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Fußball Kreisliga BBliesheimer BC enthront den Primus Billig/Veytal

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Das Bild zeigt den Zweikampf der beiden Obengenannten während des Spitzenspiels.

Laufduell zwischen Bliesheims Severin Kreutner (l.) und Billigs Spielertrainer Benjamin Wiedenau.

Der Bliesheimer BC hat die SG Billig/Veytal von der Tabellenspitze gestoßen und dank eines Treffers in der Schlussphase auch den direkten Vergleich für sich entschieden.

RW Billig – Bliesheimer BC 0:2 (0:1). Im Nachhinein ist es müßig darüber zu philosophieren, wie die Begegnung wohl ausgegangen wäre, wenn Hamit Saka seinen Foulelfmeter kurz nach der Pause nicht hoch und weit in Richtung Billiger Wald, sondern in die Maschen des gegnerischen Netzes gedroschen hätte. Festzuhalten bleibt, dass es für die Hausherren unter dem Strich ein in nahezu allen Belangen gebrauchter Nachmittag war, an dessen Ende die Gäste ihren Dreier mit lautstarken „Spitzenreiter, Spitzenreiter“-Gesängen feiern durften.

Obwohl auf beiden Seiten mit Sven Allinger (ehemals SC Germania Erftstadt-Lechenich) oder Benjamin Wiedenau (früher TuS Zülpich) namhafte Akteure mit viel höherklassiger Erfahrung bis hinauf in die Mittelrheinliga auf dem Rasen standen und diese ihre Aufgabe auch sehr ordentlich erledigten, wurden sie und alle anderen Spieler von einem Mann deutlich in den Schatten gestellt: Severin Kreutner.

Severin Kreutner überzeugte als Chef in der Zentrale

In Abwesenheit von Führungsfigur Christopher Fuhl schwang sich der Zehner des BCB zum absoluten Chef in der Zentrale der Gäste auf, überzeugte nicht nur mit toller Spielübersicht, sondern auch mit einem enormen Laufpensum und vorbildlichem Einsatz in den Zweikämpfen.

Exemplarisch dafür war eine Szene in der zweiten Halbzeit, als der Mittelfeldmann seinem Diagonalball, den ein Teamkollege nicht sauber verarbeitete und wieder verlor, quer über den Platz nachlief und den Konter mit einer perfekten Grätsche unterband. Und als wäre das alles nicht schon stark genug, sorgte der 21-Jährige auch noch für den wichtigen Führungstreffer im Anschluss an eine Ecke – diesmal ausnahmsweise eher glücklich als gewollt. Denn der Ball landete im Fallen irgendwie am Bein des Torschützen und rollte von dort über die Linie.

Das Bild zeigt den Bliesheimer Fußballer mit seinen Mannschaftskollegen.

Eine überragende Partie zeigte Bliesheims Severin Kreutner, hier nach seinem Treffer zum 1:0.

Das exakte Gegenteil von Kreutner war Billigs Hamit Saka, der es eingangs mit einem Fallrückzieher ebenso erfolglos mit dem Toreschießen probierte wie in seiner restlichen Einsatzzeit, die nach 71 Minuten vorzeitig endete.

Es hätte sich zwischendurch alles zum Guten wenden können, wenn der Versuch vom Strafstoßpunkt im Ziel gelandet und nicht deutlich über die Querlatte geflogen wäre. Stattdessen blieb der ehemalige Erftstädter Stürmer in den Duellen mit seinem einstigen Teamkollegen Sven Allinger meist zweiter Sieger und pfefferte nach seiner Auswechslung sein Trikot wutentbrannt und sichtlich enttäuscht über die eigene Vorstellung gegen die Innenseite der Trainerbank.

Bliesheim war zunächst in allen Belangen besser

Bliesheim war zunächst in allen Belangen die bessere Elf und ging – wenn auch glücklich in der Entstehung – in der Schlussphase des ersten Durchgangs nach einer Ecke in Führung. Diese entstand nur deshalb, weil sich zwei Verteidiger uneinig waren und das Spielgerät nicht aus der Gefahrenzone beförderten. Während die Gastgeber vor der Pause offensiv vollkommen harmlos waren, starteten sie mit viel Druck in die zweite Hälfte.

Allerdings verpassten sie es in der ersten Viertelstunde, als die Gäste überfordert wirkten (auch die bereits nach knapp vier Minuten genommene Auszeit änderte daran nichts), den Ausgleich zu erzielen. Mit zunehmender Spieldauer wurde die Partie wieder offener und Bliesheim kam ebenfalls zu einigen guten Chancen – unter anderem ging ein Kopfball ans Aluminium. Die Entscheidung fiel kurz vor Schluss durch einen Lupfer von Joker Sebastian Arz.

„Auch wenn die Billiger in der zweiten Hälfte gezeigt haben, warum sie als Tabellenführer in die Partie gegangen sind, ist unser Erfolg über das ganze Spiel gesehen verdient. Was die Jungs heute an Willen, Leidensfähigkeit und Intensität in den Zweikämpfen gezeigt haben, macht mich unheimlich stolz“, lobte BCB-Trainer Christian Müller seine Mannschaft in den höchsten Tönen.