Zug mehr auf die Beine stellen können“, so Ramona Poensgen. Wobei: Wer einen Wagen gebaut oder aufwendige Kostüme für eine Fußgruppe genäht hat, ist für Gelegenheiten dankbar, bei denen man damit gesehen wird.

Von dummen Lehrern und einem Winter-Wonderland

Zum Beispiel die 30 großen und kleinen Schneeflocken und an die 20 männliche Inuit auf ihrem „Winter-Wonderland“-Wagen aus Blankenheimerdorf. Oder eine 15-köpfige Clique, ebenfalls aus Blankenheimerdorf, die sich als Klasse 1b – das Thema hatte schon das Männerballett Blankenheimerdorf für diese Session gewählt – dümmer als erlaubt anstellte. „Der Lehrer hat keine Ahnung, dauernd fragt er mich was“, stand etwa auf einer Pappe an der Wagenwand. Verglichen mit den Pennälern aus der „1b“ war die Clique der „KG Toll“ deutlich weniger pädagogisch unterwegs. Ihr Motto sei schlicht „Trinken ohne Limit“ hieß es auf dem Wagen zum Thema Jagdfieber. Damit könne aber auch schlicht Cola gemeint sein, beteuerten Jana und Lea. Ihre Clique kam aus gleich mehreren Dörfern an der Oberen Kyll, so aus Hallschlag, Ormont und Stadtkyll.

Eine Gruppe war mit einer kompletten Après-Ski-Hütte unterwegs.

Mit einer rollenden „Après Ski-Hütte“ machte sich das „Kommando Saufkräfte“ auf den Weg durch Blankenheimerdorf.

Eine junge Frau zeigt auf einen Trinkbecher, den eine andere Frau in der Hand hält.

„Da kann ja auch Cola drin sein“, meinten Jana, das Reh (l.), und Lea.

Eine als Miraculix verkleidete Frau rührt in einem Bottich. Links und rechts stehen Kinder, die als Asterix und Obelix verkleidet sind.

Blickten in den Kessel von Miraculix (Elke): Luana und Marc.

Um ein Getränk ging es auch auf einem anderen Wagen: Asterix (Luana) und Obelix (Marc) wollten beim Blick in den großen Kessel mit dem Zaubertrank von Miraculix (Elke) genau wissen, ob es sich bei dem Gebräu um den erhofften Krafttrank handele oder doch nur um eine banale Plörre. Das Trio gehörte zu einem Dutzend Jecken aus Nonnenbach, die wie die allermeisten der Aktiven im Möhnenumzug schon seit Jahren dabei sind. „Wir sind die lebenden Toten aus Blankenheim“, erklärte Christine wenige Meter weiter die aufwendigen Kostüme der „Dia de los Muertos“-Fußgruppe. Man sei ja eigentlich 20 Leute – und nicht nur die sechs, die da waren. Leider habe es ein paar Ausfälle gegeben, meinte sie achselzuckend.

Mittendrin war auch der Prinzenwagen aus Blankenheim

Gefeiert wurde auch auf dem Sauna-Wagen und in der „Bar danach“ des KV Zapfhahn. Das „Kommando Saufkräfte“ hatte eine ganze Après- Ski-Hütte aufgebaut, die KG Siwwen Atü stellte die Welt von Shaun dem Schaf vor. Aus Dollendorf und Ripsdorf wurde lautstark dem Motorsport gefrönt.

Mittendrin war der Prinzenwagen des KV Blankenheim mit Tollität Eva I. zu finden, die sich schon mal warm feiern konnte für den großen Auftritt als Obergeistin beim Geisterzug in Blankenheim. Den Wagen begleitete eine bunte Clique Malle-Besucher, gebildet aus den „Schwaadschnüssjer“ (die Junggesellinnen aus Blankenheim) und den „Nass Fööss“, ihrem männlichen Gegenpart.

Möglich machte das karnevalistische Treiben im Dörfer Zug aber auch etwas, was in früherer Zeit eher undenkbar war. Oder gar die eine oder andere Mitgliedschaft in den beiden Vereinen der Unvermählten womöglich hätte beenden können: Auf dem Wagen der Monopoly-Gruppe wurde nämlich ein ganz besonderer Frieden geschlossen: „Wir sind aus Dahlem und aus Schmidtheim und feiern gemeinsam“, so Nicole, die selbst aus Dahlem stammt: „Früher haben sich die Schmeddemer und die Dahlemer ja fast gehasst. Heute lieben sie sich. Jedenfalls im Karneval!“


Drei Frauen sind als Enten verkleidet, eine weitere als Wiese. Sie rufen dem Fotografen etwas zu.

Die Möhne von heute gehen als „Ente“ oder „Wiese“ – zumindest in Mülheim. Gudrun, Rosa, Ruth und Michaela (von links) hatten ihren Spaß.

Die Mülheimer Möhne bewahren die Tradition

In Mülheim wird an Wieverfastelovend noch der alte Karnevalsbrauch des spontanen Möhnetreibens gepflegt.

Renate sortiert ihren Einkaufskorb. Kamelle für die jungen Jecke am Dorfplatz hat sie natürlich dabei, aber auch kleine Pappbecher zum Ausschenken des hochprozentigen Seelenwärmers für die Älteren.

Der Tag beginnt für die Möhnen mit einem gemeinsamen Frühstück

So macht Renate, die Möhn, das seit Jahren, so ist sie Teil eines Karnevalsbrauchtums, das es nicht mehr in vielen Eifeldörfern gibt, Teil des Möhnetreibens. „Wir haben heute Morgen mit dem Möhnenfrühstück begonnen“, erzählt sie, und dass sie als Kind schon von den Möhnen fasziniert gewesen sei: „Da trugen sie aber noch die alten Masken, und die sahen eher ein bisschen furchterregend aus.“

Eine Möhn mit einer großen rosa Melona auf dem Kopf steht neben einer Frau, die eine Flasche in der Hand hält.

Schon als Kind hat Renate (l.) die Möhne bewundert, mittlerweile ist sie selber eine.

Renate wirft Kamelle in den umgedrehten Schirm von Ulla. „Ich sammele für meine beiden kleinen Enkel, die sind leider krank“, so Oma Ulla. „Wenn die Möhne auch nur ein einziges Mal nicht mehr kämen, wäre es mit dem Möhnetreiben hier in Mülheim vorbei, und es käme wahrscheinlich nie mehr zurück.“

Das tradierte Möhnekostüm hat längst ausgedient

Wie Renate sind an diesem Morgen drei quietschgelbe „Enten“ unterwegs – Ruth, Rosa und Michaela –, die eine von ihrer Freundin Gudrun dargestellte „Wiese“ mitgebracht haben. Ja, das stimme schon, die Möhne müssten einfach kommen, sagen sie. Möhn zu sein heißt eben vor allem an Weiberfastnacht einfach da zu sein. Ein tradiertes Möhnekostüm, also dunkle Kleidung, Warzen-Runzelmaske und Reisigbesen, braucht es dafür nicht.

Und während sich die Jecke um die Enten samt Wiese und um Renate mit dem Einkaufskorb sammeln, marschiert eine Gruppe von Schlümpfen zum Dorfplatz. Der Musikverein Mülheim spielt „Juh-Jah“, die Blankenheimer Karnevalshymne. Eine Abordnung des KV Blankenheim hört im Hintergrund zu. Auf dem Dorfplatz wird jetzt getanzt und geschunkelt. Eine halbe Stunde dauert das Möhnetreiben, dann zieht man geschlossen ins Jugendheim zur Möhneparty.


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Wir wünschen schöne Karnevalstage. Alaaf!