Beim Saisonstart der Nürburgring-Langstrecken-Serie am Samstag feiert der 19-jährige Bad Münstereifeler Henry Lindloff sein Debüt.
MotorsportEinige Fahrer aus dem Kreis Euskirchen starten erst beim zweiten Lauf der NLS

Beim ersten Rennen mit dabei ist der Lamborghini Huracan, für den McChip-DKR aus Obergarztem verantwortlich ist.
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Am Samstag dröhnen wieder die Motoren am Nürburgring, und die Teilnehmer der Langstrecken-Serie düsen über die Nordschleife. Auch einige Fahrer aus dem Kreis Euskirchen sind in dieser Saison wieder am Start. Einer von ihnen hat in den vergangenen beiden Jahren jeweils die Pole-Position vor dem ersten Rennen geholt: Frank Stippler.
Beim Bad Münstereifeler heißt es allerdings nicht „Aller guten Dinge sind drei“, denn der 50-Jährige wird am Auftaktwochenende nur Zuschauer sein. Das liegt an der Verschiebung des zweiten NLS-Laufs, der ursprünglich am 28. März stattfinden sollte, aber Ende Januar um eine Woche vorverlegt wurde. Die NLS will „Piloten aus der Königsklasse und anderen internationalen Rennserien“ die Teilnahme ermöglichen, um den weltweiten Bekanntheitsgrad der NLS auszubauen, hieß es in einer Mitteilung.
NLS2-Verschiebung beschert Frank Stippler die Zuschauerrolle bei NLS1
Fahrer von Stipplers HRT-Team, die für das Ursprungsdatum des zweiten Laufs eingeplant gewesen waren, am neuen Termin aber nicht starten können, werden nun am ersten Lauf teilnehmen, bei dem aber nur ein Ford zur Verfügung steht. „Ich habe im Winter viel getestet, bin auch unter der Woche im Einsatz, habe am Samstag aber frei und gucke mir das Rennen von außen an“, so Stippler, der ab dem zweiten Lauf dann aber für den Rest der Saison starten wird.
Nicht nur privat, sondern auch beruflich sind in dieser Saison die in Euskirchen lebenden Carrie Schreiner und Peter Terting liiert. Schreiner ist allerdings an diesem Wochenende mit dem Formel-1-Team von Audi beim Großen Preis von China in Shanghai und wird den NLS-Auftakt verpassen. Ihr Girls-Only-Team, das in dieser Saison einen mit E-Fuel betriebenen Porsche 911 GT3 Cup in der AT2-Klasse steuert, muss also ohne sie auskommen. Getestet wurde im Winter in Valencia und Portimao. Schreiner startet außerdem in der GT World Challenge Europe, die Saison beginnt am 12. April.
Wir hoffen, dass wir alle drei nicht zu sehr eingerostet sind.
Für den technischen Support, die Vorbereitung der Wagen und die Leitung der Einsätze von Schreiners Team und anderen Wagen ist PT Sports by Up2race von Schreiners Lebensgefährte Peter Terting und Patrick Schneider verantwortlich. PT Sports ist beim Auftaktwochenende für acht Autos verantwortlich, wie Terting ausführt. Aus diesem Grund wird er selbst am Samstag kein Cup2-Auto pilotieren, hat aber vier oder fünf Saisonrennen eingeplant.
„Wir hoffen, dass wir alle drei nicht zu sehr eingerostet sind“, scherzt der Nettersheimer Christoph Breuer, der wieder im Lamborghini Huracan GT3 Evo II des vom Obergartzemer Team McChip-DKR in der SP9-Pro-Klasse an den Start gehen wird. Das Training am Freitag wird der erste Einsatz für den italienischen Sportwagen in diesem Jahr sein, das Cockpit teilt sich Breuer wieder mit McChip-Chef Danny „Dieter Schmidtmann“ Kubasik und Sak Nana. Breuer verspürt eine große Vorfreude, denn zum Ende der Saison 2025 habe man gute Ergebnisse erzielt. In ihrer Klasse wolle man um den Sieg mitfahren. Das Auto sei optimal eingestellt gewesen, nun müsse man schauen, wie es nach dem Wechsel des Reifenherstellers reagiert.
Auch Koch Steffen Henssler soll für McChip am Steuer sitzen
McChip kündigte an, dass außerdem in diesem Jahr gleich zwei 24-Stunden-Rennen auf dem Programm stehen. Neben dem Nürburgring wird man auch in Le Mans einmal rund um die Uhr fahren. Auch ein Einsatz des rasenden Kochs Steffen Henssler für McChip ist vorgesehen.
Der Mechernicher Alex Hardt, in der Vorsaison Meister der Klasse Cup2-Pro-Am, will sich in diesem Jahr weiterentwickeln. Er ist in die Pro-Klasse gewechselt, in der er vorne mitfahren möchte. „Das wird auf jeden Fall eine Herausforderung mit starker Konkurrenz, worauf ich mich sehr freue“, so Hardt. Gespannt ist er auch darauf, wie sich seine neuen Teamkollegen im Porsche 911 GT3 Cup schlagen.
Das hat enorm geholfen, das Auto kennenzulernen und mich daran zu gewöhnen, da ich vorher noch nie im Porsche gefahren bin, sondern mit dem 318er.
Eine Premiere bei der NLS feiert der 19-jährige Bad Münstereifeler Henry Lindloff. Der hat erst 2022 mit dem Kartsport begonnen. Zuletzt startete er in der BMW Challenge des Deutschen Motorsport-Verbandes und holte den Meistertitel. Es ist trotzdem ein großer Schritt in die NLS, weg vom BMW, hin zum Porsche. Da spielten die zwei jeweils zweitägigen Tests im Vorfeld eine besondere Rolle. „Das hat enorm geholfen, das Auto kennenzulernen und mich daran zu gewöhnen, da ich vorher noch nie im Porsche gefahren bin, sondern mit dem 318er.“ Er will in dieser Saison vor allen Dingen „viel lernen, sehr viel lernen“, wie er sagt. Und wenn das gut klappt, hofft er, 2027 in der Meisterschaft richtig mitzumischen. Ihm fehlt aktuell sogar noch die Zulassung für die Nordschleife, die er aber mit dem ersten Rennen erhält.
Der Euskirchener Tobias Müller geht erneut für 48 Losch Motorsport an den Start. Sein Team schafft zur Saison 2026 den Aufstieg aus der Cup2-Klasse in die SP9-Pro-Am Kategorie. Mit einem Porsche 911 GT3 R startet Müller in der NLS und beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring. Als Einsatzteam fungiert erneut Black Falcon Motorsport. Mit dem Euskirchener sitzen Dylan Pereira und Patrick Assenheimer im Porsche. Im vergangenen Jahr wurde Müller mit Noah Nagelsdiek und Carlos Rovas Vizemeister in der Cup2-Klasse.
Tobias Müller hat sich im Winter am Fuß operieren lassen
„Das nächste Kapitel beginnt. Intensiver. Schneller. Emotionaler als je zuvor. Ich habe richtig Bock auf die Saison“, sagt der Euskirchener, der zuletzt noch ein paar Runden im Kart absolviert hat und sich im Winter einer Operation am Fuß unterziehen musste. Mittlerweile ist alles verheilt und das Gefühl in den Rennschuhen ist längst wieder da.
Nicht in der NLS antreten wird der Euskirchen Philip Wiskirchen. Bei ihm ist die GT4 Germany im Rahmenprogramm der DTM geplant. Saisonauftakt ist am 26. April am Red-Bull-Ring im österreichischen Spielberg.
Renntermine, Uhrzeiten und Tickets für die NLS 2026
An diesen Terminen finden die zehn Läufe der NLS 2026 statt: 14. März, 21. März, 11. April, 18. April, 19. April (beide Termine 24h-Qualifiers), 20. Juni, 1. August (6-Stunden-Rennen), 12. September, 13. September, 10. Oktober.
Die Rennen beginnen jeweils um 12 Uhr und dauern im Regelfall vier Stunden. Um 8.30 Uhr startet der Renntag mit dem anderthalbstündigen Zeittraining. Pitwalk ist von 10.30 bis 11.30 Uhr.
Tickets gibt es über den Nürburgring Online-Shop sowie vor Ort im Info-Center und an den Zugängen zu den geöffneten Tribünen am Grand-Prix-Kurs und zum Fahrerlager.
Max Verstappen startet beim 24-Stunden-Rennen am Nürburgring
Das 24-Stunden-Rennen findet zwar erst am 16. Mai statt. Doch die wichtigste Nachricht gibt es bereits jetzt: Der vierfache Formel-1-Weltmeister Max Verstappen hat seine Teilnahme beim „24h Nürburgring“ zugesagt – es ist seine Premiere beim Rennen rund um die Uhr in der Grünen Hölle.
Er tritt für das Team Verstappen Racing mit dem Österreicher Lucas Auer, dem Franzosen Jules Gounon und dem Spanier Daniel Juncadella in einem AMG-Mercedes an. Verstappen hatte sich mit Einsätzen auf der Nordschleife im vergangenen Jahr gezielt auf die Teilnahme vorbereitet. Für niederländische Fans ist ein spezielles Ticketangebot in Planung.

