Gegen das Spitzenteam Brühler TV konnten die ersatzgeschwächten Gastgeber nicht bis zum Schluss mithalten. Palmersheim beendet eine Serie.
HandballDie HSG Euskirchen bricht nach der Pause gegen Brühl ein

Ein erfolgreicher Abschluss gelingt in dieser Szene Tobias Bünder nach einem Zuspiel an den Kreis.
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Verbandsliga Männer: HSG Euskirchen – Brühler TV 28:38 (15:16). Die HSG Euskirchen hat ihr Heimspiel gegen das Spitzenteam Brühler TV verloren. Der Zehn-Tore-Unterschied war nach den ersten 30 Minuten nicht abzusehen gewesen, weil die Kreisstädter bis dahin eine gute Partie gespielt hatten. Nach dem Seitenwechsel drehte der Aufstiegskandidat, der von rund 30 Zuschauern nach Kuchenheim begleitet worden war, auf und setzte sich verdient im Kampf um die zwei Punkte durch. Euskirchen musste sich etwas unter Wert geschlagen geben und kassierte die zweite Niederlage in Folge.
Das Wichtigste zuerst: Sieben Spieler fehlten der HSG Euskirchen
Auch gegen Brühl war die HSG personell arg dezimiert. Dieses Mal musste sie ohne sieben Spieler auskommen. Trotz dieser widrigen Bedingungen zeigte Euskirchen aber über weite Strecken eine ansprechende Leistung. Brühl hingegen drehte erst in der Schlussviertelstunde auf. Die Gäste agierten im Stile einer Spitzenmannschaft und drückten dem Spiel erst spät ihren Stempel auf. Die HSG unterlag zum zweiten Mal in Folge und stagniert im Mittelfeld.
Eine ausgeglichene erste Hälfte nach Euskirchener Blitzstart
Die HSG begann hellwach und führte nach knapp fünf Minuten mit 4:1. Brühl akklimatisierte sich aber schnell und drehte die Partie mit fünf Toren am Stück zum 6:4 aus Gästesicht. Besonders schmerzte daran, dass Euskirchen nach einem harten Foul an Jarl Schramm zwei Minuten in Überzahl war und drei Gegentoren am Stück kassierte.

Im Kreis seines Teams: HSG-Trainer Frank Rösgen während einer Auszeit.
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Danach blieb die Partie offen und abwechslungsreich, weil beide Offensivreihen zu überzeugen wussten. Defensiv war es bis dahin kein Spiel, in dem die Torhüter glänzen konnten, denn es gelang ihnen zu selten, Würfe zu parieren.
Von der 39. bis zur 50. Minute blieb die HSG Euskirchen ohne Tor
Brühl kam mit einem 4:0-Lauf aus der Kabine und baute die Führung schnell auf 20:15 aus. Euskirchen zeigte aber noch einmal eine Reaktion und kam über Kampf und Leidenschaft auf 19:20 heran. Die entscheidende Phase im Spiel war dann zwischen der 39. und 50. Minute, als der HSG kein eigener Treffer gelang. Brühl baute die Führung von 22:21 auf 28:21 aus und bog zehn Minuten vor Spielende auf die Siegerstraße ein.
Die fehlende Durchschlagskraft nach der Pause war mitentscheidend für die Niederlage. Euskirchen wurde oft in das passive Spiel gedrückt und musste dann unter Zeitdruck abschließen. Die gewählten Würfe waren dadurch zu ungenau und verfehlten häufig das Tor.
Spiel für Kreisläufer: Tobias Bünder erzielte fünf Tore
Beide Mannschaften nutzten oft das Spiel über den Kreis, um zu Abschlüssen zu kommen. Meistens mit Erfolg. Euskirchens Tobias Bünder erzielte so fünf Treffer. Agierte die HSG mit sieben Feldspielern in der Offensive, dann unterstützte Jonas Drehsen am Kreis und war einmal mit einem Wurf erfolgreich.
Die Stimme zum Spiel: Trainer Frank Rösgen findet Niederlage verdient
HSG-Trainer Frank Rösgen sagte: „Trotz der kleinen Sorgen wegen der kurzfristigen Ausfälle von Eric Schreiber und Merlin Klocker, war die erste Halbzeit gut von uns. Wir waren voll im Soll, allerdings bahnte sich da schon an, dass es im weiteren Spielverlauf recht dünn im Rückraum werden könnte. Die Belastung und das Tempo waren hoch, was sich dann auch in der zweiten Halbzeit bemerkbar machen sollte. Da konnten wir nicht mehr mithalten. Somit geht die Niederlage völlig in Ordnung, wenngleich nicht in dieser Höhe. Zehn Tore Unterschied sind zu viel und nicht unser Anspruch. Das darf uns so nicht passieren. Ich schaue dennoch positiv nach vorn, weil die Ausfallliste bald wieder kürzer werden sollte und mir mehr Alternativen zur Verfügung stehen. So steht unter anderem Kapitän David Henzel vor der Rückkehr. Mit ihm rechne ich in zwei Wochen.“
HSG Euskirchen: Gebertz, Jonas – Bünder (5), Berbuir, Gast (3/1), Schöndube (2), Drehsen (1), Jansen (4), Schmitz (8), Schramm (4), Klein (1), Maheswaran.
Der TV Palmersheim beendet die Negativserie und gewinnt
Oberliga Männer: Pulheimer SC – TV Palmersheim 39:44 (21:26). In einer wahren Offensivschlacht hat der TV Palmersheim seine Sieglosserie beendet. Es war der erste Sieg seit fast drei Monaten und nach zuletzt sieben Niederlagen am Stück. Beim Schlusslicht in Pulheim war der TVP zum Siegen verdammt und dementsprechend präsentierten sich die Gäste spiel- und lauffreudig. „Trotz großer Nervosität sind wir mit einer positiven Grundstimmung in das Spiel gegangen und haben von Beginn an in der Offensive überzeugt“, sagt Peter Trimborn aus dem Palmersheimer Trainerteam, der allerdings auch einen Gegner sah, der gewillt war, die zwei Punkte in der eigenen Halle zu behalten.
Was Palmersheim offensiv gut machte, war hinten alles andere als sattelfest. „Hier haben wir durch viele leichte Fehler den Gegner stark gemacht und trotz zwischenzeitlich neun Toren Vorsprung nicht die nötige Sicherheit bekommen“, so Trimborn. Stolz macht den Übungsleiter vor allem die Leidenschaft, die seine Mannschaft, für die Michael Schneider nach langer Verletzungspause sein Comeback gab, über die 60 Minuten mit Inbrunst auf die Platte gebracht hatte. Immer wieder wurden gelungene Aktionen im Kollektiv gefeiert. Das gab den nötigen Auftrieb, die Verunsicherung der letzten Wochen aus den Köpfen zu bekommen.
Selbst unter der Dusche war heute Party angesagt, und es kam mir vor, als hätten wir das letzte Spiel zu irgendeinem Aufstieg gewonnen.
Dass es defensiv nicht so lief und 39 Gegentore viel zu viele sind, war Trimborn letztlich nicht so wichtig, denn in der Situation, in der seine und Marco Mayers Mannschaft steckte, galt es nicht, einen Schönheitspreis zu gewinnen. „Zwei verworfene Siebenmeter und noch ein paar gute Dinger daneben sind mir heute egal, weil es trotzdem ein wahres Offensivfeuerwerk war“, so ein glücklicher Trainer.
Er hob aus einer sehr fokussiert agierenden Mannschaft die Wurfquote von Nils Schouren mit sieben Toren heraus. Am Ende überwog das lang vermisste Siegesgefühl, sowohl im Spielerkreis, als auch unter den mitgereisten Zuschauern. „Selbst unter der Dusche war heute Party angesagt, und es kam mir vor, als hätten wir das letzte Spiel zu irgendeinem Aufstieg gewonnen“, berichtet Trimborn, der jetzt hofft, dass dieser Erfolg für die kommenden Wochen Flügel verleiht.
TV Palmersheim: Moritz Königshoven, Roland (1), Rübenach – Fiedler (5), Schmitz (8/2), Schöller (3), Lönenbach (10/2), Adolph (1), Schouren (7), Schneider (2), Voiß, Dennis Schüller, Daniel Schüller (3), Johnen, Simsek, Lukas Königshoven (4).
Die Trefferquote der HSG-Frauen war zu gering gegen Königsdorf II
Oberliga Frauen: HSG Euskirchen – TuS Königsdorf II 20:32 (8:13). Gegen den Tabellenfünften aus Königsdorf gab es eine deutliche Niederlage aus HSG-Sicht. Das Schlusslicht blieb vor allem offensiv recht blass und nutzte eine Vielzahl von gut herausgespielten Wurfmöglichkeiten nicht. Gegen ein ambitioniertes Team, wie die Gäste es sind, ist das dann zu wenig, um auf Dauer mitzuhalten.
„Wir haben uns sehr schwer getan in diesem Spiel und sind letztlich an Königsdorfs individueller Klasse gescheitert“, sagt Trainer Kajepaan Maheswaran. Ihm gefiel allerdings die Abwehrarbeit mit der teilweisen recht offensiven Deckung. „Hier haben wir gut gearbeitet und den Gegner immer wieder zu Fehlern gezwungen, allerdings ohne letztlich daraus Kapital zu schlagen“, so der HSG-Trainer.
Königsdorf bestrafte unsere Fehlwürfe konsequent und ab der 50 Minute gingen unsere Köpfe runter.
In den entscheidenden Phasen nicht zu treffen, rächt sich dann. Euskirchen musste Tor um Tor hinnehmen, Mitte der zweiten Halbzeit war der Gegner dann enteilt. „Königsdorf bestrafte unsere Fehlwürfe konsequent und ab der 50 Minute gingen unsere Köpfe runter“, sagt Maheswaran, der die Niederlage als zu deutlich empfand. Drei oder vier Tore Unterschied weniger waren aus seiner Sicht möglich.
HSG Euskirchen: Kurm, Seipel – Esser (3), Arends, Bank (3), Schons, Bung, Lohmann (1), Lea Schmitz (2), Schmidt-Gogo (1/1), Schnitzler, Bücker, Jensen (1), Stajenda (8/3), Viola (1),

